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Brüssels Oberrabbiner Avraham Guigui: Es gibt keine Zukunft für die Juden in Europa

Die Anschläge des islamischen Staat (ISIS) in Paris, haben sich nicht nur als Weckruf für die französischen, sondern auch für die belgischen Juden erwiesen, erklärte Brüssels Oberrabbiner Avraham Guigui am Montag.

Brüssels Oberrabbiner Avraham Guigui. Foto: Gemeinde

Brüssels Oberrabbiner Avraham Guigui. Foto: Gemeinde

„Es ist die Angst die in den Straßen umgeht“, sagte Guigui in einem Interview mit Israels Radio 103FM. „Die Belgier erkennen jetzt, dass auch sie Ziele des Terrorismus sind.“

„Juden bleiben zu Hause um zu beten. Einige von ihnen planen, das Land zu verlassen“, stellte Guigui fest. „Am Schabbat schlossen sie die Synagogen in der Stadt, was seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen ist. Die Menschen bleiben alleine um zu beten, oder sie richten kleine Versammlungen in Privathäusern ein.“

„Die Schulen sind geschlossen, die Kinos sind geschlossen und auch die großen Geschäfte wurden zum größten Teil geschlossen. Öffentliche Veranstaltungen werden nicht mehr abgehalten,“ fügte er hinzu. „Wir leben in Angst und warten, bis die Polizei oder die Regierung, die Situation aktualisiert. Der Grund für all dies ist, wie die Regierung sagt, dass Terroristen Angriffe durchführen könnten“, sagt Guigui.

Die belgische Polizei hat sich in den letzten zwei Wochen auf den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus eingestellt, nachdem die Terroristen der ISIS in der französischen Hauptstadt Terror- und Selbstmordanschläge verübt haben. Mehrere Terroristen, waren aus Belgien nach Paris gereist.

„Als Juden kennen wir bereits die Situation und wissen, was die Terroristen wollen und wer sie sind“, sagt Rabbi Guigui und gibt zu bedenken, dass der Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel nur über ein Jahr und einen halben Tag her ist.

„Bis heute dachten die Belgier, dass der Terrorismus nur die Juden oder die Polizei bedroht, [aber jetzt] verstehen sie, dass [jeder] Belgier ein Terrorziel oder ein Opfer von Dschihadisten werden kann.“

„Es gibt fünfzigtausend Juden in Belgien“, fuhr Rabbi Guigui fort. „Fünfundzwanzigtausend in Brüssel, achtzehntausend in Antwerpen und der Rest in Charleroi und an anderen Orten.“

Die meisten belgischen Juden, bereiten sich auf die Flucht nach Israel, Kanada und Amerika vor. „Die Menschen erkennen, dass es keine Zukunft für Juden in Europa gibt“, klagte Guigui. „Es gibt auch eine wirtschaftliche Rezession, die junge Menschen dazu verlasst Belgien zu verlassen, nach Israel zu gehen oder an andere Orte der westlichen Welt.“

Rabbi Guigui, spricht aber auch mit Bitterkeit über die Massenauswanderung – vor allem nach Israel.

„Ich glaube, Israel ist wichtig für jeden Juden“, sagte er. „Dies ist etwas, das alle Juden im Laufe der Jahrhunderte angestrebt haben zu erreichen.“

„Aber wir können Europa doch nicht nur aus Angst verlassen“, sagt Rabbi Guigui und stellt fest, dass ein solcher Schritt nur selten zu einer erfolgreichen Integration führt, „denn es bleibt immer das Gefühl, etwas hinter sich gelassen zu haben.“

„Ich verstehe zwar sehr gut die Beweggründe, aber jeder einzelne sollte Aliyah aus Liebe zu Israel machen und nicht aus Angst heraus“, stellte Rabbi Guigui abschließend fest.

Quelle: ArutzSheva7

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Von am 23/11/2015. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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