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Das Biblische Land – Israel soll Dein Name sein!

Und das Land, das ich Abraham und Isaak gab, Dir gebe ich es und Deinem Stamme. (Gen. 35, 10-12)

Die israelische Königszeit. Um sich neben den fremden, zum Teil äußerst feindlichen Völkern, insbesondere den Philistern, zu behaupten, waren die zwölf Stämme Israels gezwungen, eine feste Staatsform anzunehmen. Sie wuchsen zusammen zu einer Nation. Der letzte Richter, Samuel, billigte die Ausrufung eines Königs und wählte aus dem schwächsten Stamme der Benjamin einen Mann namens Saul, der sich durch besondere Tapferkeit und großen Körperwuchs auszeichnete. Später überwarf sich Saul mit dem greisen Samuel, und dieser salbte den „rotblonden, schönäugigen und wohlgestalteten Jüngling David“, einen Judäer aus Bethlehem, zum König. David erhielt Sauls Tochter Michol zur Frau, nachdem er 200 Philister erschlagen hatte. In einer Reihe von Kriegen machte David aus dem einst losen israelitischen Stammesgefüge ein politisches Großreich, das sich von Damaskus bis ans Rote Meer, von der Arabischen Wüste bis ans Mittelmeer erstreckte.

Mit David begann die große, wenn auch nur kurze Zeit der israelitischen Machtentfaltung. Die Residenz wurde von Hebron nach Jerusalem verlegt und unter Davids Nachfolger Salomo großartig ausgebaut. Salomo war der Sohn Davids und einer seiner zahlreichen Frauen, der Bathseba, die David ehebrecherisch raubte, indem er ihren legitimen Mann Uria auf heimtückische Weise in ein „Himmelfahrtskommando“ schickte. Salomo galt als der weiseste, aber auch anspruchvollste unter den israelitischen Königen. Er pflegte die schönen Künste und hielt prunkvolle Hofstatt. Er gründete die Kupfergruben bei Tinna und erschloss die Gewürzstraße nach Südarabien, dessen schöne Königin von Saba ihm einen keineswegs ergebnislosen Besuch abstattete. Salomo besaß neben einer ägyptischen Prinzessin noch viele Frauen aus heidnischen Stämmen: moabitische, ammonitische und sedomische Mädchen. „Er hatte 700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen, und seine Frauen verführten ihn.

An diesen hing Salomo mit Liebe.“ (1. Könige 11, 2-3) Das palästinensische-syrische Großreich Davids und Salomos war auch weltgeschichtlich von großer Bedeutung. Zum ersten und einzigen Mal wurde das Glied zwischen Niltal und Zweistromland militärpolitisch zum entscheidenden Faktor, nicht zuletzt infolge der Schwäche der sonst mächtigen Nachbarn: Die 21. Dynastie in Ägypten stand unter der theokratischen Herrschaft der Priester von Theben; Babylon war durch Fremdherrschaft geschwächt. Die militärische Stärke dieses Großreichs war bedeutend. Nach der Bibel verfügte Israel über 800.000 und Juda über 500.000 kriegstüchtige Männer. Danach könnten im Reich Davids zwischen vier und sieben Millionen Menschen gelebt haben. Aber Salomo tat für die Erweiterung oder künftige Sicherung seines Reiches so gut wie nichts. Nach seinem Tod spaltete sich die Nation in einen jüdischen Südstaat mit der Hauptstadt Jerusalem unter König Rehabeam und einen israelitischen Nordstaat mit der Hauptstadt.

Sichem unter König Jerobeam. Die beiden Königreiche konnten sich noch während einiger Jahrhunderte zwischen den immer mehr erstarkenden Großmächten halten. Israel war bereits den Assyrern tributpflichtig; als es die Zahlung des Tributs verweigerte, vernichtete es 721 der assyrische König Sargon. Die Hauptstadt Sichem fiel nach dreijähriger Verteidigung. Die zehn nördlichen Stämme wurden zum größten Teil nach Assyrien verschleppt und sind seitdem für immer aus der Geschichte verschwunden. Sie erfuhren das Schicksal fast aller deportierten Völker: Sie vermischten sich mit dem Gastvolk und gingen in ihm auf. Sichem selbst wurde von Mesopotamiern besiedelt, hieß nun Samaria und galt nach der späteren Rückkehr der Juden noch zu Zeiten Christi als Stadt mit einer verachteten Mischbevölkerung. Das judäische Königreich hielt noch ein gutes Jahrhundert stand. König Hiskia (Ezechias) schützte Jerusalem durch starke Befestigungen.

