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Trilogie zum Pessachfest: Die Jagd nach dem Chomez Teil3

Nun ist es Donnerstag Abend geworden. Für die Hausfrau Zeit, sich zu entspannen, sie hat getan, was sie tun konnte.

Was jetzt folgt, ist die erste Aufgabe der Kinder während der Pessach Feierlichkeiten….

Flackerndes Kerzenlicht bewegt sich durch das Haus. Es leuchtet jede, aber wirklich auch jede nahezu unsichtbare Stelle des Hauses aus auf seinem Weg, das unsägliche Chomez aufzustöbern, das sich irgendwo verborgen haben könnte.

Das flackernde Licht bewegt sich die Treppe hinunter, dorthin, wo während des Winters die Herdöpfel gelagert wurden. Nur Herdöpfel. Kein Chomez. Trotzdem, auch dieser Winkel muss kontrolliert werden.

Es könnte sein, dass an einer Schürze ein Rest von Chomez gehaftet hat… und, tatsächlich, was entdeckt der Sohn des Hauses? Ein winziges Stück seines Lieblingskuchens. Die Versuchung ist gross, aber er ist sich der Wichtigkeit seiner Aufgabe bewusst und legt das kleine Teil in den Korb. Auf dem Weg nach oben entdeckt er unter der Treppe eine kleine Schale mit angekeimten Sojabohnen, wohl ein Versuch der Schwester für den Biologieunterricht! Und so geht es weiter, ganz langsam, sehr sorgfältig wird das Haus untersucht. Hier steht noch eine Glasschüssel mit Resten vom morgendlichen Müsli, dort wurde in der Handtasche die Sandwichbox übersehen.

Kein noch so kleiner Krümel vom Chomez darf mehr im Haus vorhanden sein, vom Dachstuhl bis zum Keller muss alles geprüft werden.

Der Sohn, ein kleiner Bub noch, hat nicht mitbekommen, dass diese Fundstücke speziell für ihn ausgelegt wurden. Gewissenhaft hat er jeden Fund in den Korb gelegt, der nun zur Abholung bereit ist.

Das ganze Haus ist nun koscher le Pessach. Das ganze Haus? Na ja, am Freitag Vormittag gibt es noch einmal Gipfeli und Müsli, am Katzentisch……

Der Online Vertrag zum Verkauf des Chomez ist abgeschlossen, bis zum Mittag werden die letzten, die wirklich allerletzten Chomez Reste verbrannt werden.

Nicht nur in privaten Haushalten fallen in jedem Jahr Tonnen von Lebensmitteln an, die nach Pessach weiter benutzt werden könnten, wenn sie nur über die Feiertage den Besitzer wechselten. In den Militärbasen, Krankenhäusern und Gefängnissen wäre es unverantwortlich, diese zu vergeuden. Dazu kommen noch alle Einrichtungen, die in einem Notfall die Verpflegung der Bevölkerung sicherstellen sollen.

Seit Jahren übernimmt ein Arabischer Israeli, Jaaber Hussein, im Auftrag der Regierung, den Job des Kaufs und Rückverkaufs des „staatlichen Chomez“. Wäre er mit seinem Handel Teil der regulären Marktwirtschaft, so wäre er ein Grossist und sein Name „König des Chomez“ wäre mehr als gerechtfertigt.

Von Esther Scheiner

Redaktion Israel-Nachrichten.org

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Von am 05/04/2015. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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