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Ein atomhungriger Iran streut uns Sand in die Augen

Generalmajor Amos Yadlin war von 2006-2010 Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes und ist heute Direktor des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien an der Tel Aviv University. Im folgenden Artikel, der am 14. Juli 2015 in der Londoner „Times“ veröffentlicht wurde, äußert er sich über die möglichen Folgen eines Abkommens mit dem Iran.

Ein Abkommen zum Nuklearprogramm zwischen dem Iran und dem Westen, Russland und China wird in den nächsten Tagen öffentlich gemacht werden. Beide Seiten werden von einem Sieg sprechen können, ohne dass es wirkliche Sicherheiten gibt, dass das iranische Programm richtig unschädlich gemacht wurde.

Es gibt drei mögliche Szenarien, auf die die Welt nun zusteuert.

Die erste und optimistischste Variante ist die, dass der Iran sich selbst irgendwie in einen weniger unheilvollen Staat umwandelt und sich konstruktiv in die Staatenfamilie einbringt. Dies könnte ganz natürlich geschehen mit einer moderaten jüngeren Generation an der Macht, mit dem Ableben von verhärteten Altvorderen wie Ajatollah Khamenei und vielleicht durch einige begrenzte Veränderungen am Regime an sich. Leider ist dies sehr unwahrscheinlich.

Das zweite Szenario ist, dass der Iran sich in einigen Jahren entscheiden könnte “aufzustocken” und so seine Verpflichtungen zu brechen, wie Nordkorea dies 2003 tat. Wenn Teheran sich ausrechnet, dass die Früchte dieses Ansatzes die Vergeltung, die es im Westen provozieren würde, überwiegen, dann werden sie ohne Zweifel nach der Bombe streben. Dieses Szenario ist unwahrscheinlich, aber Israel und die internationale Gemeinschaft müssen zu jeder Zeit eine glaubwürdige militärische Option aufrechterhalten um den Iran an der Herstellung einer Atomwaffe zu hindern.

Die dritte und am ehesten wahrscheinliche Option ist die gefährlichste. Hier wird der Iran auf Nummer sicher gehen und sich an das Abkommen, zumindest das geschriebene Wort wenngleich nicht an den Geist, halten, während er abwartet, dass die Restriktionen in einem Jahrzehnt ganz auslaufen. Während er dies tut, wird die Bombe für den Iran durch die Verbesserung seines technologischen Wissens wahrscheinlicher. Unterdessen wird er den Terrorismus und mörderische Regime wie das Baschar al-Assads in Syrien weiter unterstützen und gleichzeitig zur Vernichtung Israels aufrufen.

Das Abkommen und die Beendigung der Sanktionen wird mehr als 100 Milliarden US Dollar in den Iran spülen. Sogar ein Bruchteil dieser Summe wird den Etat der Terroristen wie beispielsweise Assad, Hisbollah und Hamas verdreifachen. Israel wird wachsam bleiben müssen und seine Fähigkeit, den iranischen Aktivitäten zu begegnen, beibehalten.

Amerika und seine europäischen Alliierten sollten sich ebenfalls an das erinnern, was Israel vor langer Zeit gelernt hat. Ein Atomprogramm zu entfernen, ist nicht gleichzusetzen mit Krieg. Die amerikanische Luftwaffe und die Nato besitzen die Kapazität, die iranische nukleare Infrastruktur mit einer verheerenden Kraft zu zerschlagen, und gleichzeitig die iranische Führung abschreckt, die Situation weiter eskalieren zu lassen. Die Ironie ist: Je glaubwürdiger diese Möglichkeit eines Schlages erscheint, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er je eingesetzt wird.

Quelle: Times/Botschaft des Staates Israel

Redaktion Israel-Nachrichten.org

Von am 16/07/2015. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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