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Uri Chanoch ist gestorben

Uri Chanoch, ein Überlebender der KZs Kauen und Dachau und ein unermüdlicher Kämpfer im Namen der Rechte von Holocaust-Überlebenden aus Litauen und anderswo, verstarb am Dienstag im Alter von 87 Jahren.

Uri Chanoch

Uri Chanoch

Geboren in Kowno (Kaunas), Litauen im Jahre 1928, wuchs Uri in einer zionistischen Familie auf. Er war gerade 13, als er und seine Familie 1941 in das Ghetto Kowno deportiert wurden. Dort arbeitete er in einem deutschen Büro, wurde bald von der Untergrundbewegung rekrutiert und riskierte mehrmals sein Leben in dem er Arbeitsgenehmigungen entwendete, die es Juden ermöglichten dem Ghetto zu entkommen.

Er rettete auch das Leben seines 9-jährigen Bruder Dani, den er während einer Aktion gegen die Kinder des Ghettos versteckte. Selbst dann noch, als er von den Deutschen geschlagen wurde gab Uri nicht preis, wo sein Bruder sich versteckte.

In seiner Zeugenaussage an Yad Vashem, sagte er:

„Sie gingen von Haus zu Haus und nahmen die Kinder. Sie verhafteten uns alle, auch meinen Bruder. Ich stand in einem Abstand von etwa 4 Metern und sah, wie der Deutsche ihn festhielt und ich dachte: Jetzt ist er verloren. Meine Gedanken rasten: Aber bevor ich Zeit zum Nachdenken hatte, zog er seinen Arm aus dem Griff des Deutschen und lief fort. In der Zwischenzeit fanden sie heraus, dass er mein Bruder war. Sie zogen mich nackt aus und schrien: Wo hast du deinen Bruder versteckt? Immer und immer und immer wieder. Was sollte ich meiner Mutter sagen? Meine Mutter hatte mir gesagt, ich solle auf ihn aufpassen. Ich müsste ihr in die Augen schauen und sagen, ich habe ihn an die Deutschen verraten? Ich hätte das nicht ertragen. Ich schwieg und sie fuhren fort mich zu schlagen – bis ich ohnmächtig wurde.“

Uris Großeltern, Eltern und Schwestern wurden in Auschwitz und Stutthof ermordet.

Uri, sein Bruder Dani und ihr Vater wurden in das Landsberg-Kaufering Arbeitslager geschickt. Sowohl Dani und sein Vater wurden schließlich nach Auschwitz deportiert.

Im April 1945 wurde Uri auf einen Zug nach Dachau gebracht. Als der Transport bombardiert wurde, war er in der Lage abzuspringen und in den Wald zu fliehen, wo er einige Tage später von den Alliierten befreit wurde.

Nach dem Krieg arbeitete er als Lehrer in Deutschland und Italien, bis zur Einwanderung nach Palästina im Juni 1946, wo er Mitglied des Kibbutz Alonim wurde. Im Jahr 1948 trat er in die israelischen Armee ein und diente bis 1951 als Offizier. Nach seiner Entlassung aus der Armee, arbeitete Uri in mehreren Unternehmen, bis er im Jahr 1961 seine eigene Firma gründete.

Die Liste der Organisationen, denen Uri angehörte ist lang.

Uri Chanoch hinterlässt seine Frau Yehudit, drei Kinder und fünf Enkelkinder und seinen Bruder Dani, den er vor den Nazis gerettet hat.

Sein Andenken soll gesegnet sein.

Redaktion Israel-Nachrichten.org

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Von am 04/09/2015. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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