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The ultimate mission to Israel 14

Ich möchte hier Hintergrundinformationen zu einzelnen Fallbeispielen geben und quasi „aus dem Gerichtssaal“ berichten. Es handelt sich teilweise um Originalunterlagen, deren Benutzung und Veröffentlichung mir ausdrücklich von Shurat HaDin genehmigt wurde.

Über das Vorgehen, wie Shurat HaDin zunächst die Terrorkonten einfrieren liess, um dann entsprechende Gelder zu erstreiten, habe ich bereits in Teil 11 (Briefing Nitsana) berichtet.

Einige Dokumente sprechen für sich selbst und müssen nicht übersetzt werden.

I. Fallbeispiele

1. Gal Eisenmann

Pnina Eisenmann, heute um die vierzig Jahre alt, musste im Jahr 2002 miterleben, wie ihre Tochter Gal und ihre Mutter Noa Opfer eines Terroranschlages in Jerusalem wurden. Heute bringt sie die Kraft auf, über diesen Tag zu berichten, der ihr Leben völlig verändert hat. Sie hat uns am letzten Abend unserer Reise in Jerusalem besucht.

„Sie waren das Wertvollste in meinem Leben, meine Tochter und meine Mutter. Ich weine so viel, ich könnte einen Ozean damit füllen.“ Pnina Eisenmann erzählt, dass ihre Tochter gerade ihren 5. Geburtstag gefeiert hat. „Sie war so ein wunderbares Kind, so hübsch mit ihren blonden Haaren. Sie war sehr intelligent; so sehr, dass ich manchmal Probleme hatte, zu verstehen, was sie wollte. Sie gab für alles so viel Erklärungen ab. Ihre Kindergartentante erzählte mir, dass sie viel zur Entwicklung beitrug. Ich denke, sie alle werden sie sehr vermissen.“

Gal Eisenmann war 5 Jahre alt, als sie zusammen mit ihrer Grossmutter Noa Alon, ihrer Mutter Pnina und ihrem kleinen Bruder von einem Kindergartenkonzert in Efrat nach Hause unterwegs war. Die Familie wohnte und wohnt immer noch in Ma’ale Adumim, einer kleinen Stadt in Judäa. Für den Weg vom Kindergarten zur Bushaltestelle am „French Hill“ in Jerusalem hatten sie einem schusssicheren Wagen benutzt, da jede Fahrt im Jahr 2002 eine akute Gefahr darstellte, Opfer eines Terrorangriffes durch Palästinenser zu werden. An der Bushaltestelle, an der auch immer viele Autostopper standen, wollten sie auf den Vater warten, der sie dort abholen sollte.

Wenige Minuten zuvor war es einem Selbstmordattentäter gelungen, die verstärkten Sicherheitskontrollen zu umgehen, die die Haltenstelle umgaben. Mit zwei Beuteln, voll mit Nagelbomben, näherte er sich der Haltestelle und sprengte sich dort in die Luft. Gal war sofort tot, Noa verstarb einige Tage später im Spital. Pnina und ihr Sohn überlebten verletzt.

Mit Hilfe eines Videos, das beim Konzert aufgenommen worden war, konnten die Leichen identifiziert werden.

Der Prozess ist noch anhängig (2015)

2. Yehonathon Bauer

Yehonathan (Yoni) Bauer, damals sieben Jahre alt, spazierte am 21. März 2002 mit seinem Vater Alan über die King George Street in Jerusalem, als er Opfer eines Selbstmordattentäters wurde, der eine Nagelbombe zur Detonation brachte. Der Vater erlitt mittelschwere Verletzungen durch Schrauben die seinen Arm durchschlugen. Jonathan lag nach der Explosion jammernd mit dem Gesicht zu Boden. Jemand presste ein Handtuch gegen seinen Kopf, das sofort blutdurchtränkt war. Teile der Schädeldecke am Hinterkopf waren zerstört worden, als Schrauben in seinen Kopf eindrangen und das Gehirn teilweise zerstörten. Yoni wurde in ein künstliches Koma versetzt, damit mittels einer Drainage Flüssigkeit aus dem Hirn abfliessen konnte. Yoni war zunächst blind und linksseitig gelähmt. Heute hat er einen Teil seiner Sehfähigkeit wieder zurückgewonnen. Auch die Lähmung hat sich, bis auf eine leichte Gehbehinderung zurückgebildet.