Die von ihm gebaute, 512 Meter lange unter der Erde verlaufenden Wasserleitung galt als eines der großen Wunder der damaligen Zeit. Trotz aller Anstrenungen fiel die Stadt in die Hand des babylonischen Königs Nebukadnezar. Ein Aufstand gegen die babylonische Herrschaft brachte den verbliebenen Stämmen Juda und Benjamin das Schicksal der zehn Nordstämme: Verschleppung ins Zweistromland! Stadt und Tempel wurden zerstört. Die sporadisch noch im Lande verbliebene jüdische Bevölkerung war ihrer geistigen Elite beraubt. Israel lebte nun im wesentlichen aus der Vergangenheit, den überlieferten Traditionen und aus der Absonderung gegenüber seiner Umgebung. Die babylonische Gefangenschaft war das erste geistige Ghetto, in das sich die Juden einschlossen. Viele von ihnen gelangten zu großem Wohlstand. Sie machten gute Geschäfte und gründeten die ersten Banken der Antike. Um so größer war die Anfälligkeit für den Baalskult. Die Juden standen so vor der großen Gefahr einer physischen Vernichtung durch das Aufgehen im Wirtsvolk.

Im Jahre 539 eroberte König Kyros von Persien das Neubabylonische Reich. Zwei Jahre später treckten 42.000 Juden, ungefähr ebensoviel wie 700 Jahre zuvor, nach Kanaan. Es waren nach der Überlieferung hauptsächlich Angehörige aus dem Stamme Juda. Seit jener Zeit ist für die Israeliten der Name Juden geläufig geworden. Aber der neue Staat mit dem wiederaufgebauten Tempel in Jerusalem war nur ein Abglanz des Reichs Davids und Salomons. Der Norden rund um Samaria war hauptsächlich von fremden Völkern besiedelt. Die Juden lebten bereits über den ganzen Nahen Osten verstreut, als im Jahre 333 Alexander der Große das Reich der Perser eroberte. Palästina gelangte unter griechische Oberherrschaft; die hellenische Kultur erstrahlte über den Orient. Als ein alexandrinischer Diadoche, Epiphanes, den Tempel plündern ließ, verstärkte das orthodoxe Judentum seinen Widerstand gegen die weitere Hellenisierung. Der Prophet Jesus Sirach und die Makkabäersekte predigten die Selbstbesinnung auf die mosaischen Gesetze.

Die griechische Herrschaft wurde durch die römische abgelöst. In diese Zeit fiel die Geburt Christi. Der despotisch regierende König Herodes, ein „römischer Kollaborateur“, bauten den Tempel zu einer fast uneinnehmbaren Festung aus. Nach seinem Tode wurde das Land auf seine drei Söhne aufgeteilt. Als das große Synedrium Christus zum Tode verurteilte, residierte in Jerusalem der römmische Prolurator Pontius Pilatus. Immer wieder brach unter dem jüdischen Volk die Rebellion gegen die römische Oberherrschaft aus. 66 nach Christus wurde die römische Besatzung Jerusalems überrannt und das ganze Land bis hinauf nach Galiäa in den Aufstand hineingezogen. Die römer riefen den Oberbefehlshaber Vespasianus zum Caesar aus. Dieser überließ die Niederschlagung des Aufstandes seinem Sohn Titus. Galiäa kapituliert und 6000 Juden wurden als Sklaven für den Bau des Kanals von Korinth verkauft. Im Frühling des Jahres 66 steht Titus mit 80.000 Mann seiner besten Legionen vor dem mit Flüchtlingen überfüllten Jerusalem; – 600.000 Menschen hausten in der Stadt.

