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Die Nazipresse und ihre Berichterstattung über das Novemberpogrom

Was Mussolini zum Besten gab

Die „Berliner Börsen-Zeitung“ (BZ) wurde im Jahre 1855 auf Veranlassung Bismarcks als nationalliberales Organ gegründet. 1868 spaltete sich ihre Wochenbeilage, der „Börsen-Courier“, ab und führte danach als Tageszeitung ein eigenständiges Dasein. Beide Blätter entwickelten sich zu Berliner Institutionen. Zur Veränderung dieser Koexistenz führte erst die wirtschaftliche Not des „Börsen-Couriers“ in den frühen 1930er-Jahren. Im Dezember 1933 erwarb die BZ die Aktien des „Börsen-Couriers“; mit Wirkung vom 1. Januar 1934 waren beide Blätter miteinander verschmolzen.

Nur wenig später setzte sich diese Konzentrationsbewegung fort. Nachdem die primär Agrarinteressen dienende „Deutsche Tageszeitung“ ihr Bestehen beendet hatte, erwarb die BZ auch deren Abonnenten. Chefredakteur der BZ war von 1922 bis 1930 Walter Funk. Danach trat er die Herausgabe des „Wirtschaftspolitischen Pressedienstes“ der NSDAP an. Im März des Jahres 1933 stieg er zum Staatssekretär im Propagandaministerium, das von Goebbels gleitet wurde, auf, zum „Pressechef der Reichsregierung“, im November 1933 zum stellvertretenden Präsidenten der Reichskulturkammer und im Februar 1938 zum Reichswirtschaftsminister. In dieser Funktion war er maßgeblich daran beteiligt, Juden aus dem Wirtschaftsleben herauszudrängen und ihre Enteignung voranzutreiben.

Berliner Börsen-Zeitung von Donnerstag, 10. November 1938. Foto: Archiv/RvAmeln

Berliner Börsen-Zeitung von Donnerstag, 10. November 1938. Foto: Archiv/RvAmeln

In ihm hatte die BZ einen getreuen Fürsprecher bei der Regierung. Dies erklärt auch, weshalb sie einen besonderen Status genoss. Sie wurde zu jenen fünf „reichsdeutschen“ Blättern auserkoren, die ab Juli 1936 gemäß dem „Gentlemen´s Agreement“ in Österreich zugelassen waren. In der Folgezeit verschaffte Funk „seiner“ alten Zeitung mehrfach Zuschüsse aus Industrie- und Bankkreisen. Diese konnten den Niedergang der von der Gründung an im Besitz der Familie Killisch von Horn befindlichen Zeitung jedoch nicht verhindern. Im Dezember 1938 verkauften der damalige Verleger Arnold Killisch von Horn und sein Teilhaber unter dem Druck des Reichsverbandes der deutschen Zeitungsverleger die BZ an die Cautio Treuhand GmbH, was einer verschleierten Übernahme durch den „Amman-Bereich“ gleichkam. Max Amman war Präsident der Reichspressekammer und kontrollierte den Eher-Verlag, den Zentralverlag der NSDAP. Killisch von Horn überlebte den Verlust seines Familienunternehmens nur um wenige Monate.

Die Ausgabe vom 10. November 1938 der BZ dokumentiert den Vollzug gleich mehrerer Presseanweisungen: Stark hervorgehoben sind die ausführliche Würdigung des türkischen Staatspräsidenten Atatürk anlässlich seines Ablebens sowie die Wiedergabe der Beileidstelegramme an die Eltern des Legationsrates Ernst vom Rath, nach seinem Tod noch schnell zum Gesandtschaftsrat ernannt, „nicht allzugroß aufgemacht“ der Bericht „zu den Ereignissen der vorigen Nacht“. Die BZ platzierte ihn allerdings nicht auf der zweiten oder dritten Seite, wie die Anweisung vorgab, sondern auf der Titelseite, freilich nur mit wenigen Sätzen links unten. Ebenso wenig berichtete sie instruktionsgemäß, „Synagogen hätten sich selbst entzündet oder seien sonstwie in Flammen aufgegangen..!“ Pflichtgetreu aber befolgte die BZ folgende Order: „Wenn Kommentare für nötig befunden werden, sollen sie nur kurz sein und in etwa sagen, daß eine begreifliche Empörung der Bevölkerung eine spontane Antwort auf die Ermordung des Gesandtschaftsrates gegeben habe.“

Wie mag da wohl angesichts dieser Verharmlosung, nein; dieser Lüge, das Herz im Leibe jener gelacht haben, die unter dem Gejohle von Schaulustigen Feuer in den Synagogen gelegt und die Inneneinrichtung zerstört haben?

Auf Seite drei erschien ein Beitrag über Benito Mussolini, der hier im Original wiedergegeben wird:

„Worte des Duce zur Judenfrage „Die Rothschild, Warburg, Schiff und Guggenheim“

Mailand, 10. November 1938.

In einer Eröffnungsrede des Faschistischen Kulturinstituts in Mailand betonte der faschistische Abgeordnete Farinacci vor wenigen Tagen, daß Mussolini im Jahre 1919 die Zusammenhänge zwischen Judentum und Bolschewismus klar aufgezeigt habe. Diese Äußerungen des Duce, ein Artikel des „Popolo d´ Italia“, der am 4. Juni 1919 erschienen war, ist gerade heute wieder von einer besonderen Aktualität, indem er beweist, daß der faschistische Rassengedanke gleichzeitig mit dem Erscheinen der Partei entstand. Schon damals, so schreibt das „Giornale d´ Italia“ heute, hatte der Duce einen vollkommen richtigen Blick für das Judentum. Er habe festgestellt, daß die jüdischen Bankiers in London und New York durch Bande des Blutes mit den Juden, die den moskowitischen Bolschewismus schürten und lenkten, aufs engste verknüpft sind – verschworen zu einer einzigen Gemeinschaft des Hasses gegen die arischen Völker. In Sowjetrußland seien 80 Prozent der leitenden Sowjets Juden. „Hinter den Marionetten von Paris“, so erklärte Mussolini damals weiter, „stehen die Rothschild, die Warburg, die Schiff, die Guggenheim, die das gleiche Blut der Herrscher in Leningrad besitzen. Rasse verrät nicht die Rasse. Der Bolschewismus wird von der internationalen Plutokratie verteidigt. Das ist die wesentliche Wahrheit. Solche Worte des italienischen Staatslenkers aus der Zeit der Anfänge der faschistischen Bewegung könnten, betont das halbamtliche „Giornale d´Italia“ dann, mit der gleichen Berechtigung heute geschrieben werden. Sie bestehen heute genau wie damals zu recht und lassen den politischen Weitblick Mussolinis in klarstem Licht erscheinen. Ist diese Darstellung, die Mussolini vor fast 20 Jahren gegeben hat, nicht eine haargenaue Schilderung der Weltlage von heute? Ein Rückblick auf die bolschewistischen Umsturzbewegungen in Rußland, Ungarn, Italien, Deutschland und Spanien bestätigt rückhaltlos die Richtigkeit der seinerzeitigen Gedanken Mussolinis zur Rassenfrage. Mit Recht weist die italienische Presse darauf hin, daß auch die Volksfronten und die wirtschaftliche Belagerung Italiens nach dem abessinischen Kriege ein ausgesprochen jüdisches Gepräge tragen und als weitere offensichtliche Bestätigung für die Verbundenheit jüdischer Wühlarbeit angeführt werden können.“

Noch Fragen? – Ich habe keine.

Von Rolf von Ameln

Redaktion Israel-Nachrichten.org

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Von am 09/11/2014. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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