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Weltdschihad im Blickpunkt: Der IS versucht seine Dominanz in Ostsyrien mit konzentrierten Abschreckungsaktionen zu halten

In Syrien und im Irak blieb der IS in der vergangenen Woche an den verschiedenen Kampfschauplätzen unter Druck, wobei es nicht zu nennenswerten Verschiebungen kam. Der IS versucht seinen verschiedenen Feinden mit Guerillataktik zuzusetzen – durch intensiven Einsatz von Selbstmordattentätern und militärische Initiativen in Deir Ez-Zur (einer Stadt, die sich im Zentrum des IS-Herrschaftsbereich befindet und in deren Umkreis auch die syrische Armee präsent ist). Bei den dortigen Kämpfen verübte der IS ein Massaker an Dorfbewohnern nordwestlich von Deir Ez-Zur (280 Tote), um Angst und Schrecken unter seinen Feinden zu verbreiten und zur Abschreckung, um die Lokalbevölkerung von der Zusammenarbeit mit dem syrischen Regime abzuhalten.

ISIS Terroristen. Foto: Screenshot

ISIS Terroristen. Foto: Screenshot

Während sich der IS in Syrien und Irak strategisch in der Defensive befindet, behält er in anderen Ländern die Initiative: In Libyen dauern die Angriffe des IS auf Ölanlagen an, in der indonesischen Hauptstadt Jakarta verübte der IS (zum ersten Mal) eine Reihe von kombinierten Terroranschlägen (mit Schusswaffen und Handgranaten gleichzeitig an verschiedenen Orten; 17 Tote). Auch Al-Qaida und ihr nahestehende Terrororganisationen verüben weitere spektakuläre Terroranschläge mit großem Medieneffekt. In der vergangenen Woche ereigneten sich Terroranschläge mit Schusswaffen und Geiselnahmen im westafrikanischen Burkina Faso (etwa 28 Tote, zumeist ausländische Staatsbürger). Zwischen dem IS und Al-Qaida scheint sich ein Wettstreit um die Verübung von Terroranschlägen anzubahnen, indem weitere Staaten mit niedrigem Sicherheitsniveau (Westafrika und Südostasien) als neue Aktionsschauplätze hinzukommen.

 Bemerkenswert ist der Umstand, dass der Al-Qaida-Anführer, Aiman Az-Zawahiri, in einer seiner letzten Wortmeldungen vertieft auf Südostasien, besonders auf Indonesien, Malaysia und die Philippinen einging. Diese Region sei wie andere Weltregionen reif für islamische Kämpfer, sagte er.

Angriffe der USA und anderer Staaten der Anti-ISKoalition

Diese Woche dauerten die Luftangriffe der USA und anderer Staaten der Anti-ISKoalition gegen Ziele des IS an. Es wurden Dutzende von Angriffen mit Kampfflugzeugen, Bombern und Drohnen geflogen. Nachfolgend eine Zusammenstellung der wichtigsten Angriffseinsätze (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums):

  • In Syrien konzentrierten sich die Angriffe auf die Regionen Al-Hasakah, Ain Issa, Abu Kamal, Deir Ez-Zur, Manbij, Tel Abyad, Marea und Ar-Raqqah. Dabei wurden unter anderem taktische Einheiten des IS, Kampfstellungen, Gebäude, Fahrzeuge, Aktivisten und Erdölförderanlagen getroffen.
  • Im Irak wurden vor allem folgende Regionen angegriffen: Kisik, Mosul, Ramadi, Sultan Abdallah, Hit, Sinjar, Tal Afar, Baiji und Habbaniyah. Dabei wurden unter anderem taktische Einheiten des IS, Bunker, Tunnels, Kampfstellungen, Kommandozentralen, Waffenlager, Tanklastwagen und Gefechtsstände getroffen.
  • Das amerikanische Verteidigungsministerium veröffentlichte Videobilder, auf denen der Angriff auf ein Gebäude bei Mosul dokumentiert wird, in dem der IS eine große Menge Bargeld gelagert hatte (Website des amerikanischen Verteidigungsministeriums, 17. Januar 2016).1

Amerikanische Äußerungen

Der amerikanische Verteidigungsminister, Ashton Carter, äußerte sich neulich zu den Zielen und der Vorgehensweise der USA in ihrem Kampf gegen den IS. Zunächst konzentriere man sich darauf, die „Krebsgeschwüre“ im Irak und in Syrien zu bekämpfen, d.h. die Machtzentren des IS im syrischen Ar-Raqqah und im irakischen Mosul. Als nächstes gehe man gegen die „Metastasen“ im Nahen Osten vor und danach gehe es darum, die USA von innen zu schützen. Die bisherigen Erfolge im Kampf gegen den IS schildernd, betonte Carter die Notwendigkeit, lokale Kräfte zu unterstützen, die die Hauptlast des Krieges trügen. Er kritisierte zudem den Iran und Russland, die sich mit der Unterstützung von Bashar Assad „in diesem Krieg auf der falschen Seite befinden“ (The New York Times, 13. Januar 2016).

 Der ehemalige Chef der CIA, Michael Morell, sagte in einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des amerikanischen Senats, der IS werde immer stärker und sei zu einer bedeutenden strategischen Gefahr für die USA und die europäischen Staaten geworden. Die Popularität des IS habe viel rascher zugenommen als seinerzeit jene der Al-Qaida, und er umfasse derzeit Aktivisten aus zwanzig verschiedenen Ländern. Die Organisation habe ihre Fähigkeit bewiesen, Ziele in Europa anzugreifen, und sehr wahrscheinlich, arbeite er auch daran, ähnliche Anschläge auch auf amerikanischem Boden auszuführen, so Morell. Eine hochrangige amerikanische Geheimdienstquelle schätzt, dass im Verlaufe des vergangenen Jahres (2015) mehr als 36.000 ausländische Aktivisten aus mindestens zwanzig Staaten in den Irak und nach Syrien geströmt sind. Das sei fast das Doppelte der Schätzungen für 2014, was zeige, dass der IS trotz der Verluste bei den Kämpfen am Boden und durch die Luftangriffe ein militärisch schlagkräftiger Faktor geblieben sei, dem sich immer mehr Aktivisten anschlössen (Fox News, 14. Januar 2016).

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 28/01/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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