3. Mark Sokolov

Für Mark Sokolov, den Initiator und Namensgeber des Prozesses, ist es nicht der erste Terroranschlag, den er überlebt. Unmittelbar nachdem er von seinem Büro zusah, wie das erste Flugzeug am 11. September 2001 in den ersten der Twin Tower gerast war, verliess er sein Büro im zweiten Turm fluchtartig. Eine Reaktion, die ihm das Leben rettete. Als am 27.01.2002 der Selbstmordattentäter in der Jaffa Road die Bombe an seinem Körper zündete, verbrachte er gerade, gemeinsam mit seiner Familie, den letzten Ferientag in Israel.

„Beim letzten Mal hatte ich viel mehr Glück.“ Bedauerte Mark im Spital in Jerusalem. „Diesmal ist meine ganze Familie betroffen.“ Er und einige Familienmitglieder wurden beim Bombenattentat am letzten Sonntag in Jerusalem leicht verwundet.

Er war gemeinsam mit seiner Frau Rena und zwei ihrer drei Töchter zu Besuch bei der ältesten Tochter, die in Jerusalem studiert. Unmittelbar vor dem Heimflug wollten sie noch Schuhe einkaufen. „Wir sind gerade aus dem Schuhladen hinausgegangen, als ich diesen Knall hörte. Ich hörte ihn und spürte ihn, es war ein richtiges Bumm! Irgendwie irreal. Eine Menge Leute waren sofort da, um zu helfen. Ich wurde in eine Ambulanz gesetzt. Ich erinnere mich, dass ich sofort wieder ausstieg, um zu schauen, ob meine Familie ok war. Aber ich konnte sie nirgendwo finden.“

Rena hatte einen komplizierten Beinbruch erlitten und muss einige Monate im Liegegips verbringen. Das Auge von Jamie war durch Glassplitter verletzt worden, ob und wieviel sie je wieder sehen wird können, ist noch unklar. Die Verletzungen von Mark und seiner zweiten Tochter werden als leicht eingestuft.

4. Shayna Gould

Die damals 19 Jahre alte Studentin steht an der Bushaltestelle in Jerusalem und telefoniert mit ihrer Freundin in London. Sie hat von ihren Eltern das Flugticket nach London als Geschenk erhalten. Gemeinsam machen sie Pläne, was sie während des Besuches von Shayna alles unternehmen wollen.

Plötzlich bricht das Gespräch ab. Und da war dieses schreckliche Geräusch. Eine Kugel hatte ihre Brust durchschlagen und ihre Lunge verletzt.

Der ganze Gehweg ist voll mit Blut. Ein ekelerregender Geruch vermischt sich mit dem des Regens. Menschen versuchen, sich gegenseitig tränenüberströmt zu beruhigen. Shayna nimmt das Schreien, die Panik und die Sirenen gar nicht wahr. Bis sie in die Ambulanz des „Roten Magen David“ geschoben wird, hat sie beängstigend viel Blut verloren und ist in kritischem Zustand.

Sie hat nicht mehr viel Zeit und Shai, der Fahrer der Ambulanz weiss das. Er rast durch die engen Strassen von Jerusalem, dann trifft er eine Entscheidung, die wahrscheinlich Shaynas Leben gerettet hat. Er ruft seine Frau an, die an diesem Nachmittag Dienst im Krankenhaus hat. Er bittet sie, entgegen allen Krankenhausregeln, den OP Raum sofort vorzubereiten und das übliche Prozedere, wie Schock – und Traumabehandlung nicht durchzuführen.

Auf dem OP Tisch hört Shayna auf zu atmen. Ihr Herz bleibt stehen. Sie hat kein Blut mehr, um den Herzschlag aufrecht zu erhalten.

Der Vater wird später sagen, dass man seine Tochter erst wieder mit Blut auffüllen musste, um sie dann wiederbeleben zu können.

Lesen Sie den ganzen Artikel auf dem Blog

von Esther Scheiner

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Von am 18/12/2015. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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