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Der Weltdschihad im Blickpunkt (28. Januar – 3. Februar 2016)

Im Mittelpunkt der Ereignisse der vergangenen Woche stand ein mehrstufiger Selbstmordanschlag in der Nähe des Al-Set Zaynab-Schreins, einer heiligen Stätte der Schiiten südlich von Damaskus. Dabei wurden fast 70 Menschen getötet. Der IS übernahm die Verantwortung für den Anschlag, bei dem zuerst eine Autobombe zur Explosion gebracht wurde und sich anschließend zwei Selbstmordattentäter mit Sprenggürteln in die Luft sprengten. Das Attentat ist ein Schlag für das Ansehen des Iran und der Hisbollah, die sich auf ihre Funktion als Schutzmächte der Schiiten und der schiitischen Heiligtümer berufen, um ihr militärisches Engagement inSyrien zu legitimieren.

Während das syrische Regime und Oppositionsvertreter in Genf Gespräche über eine Beendigung des Bürgerkrieges in Syrien aufnahmen, ging der „Kampfalltag“ im Irak und in Syrien ohne nennenswerte Verschiebungen an den Fronten weiter. In Syrien festigt die syrische Armee ihre Kontrolle über das Gebiet östlich und nordöstlich von Aleppo weiter; in Deir Ez-Zur und Umgebung dauern die Kämpfe zwischen den Regimetruppen und dem IS an. Im Irak setzt die irakische Armee ihre Säuberungsanstrengungen in Ramadi fort, bis jetzt ohne durchschlagenden Erfolg.

Gleichzeitig dauern die Terror- und Guerillaaktivitäten der IS-Ableger in weiteren arabischen Ländern an: Auf der Sinaihalbinsel dauerte die intensive Guerillatätigkeit, vor allem das Bombenlegen an. In Algerien bekannte sich der IS zu einem Bombenanschlag gegen eine algerische Militäreinheit östlich der Hauptstadt. In Libyen führte eine IS-Einheit auf Geländefahrzeugen einen Überfall in einer Ölförderzone aus. Im Jemen bekannte sich der IS zu einem Autobombenanschlag in der Nähe des Präsidentenpalasts, und in Saudi-Arabien sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einer schiitischen Moschee im Osten des Landes in die Luft (bislang ist unbekannt, welcher Organisation er angehörte, aber vermutlich handelte es sich um einen IS-Aktivisten.

Angriffe der USA und anderer Länder der Anti-ISKoalition

In der vergangenen Woche setzten die USA und die anderen Staaten der Anti-ISKoalition ihre Angriffe auf IS-Ziele fort. Kampfflugzeuge, Bomber und Drohnen flogen Dutzende von Kampfeinsätzen. Im Irak konzentrierten sich die Angriffe auf Ramadi und Umgebung, in Syrien auf Al-Hasakah und Ar-Raqqah. Nachfolgend die Luftangriffe der vergangenen Woche im Überblick (laut amerikanischem Verteidigungsministerium):
• In Syrien konzentrierten sich die Angriffe auf die folgenden Regionen: AlHasakah, Manbij, Palmyra und Ain Issa. Dabei wurden unter anderem Kommandaturen, IS-Aktivisten, Gebäude, Fahrzeuge, Kampfstellungen und eine Anlage zur Herstellung von improvisierten Sprengstoffen getroffen.
• Bei den Angriffen im Irak standen folgende Regionen im Mittelpunkt: As’ad, Hawija, Habbaniyah, Mosul, Ramadi, Sinjar, Hit, Bagdad und Kirkuk. Unter anderem wurden dabei Gebäude, Aktivisten, Artilleriegeschütze, Kommunikationsmittel, von IS-Aktivisten genutzte Routen, Fahrzeuge (inkl. mit Sprengstoff präparierte), Bunker und Kampfstellungen getroffen.

Die USA

Der amerikanische Verteidigungsminister, Ashton Carter, sagte, auf Anweisung des Präsidenten, Barack Obama, werde die USA ihre Aktivitäten in Syrien und im Irak intensivieren, um die Bekämpfung des IS zu beschleunigen. Damit werde die Befreiung von Mosul und Ar-Raqqah noch in diesem Jahr angestrebt. Es handelt sich um die beiden größten Städte im Irak und in Syrien, die sich derzeit in der Hand des IS- befinden (NRP, 29. Januar 2016).

Die Niederlande

Der niederländische Premierminister, Mark Rutte, kündigte eine Ausweitung der Aktivitäten der holländischen Luftwaffe im Rahmen der internationalen Anti-ISKoalition an. Kampfflugzeuge der niederländischen Luftwaffe würden nun bis zum 1. Juli 2016 auch Ziele in Syrien angreifen, sagte Rutte. Bislang wurden die vier niederländischen F-16-Kampfflugzeuge nur im Irak eingesetzt (Reuters, 29. Januar 2016). Die USA begrüßten den Beschluss der niederländischen Regierung.

Russland

Im Verlaufe der vergangenen Woche griff die russische Luftwaffe mehrere Ziele in der Provinz Aleppo, vor allem um die Städte Jarabulus, Marea, Manbij und A’zaz nördlich von Aleppo, an. Weitere Angriffe richteten sich gegen Ziele in den Regionen Hama, Idlib, Homs, Daraa, Ar-Raqqah und Latakia. Der russische Verteidigungsminister erklärte, in der vergangenen Woche habe die russische Luftwaffe 468 Kampfeinsätze in Syrien ausgeführt und dabei 1.354 Terrorziele angegriffen.

Die türkische Regierung behauptete, am 29. Januar 2016 sei erneut ein russisches Flugzeug in den türkischen Luftraum eingedrungen, und forderte Russland auf, das türkische Hoheitsgebiet zu respektieren (Sky News; Al Jazeera, 29. Januar 2016). Das türkische Außenministerium erklärte, der russische Pilot sei vor dem Eindringen in den türkischen Luftraum wiederholt auf Englisch und Russisch gewarnt worden (Website des türkischen Außenministeriums, 29. Januar 2016).

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 08/02/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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