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Der israelische Film und sein Streben nach dem begehrten Oscar

Im Jahr 2012 wurde der Film „5 broken camaras“ für den Oscar im Genre „Bester Dokumentarfilm“ nominiert, ging aber letztlich ohne den begehrten Preis nach Hause. Schon damals war auffallend, dass die Palästinenser den Film für sich reklamierten, obwohl er bestenfalls als Kooperation zwischen Israelis und Palästinensern gelten kann, der noch dazu vom Israelischen Ministerium für Kultur mitfinanziert wurde.

Einer der jungen Hauptdarsteller, mit dessen Geburt der Film beginnt, reiste sogar eigens nach Hollywood. Der Film wurde sowohl von palästinensischer Seite (für die Kooperation mit Israel) als auch von israelischen Aktivisten heftig kritisiert. Bei den Kameras handelt es sich übrigens um die, die von israelfeindlichen israelischen NGOs wie B’tselem an die regelmässig demonstrierenden Bürger der beteiligten Dörfer verteilt worden sind.

Ein Jahr später, 2013 wurde der Film „Gatekeepers“ mit dem unglücklich gewählten deutschen Namen „Töte zuerst“ im gleichen Genre für den Oscar nominiert. Sechs ehemaligen Chefs des israelischen Inlandsgeheimdienstes „Shin Bet“ berichten, mehr oder weniger unverstellt über die Arbeit dieser Behörde.

Der im Film immer wieder angetönte Vorwurf der Folter, mit der Aussagen erzwungen werden sollen, wird als rechtswidrig, und rein taktisch hingestellt. Inhaltlich deckt der Film den Zeitraum vom Sechs-Tage-Krieg bis zur Ermordung Rabins ab. In zahlreichen Foren und Kommentaren wird der Film heute immer wieder als Beweis für einen teilweisen rechtlosen und gewalttätigen Staat Israel herangezogen. Ein cinematografischer Bärendienst!

Szenenbild Israelischer Film "Ave Maria"

Szenenbild Israelischer Film „Ave Maria“

In diesem Jahr wird ein ganz anderer Film auf den Weg geschickt, die begehrte Oscar Figur nach Israel zu bringen. Im Genre „Bester Kurzfilm“ wurde der rein israelische Film „Ave Maria“ nominiert, eine 100% israelische Produktion, die zwar im Westjordanland gedreht wurde, und mit Dialogen in Ivrith und Arabisch zweisprachig ist. Seltsamerweise ist als Herkunftsland trotzdem Palästina angeführt.

Die Geschichte verspricht echt lustige Szenen: Unmittelbar vor Schabbat Eingang gibt das Uraltvehikel eines frommen Siedlerpaares den Geist auf. Zu weit entfernt von daheim, um zu laufen. Bis sie herausgefunden haben, dass ganz in der Nähe ein kleines Nonnenkloster liegt, ist die Zeit um, in der sie mit dem Handy noch hätten Hilfe holen können. Es bleibt ihnen nichts übrig, als im Kloster für eine Nacht um Asyl zu bitten. Es wird ihnen gewährt. Und dann treffen zwei Welten aufeinander: hier die frommen Siedler, die sich der Diktatur der strikten Regeln für den Schabbat unterworfen haben und dort die frommen Nonnen, die sich dem freiwilligen Schweigen unterworfen haben.

Hier ein Trailer des Films:

Von Esther Scheiner

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Von am 18/01/2016. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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