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Gibt es eine Lösung der Palästinenserfrage?

Schon Kaiser Marc Aurel prägte den Satz: „Es fürchtet jemand die Umwandlung? Was kann denn ohne Umwandlung geschehen?

Zwei Punkte sind entscheidend, welche die Araber niemals verstehen werden:

1. Sie haben den jüdisch-arabischen Krieg aus dem Jahre 1948 verloren. Die Folge davon war ein neues Staatsgebilde im Nahen Osten, das den Namen ISRAEL trägt. Diese Realität lässt sich nicht mehr aus der Welt schaffen, so wenig wie die Niederlassung von knapp vier Millionen Juden in diesem – immer noch jungen – Staate.

2. Kaum ein Araber gesteht, dass die arabische Rückständigkeit, vor allem die Korruption der feudalen Regime, eine der Hauptursachen der arabische-palästinensischen Misserfolge war. Falls es den Arabern jemals gelingen sollte, den immensen Vorsprung Israels auf dem Gebiet der Erschließung und Demokratie ihrer Länder auch nur teilweise aufzuholen, könnten eventuell viele Ressentiments, Minderwertigkeitsgefühle und die derzeitigen Ausbrüche des Hasses beigelegt werden.

Die arabischen Länder im Nahen Osten könnten zusammen eine wirtschaftliche Großmacht bilden, denn schon alleine das Öl würde ihnen dazu verhelfen. Das kleine Kuweit, das reichste Ölland der Erde, birgt unter seinem Boden – Schätzungen zufolge – knapp sieben Milliarden Tonnen Erdöl, gegenüber nur noch fünf Milliarden Tonnen in ganz Nordamerika! Die Araber haben es nicht nötig, Feinde des Westens zu werden oder zu sein. Heute ist der Westen allein in der Lage, diese kaum vorstellbaren Schätze zu heben; – er ist sogar auf das nahöstliche Erdöl angewiesen. Die Araber brauchen daher nie die Feinde des Westens zu sein, lediglich weil der Staat Israel sein Freund ist.

Niemand muss sich Russland oder dem Iran in die Arme werfen, um sich vor Israel zu schützen. Der Westen, vor allem Großbritannien und die USA, gelten in den Augen der Araber als die Verantwortlichen für die Balfour-Deklaration, jenes Schriftstück, das nach ihrer Auffassung an dem ganzen „Elend in Palästina“ schuld ist. Fest steht, dass auch ohne die Hilfe Balfours in Palästina ein Judenstaat entstanden wäre, und der Westen würde dann weniger mit dem Zionismus identifiziert. Und gerade deshalb kann sich der Westen der moralischen Mitverantwortung für den israelischen Staat nicht entziehen. Es scheint seit Generationen so zu sein, als wäre der „Palästinenserkonflikt unlösbar.“

Die heutige Lage in dem provisorischen Palästina und Israel führt den Judenstaat an den Rand eines Abgrundes. Sind es  n u r  die Grenzen des heutigen Israels? Im 21.Jahrhundert, wo der Ausbruch eines sich ausweitenden Krieges zur Weltkatastrophe ausarten könnte, sind Provisorien Dauerlösungen, ist der Begriff „Waffenstillstand“ gleich „Frieden“ geworden. In eines solchen Zeit sind „Todfeindschaften unwichtig“ gegenüber der dominierenden Frage des Überlebens.

Wenn auch die Chancen für eine friedliche Beilegung des Palästinenserkonflikts zurzeit durch die terroristischen Raketenbeschüsse des israelischen Kernlandes durch die Hamas mehr als fast aussichtslos sind, muss man sich dennoch mit den Möglichkeiten einer teilweisen Befriedung beschäftigen und Lösungen finden. Die streitenden Parteien müssen sich bei allem Hass der Konsequenzen bewusst sein, die eine gewaltsame Änderung der jetzigen Grenzen mit sich bringt. 

Man wird bei jeder Lösung der Palästinenserfrage berücksichtigen müssen, dass die arabische Kultur während über 1360 Jahren dieses Land formte. Dieser Lebensform steht die in über sechzig Jahren vorgenommene Umgestaltung durch den Zionismus gegenüber. Sollte der Konflikt im Nahen Osten beigelegt werden, ist eine gewisse gegenseitige Anerkennung – nicht jedoch mit der Hamas – notwendig. Hinzu kommt aber seit Jahrzehnten eine weitere Erschwerung: Russland hat im Nahen Osten, in Syrien, Fuß gefasst. Und niemand wird, so glaube ich, in der Lage sein, diese imperialistische Macht wieder daraus zu vertreiben

Die Einflussnahme Russlands und die drohende geografische Nähe muss einkalkuliert werden. Dies allein sollte eigentlich die Westmächte veranlassen, ihre oft unrealistische Politik gegenüber den Ländern im Nahen Osten zu revidieren, ihnen vor allem keinerlei politische Bedingungen zu stellen. Wie aber könnte ein neuer Staat Palästina aussehen, und wie könnte man die Grenzen ziehen? Die Antwort ist so einfach: Die Palästinenser besitzen den Gazastreifen, und haben somit Zugang zur Welt, hätten sie einen Tiefseehafen. Ägypten müsste einige hundert Quadratkilometer vom Sinai an Palästina abtreten und Jordanien, dieses kleine Königreich, in dem sechzig Prozent Palästinenser leben und vierzig Prozent Haschemiten, müsste ebenfalls bereit sein, ein gewisses Territorium zur Verfügung zu stellen, so dass sich der Kreis bis hin zum Jordantal schließen würde.

Somit wäre das „Palästinenserproblem“ gelöst. Ob das politisch bei diesen derzeitigen Gegensätzen möglich sein wird, mag dahingestellt sein. Der Plan mag angesichts der hoffnungslosen Entzweiung, die zwischen Juden und Palästinensern herrscht, utopisch erscheinen. Aber er ist auf lange Sicht der einzige Weg, der im Nahen Osten zu einer langsamen Befriedung und möglicherweise auch dazu führen kann, dass das Vertrauen in die „uneigennützigen“ Absichten der westlichen Vermittler zurückkehrt. Solange dieser Plan Utopie bleibt, wird zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn sowie den Palästinensern im günstigsten Fall ein sehr, sehr brüchiger Waffenstillstand bestehen.

Tod, Hass, Gewalt und Gegengewalt sowie Terror von Hamas und Hisbollah; – eventuell auch noch von „ISIS“ werden dem Staat Israel weiterhin zu schaffen machen, das zurzeit von allen Medien wegen der „harten, unbotmäßigen Vergeltung“ wieder einmal am Pranger steht.

Von Rolf von Ameln

Redaktion Israel-Nachrichten.org

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Von am 15/07/2014. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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