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Rückblick: Entführung, drei Begräbnisse, unzählige Tränen und eine Nation in tiefer Trauer

In den vergangenen drei Wochen, schien das Leben in Israel eine Pause zu machen. Eine schwarze Wolke stieg auf über der Nation und ergoss sich in einem Regen von Gebeten über das ganze Land. Es waren Gebte, die ein Volk in Hoffnung vereinten und in böser Vorahnung.

Von dem Moment an als der Bericht veröffentlicht wurde, dass drei israelische Jungen entführt worden waren, die am Donnerstagabend den 12. Juni per Anhalter nach Hause fahren wollten, da verlangsamte sich das ansonsten schnelle Tempo dieses kleinen Landes.

Die Jungen; Eyal Yifrach, 19, Naftali Frenkel, 16 und Gil-Anzeige Sha’ar, 16, waren geliebte Mitglieder ihrer Familien, Schulen und der jeweiligen Gemeinden. Naftalis Tante, Ittael Frenkel, sagte mir vor zwei Wochen in einem Interview, dass „sind sehr harte Tage. Aber wir sind sehr optimistisch. Wir glauben wirklich, dass mit all der Hilfe und aller Gebete die das Land für sie bereit hält, sie bald wieder gesund nach Hause kommen.“

„Naftali ist ein netter Junge – eine Kombination aus Spaß und Ernst“, sagte mir seine Tante mit einer sanften Stimme. „Er sollte morgen seine Prüfung in Biologie machen.“ Ich erinnere mich an das einzige Mal während des Interviews, an dem Ittael lächelte, als sie ihren Neffen als liebevoll beschrieb und ein „erstaunliches Kind“ nannte.

In meiner Arbeit als Journalistin in Israel in den vergangenen sieben Jahren, hat mich die tragische Geschichte dieser drei Jungen sehr tief berührt, wie sie auch Millionen anderer Israelis und Menschen auf der ganzen Welt berührt hat. Ich kannte weder die Jungs persönlich, noch ihre Familien, Mentoren oder Klassenkameraden.

Aber als ich die Interviews mit ihren Familien führte und über sie schrieb da fühlte ich, dass ich die Gelegenheit hatte drei spezielle Personen kennen zu lernen, deren Familien und Nachbarn mir meinen Glauben an das Gute an der Menschheit wieder gegeben haben.

In ganz Israel fanden fast jeden Tag, Kundgebungen und Gebet an öffentlichen Plätzen und Bushaltestellen statt. Es fühlte sich an, als ob wir alle gemeinsam für drei Familienmitglieder beten die entführt wurden. Das Verschwinden der drei Jungs war das Hauptgesprächsthema in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Cafés, bei der Arbeit und rund um den Esstisch.

Während der Gottesdienste am Wochenende in der Synagoge, wurden besondere Gebete für die drei entführten Teenager und für den jüdischen Staat aufgesagt, es wurden die Psalmen 120 und 121 rezitiert, die als die Psalmen für die Knabenrettung bezeichnet werden.

Bis zum letzten Tag, dem Sonntag des 29. Juni, versammelten sich mehr als 10.000 Menschen am Rabin-Platz in Tel Aviv, um gemeinsam für die sichere Rückkehr der Jungen zu beten und zu singen. Der neu gewählte Präsident von Israel, Reuven Rivlin, hat darum gebeten, dass alle religiösen Führer auf der ganzen Welt, in Kirchen und in Moscheen, ein Gebet für die israelischen Jugendlichen sprechen.

Niemand konnte zu dieser Zeit wissen, dass schon am nächsten Tag die toten Körper der Jungen in einem Feld nördlich von Hebron entdeckt würden. Sie lagen in einem schlecht ausgegraben Grab unter Büschen versteckt, nicht weit von der Stelle an der Gush Etzion Kreuzung, von wo sie entführt wurden.

Niemand konnte während der fast drei Wochen andauernden Suche wissen, dass man Eyal, Naftali und Gilad nur noch tot auffinden würde. Nachdem sie von Hamas-Terroristen aus dem Herzen einer Nation – die ihre Kinder über alles liebt – herausgerissen und ermordet wurden.

Hunderte von Israelis begleiteten die Familien der Terroropfer, als der Trauerzug seinen Weg zum Modi’in Friedhof nahm, wo die drei Jungen in einem gemeinsamen Begräbnis zur letzten Ruhe gebettet wurden. Zuvor hatten ihre Familien getrennte Trauerfeiern in ihren jeweiligen Heimatorten abgehalten.

Während des Trauerzuges waren die Ränder der Straßen mit Menschen gefüllt, die israelische Flaggen und Schilder hielten. Ganz normale Bürger standen an den Kreuzungen auf dem Weg zum Friedhof, um ihre Liebe und Solidarität zu zeigen.

Israels Herz ist schwer heute abend. Es ist eine überwältigende Traurigkeit in der die Nation versucht, ein herzzerreißendes Kapitel in seiner Geschichte zu verarbeiten. Es ist der Versuch, für die Hoffnung zu beten und zu kämpfen und um Antworten zu finden.

Mir kommen an dieser Stelle die Worte von Esra Sha’ar, Gilads Großvater in den Sinn der sagte: „Ich habe einen Wunsch für alle Menschen, die in den letzten drei Wochen für die Jungs gebetet haben. Hört auch jetzt nicht auf zu beten und zu glauben!“

Von Anav Silverman

Tazpit News Agency

für Israel-Nachrichten.org

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Von am 02/07/2014. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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