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Litauen will die Namen von 1000 mutmaßlichen Holocaust-Tätern veröffentlichen

Nach der Veröffentlichung eines bahnbrechenden Buches über lokale Komplizenschaften mit den Nazis während des Holocaust in Litauen, will ein Landesmuseum für Völkermord eine Liste von 1.000 mutmaßlichen Tätern veröffentlichen.

Am 25 nach anderen Aussagen am 27 Juni kam es im Hof der Litukis Garage in Kowno zu einer der unzähligen Übergriffe auf jüdische Menschen. Foto: Bildquelle DÖW

Am 25 nach anderen Aussagen am 27 Juni kam es im Hof der Litukis Garage in Kowno zu einer der unzähligen Übergriffe auf jüdische Menschen. Foto: Bildquelle DÖW

Terese Birute Burauskaite, die Leiterin des Genocide, Widerstand und Forschungszentrum in Vilnius sagte, ihre Institution würde in diesem Jahr versuchen ein Buch zu veröffentlichen „mit mehr als 1.000 litauischen Einwohnern, die mit dem Holocaust verbunden sind“, berichtet die Nachrichten-Website Delfi.lt am Dienstag.

Burauskaite, machte die Aussage in einem Interview über die Ergebnisse eines Buches mit dem Titel „Musiskiai“, dass letzte Woche veröffentlicht wurde. Co-Autoren des Buches sind der israelische Nazi-Jäger Efraim Zuroff und Ruta Vanagaite, eine lokale Autorin.

Vanagaite, begann mit der Erforschung des Holocaust nach der Entdeckung, dass die Mitglieder ihrer eigenen Familie eine Rolle bei der Ermordung von Juden während des Genozids spielten. Seit der Veröffentlichung des Buches, konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Medien auf die umstrittene Frage der lokalen Komplizenschaft mit der deutschen Besatzung.

Im Jahr 2012 gab das Museum der Regierung eine Liste mit 2055 Namen von vermeintlichen Tätern, sagte Vanagaite im Delfi Interview. Aber ihre Angaben wurden weder veröffentlicht, noch machte man den Versuch, über die betroffenen Personen zu recherchieren.

Rimantas Vaitkus, der Stellvertreter des Ministers für Bildung, sagte Delfi: „Wir wissen nicht, ob wir eine solche Liste überhaupt haben“ und erklärte, dass die Liste bisher im Völkermord-Center lagerte. Aber Burauskaite, die Direktorin des Zentrums sagte, ihre Organisation habe die Liste mit der Regierung diskutiert.

Laut Zuroff, wurde die Liste im Jahr 2012 kurzzeitig auf der Website des Museums veröffentlicht, aber nach 24 Stunden wieder offline genommen.

Das Buch von Zuroff – der Direktor des Simon Wiesenthal Center in Israel ist – und von Vanagaite, ist eine Chronik ihre Reise im letzten Sommer in Litauen, wo sie mit Menschen sprachen die Zeugen wurden, als Einheimische Juden töteten. Innerhalb von zwei Tagen nach der Veröffentlichung am 26. Januar, wurden 2.500 Exemplare des Buches verkauft.

Mehr als 95 Prozent der 220.000 Juden die während des Holocaust in Litauen lebten, wurden von den Nazis und örtlichen Nazi-Kollaborateuren ermordet. Einige der Täter wurden in Litauen als Nationalhelden gefeiert, für ihren Widerstand gegen die russische Herrschaft über das Land.

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Von am 02/02/2016. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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