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Opern-Erlebnisse in Israel

Die Neue Israelische Oper hat ein von aussen und von innen wunderschönes Gebäude im „Zentrum der Künste“ in Tel-Aviv. Doch offenbar zieht es sie – im 30. Jahr ihres Bestehens – immer mehr heraus an andere Wirkungs-Stätten im ganzen Land.

Seit 5 Jahren gastiert sie jeweils in Massada (wir haben darüber berichtet) und seit 2 Jahren gibt es auch in den alten Mauern der historischen Stadt Akko während einigen speziellen Tagen der klassischen Musik Opern oder Konzertante Aufführungen. So wurde dort gerade vor den Feiertagen Mozart’s „Le Nozze di Figaro“ („Figaros Hochzeit“) gespielt. Mit dieser beliebten Oper – in einer klassischen Gastspiel-Produktion mit Solisten, Chor und Orchester der Lithuanischen National-Oper – beginnt auch in weniger als 2 Wochen die neue Saison.

Israel Performing Arts Center in Tel Aviv. Foto: Israeli Opera

Israel Performing Arts Center in Tel Aviv. Foto: Israeli Opera

Nun hat die Neue Israelische Oper kürzlich auch Jerusalem „erobert“, und zwar mit einer herrlich-humorvollen Wiedergabe von Donizetti’s „Der Liebestrank“. Im Sultan’s Pool wurde, mit einem speziellen, grossen Bühnen-Aufbau eine Neu-Adaption von „L’Elisir d’Amore“ wiedergegeben. Die Inszenierung feierte bereits mehrmals im Opernhaus in Tel-Aviv grosse Erfolge und wurde jetzt für die Freilicht-Aufführung leicht abgeändert.
Es fragt sich, warum dieser enorm grosse Aufwand für nur zwei Aufführungen getätigt wird. Und es fragt sich wieder einmal mehr, warum – trotz des Aufbaus einer akkustisch einwandfrei funktionierenden Riesen-Muschel – mit Mikrofonen gesungen werden „muss“. Die Stimmen der zum Teil internationalen Solisten jedenfalls waren stark und tragend und wurden durch die aussen herum fahrenden Autos nicht wirklich gestört. Dass es offenbar nicht möglich ist, mehr Vorstellungen mit Besuchern zu füllen, liegt ziemlich sicher eher an den erheblichen Billett-Preisen. Wären diese reduziert, kämen sicher gerne mehr Zuschauer, um das Erlebnis dieses schönen Events zu geniessen.

Diejenigen, die die eigens aufgebauten Zuschauer-Tribünen füllten, wurden mit einer überaus fröhlichen, „leichtfüssigen“ und einfallsreiche Inszenierung beglückt, die auch ohne die zusätzlichen, auf Riesen-Leinwänden projizierten, Video-Einspielungen begeistert hätte.

Die Sänger bestachen nicht nur durch stimmlich, sondern auch durch schauspielerisch hervorragende Leistungen, starke Präsenz und Ausstrahlung. Das Jerusalem Symphony Orchestra schliesslich war ein beschwingter, präziser und adäquater Begleiter.

Kurz: diese Aufführung ist wirklich ein „Aufsteller“.
Die blinzelnden und lachenden Sonnenblumen-Felder des gelungenen Bühnenbildes bezauberten sicher auch die von oben herabblickenden altehrwürdigen Jerusalemer Stadtmauern.

Die insgesamt gut durchdachte und schmissig umgesetzte Aufführung – selbst mit der Donizetti hinzugedichteten, umwerfend gespielten, Frau des „Liebestrank“-Verkäufers Dulcamara – machte beste Reklame für das Opernhaus in Tel-Aviv und Lust, weiterhin – mit oder ohne Trank – der Liebe zur Oper zu frönen.

Die jetzt anlaufende Saison im schönen Opernhaus in Tel-Aviv bietet auch bei den dramatischeren Stücken des vorgesehenen Spielplans, wie dem „Trovatore“, den „Perlenfischern“, „Macbeth“, „Romeo und Julia“ sowie den heiteren „La Cenerentola“ und „Die Fledermaus“, und einer ganzen Reihe von Gastspielen verschiedenster Ballett-Truppen aus der ganzen Welt, sicher viele spannende, berührende und wohl-gefällige Momente, auf die man sich freuen darf.

Von Ruth Bloch

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Von am 23/10/2015. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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