Es begann eines der schrecklichsten und grauenhaftesten Kapitel in der Geschichte Palästinas. Die zwei Parteien, die sich in der Heiligen Stadt bis aufs Messer bekämpften, legten ihren Streit erst bei, als römische Artilleriegeschütze die ersten zentnerschweren Steine in die Stadt schleudern und der dumpfe Lärm der Mauerbrecher Tag und Nacht nicht mehr verstummt. Die Schilderungen dieser schrecklichen Tragödien, die sich in dem unter Hungersnot, Seuche und Wassermangel leidenden Jerusalem abspielten, verdanken wir dem Geschichtsschreiber Josephus, der im Auftrage der Römer seine Landsleute auffordern musste, die Stadt zu übergeben. Täglich wurden einige Hundert Flüchtlinge und Überläufer von römischen Landsknechten ergriffen und ans Kreuz geschlagen, bis auf den umliegenden Hügeln anstelle von Olivenhainen ein grauenhafter Wald von Kreuzen entstand. Die vom Hungerwahnsinn gepeinigte Stadtbevölkerung verfiel sogar dem Kannibalismus, aber die militärischen Führer blieben halsstarrig und lehnten die Übergabe ab.

Titus vermochte seine in Wut geratenen Legionen nicht mehr zu bändigen. Brandfackeln flogen in den Tempel. Tausenden von Juden wurden die Leiber aufgeschlitzt, weil man vermutete, dass sie durch Schlucken von Gold und Edelsteinen ihre letzte Habe retten wollten. Furchtbar war das Ende: Jerusalem war ein rauchender Trümmerhaufen, der Tempel zerstört, der Schatz geraubt, die Stadt eine große Leichenhalle! Aus einem einzigen Stadttor wurden 115.800 Leichen geschafft. Noch einmal regte sich 132-135 der Widerstand unter Bar Kochba und führte zur endgültigen Austreibung des überlebenden Teils der Juden aus Palästina. Somit hatte das jüdische Volk für die nächsten über 1.800 Jahre aufgehört, als politische Organisation weiterzuleben. Es blieb noch die geistige Einheit der Juden, die, über alle Welt zerstreut, von ihren Gastvölkern nur teilweise assimiliert und meist in streng abgeschiedenen Ghettos ihre Eigenart bewahrend, auf die Erscheinung des Messias und die Rückkehr ins Gelobte Land warteten.

Im 4. Jahrhundert wird das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich. Pilger aus allen Ländern besuchen in Palästina die Heiligen Stätten. Mit der Teilung Roms fällt das Land an Byzanz, dessen Herrscher vor allem darauf bedacht sind, das Christentum zu fördern. Im Jahre 639 übergab der Patriarch Saphronius die Schlüssel der Stadt dem Kalifen Omar. Die arabische Besetzung und Islamisierung begann. Auf den Fundamenten des zerstörten Tempels baute Omar den Felsendom. Jerusalem wurde so neben Mekka und Medina zum Wallfahrtsort der Mohammedaner. Im Konzil von Clermont-Ferrant wird im Jahre 1095 die Rückeroberung des Heiligen Landes beschlossen. Vier Jahre später errichten Kreuzritter in Jerusalem einen abendländischen Staat, der nach vorübergehender Rückeroberung seitens der Araber und Wiedererrichtung durch Kaiser Friedrich II. bis zum Jahre 1291 dauert. Von dieser Zeit an regierten die Mamelucken in Palästina.

Nach vorübergehenden Mongoleneinbrüchen beginnt im Jahr 1517 die türkische Herrschaft unter dem Sultanat von Konstantinopel. 1799 versucht Napoleon Bonaparte vergeblich die Festung Akko zu erobern. Das türkische Protektorat wurde erst nach Ende des Ersten Weltkrieges durch das britische Mandat abgelöst. Seit mehr als 1300 Jahren leben die Araber in Palästina, verehren den Propheten Mohammed und gaben dem Land eine bestimmte geistige Gestaltung. In den vergangenen über 4000 Jahren mussten die Juden den größten Teil der Zeit außerhalb des Gelobten Landes verbringen.
Die „Landnahme“ im Jahre 1948, der die zionistische Bewegung vorausging, kann heute getrost als „endgültig“ in den Geschichtsbüchern verankert werden!

Von Rolf von Ameln

Redaktion Israel-Nachrichten.org

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Von am 15/05/2015. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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