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Österreich: Mauthausener Holocaust-Überlebende dürfen Verbrecher genannt werden

Die Staatsanwaltschaft in einer österreichischen Stadt bekräftigt die NS-Logik indem sie sich weigert die Autoren von einem Zeitschriftenartikel anzuklagen, die Holocaust-Überlebende als Mörder und Verbrecher bezeichneten, sagte der Präsident der Wiener jüdischen Gemeinde.

KL Mauthausen, Insassen nach der Befreiung. Foto: US Army/Archiv

KL Mauthausen, Insassen nach der Befreiung. Foto: US Army/Archiv

Oskar Deutsch, gab die Erklärung am Montag ab nachdem die Staatsanwaltschaft in der österreichischen Stadt Graz eine Strafanzeige wegen der Veröffentlichung eines Artikels eingestellt hat. In der Juli-August-Ausgabe der Zeitschrift Aula, die mit der Rechtsradikalen Partei FPÖ assoziiert ist, hatten die Autoren einen Artikel mit dem Titel „Mauthausen, Massenmörder freigelassen“ veröffentlicht.

Das Justizministerium in Österreich überprüft nun den Fall nach der Einreichung von Anfragen an das Parlament, über die Entscheidung der Grazer Staatsanwaltschaft.

Mauthausen war ein Konzentrationslager der Nazis, dass im Jahre 1938 gebaut wurde und in dem 119.000 Menschen, darunter 38.120 Juden durch Zwangsarbeit und medizinische Experimente getötet wurden.

„Nach den Grazer Staatsanwälten, muss die Nazi-Logik in Österreich fortgesetzt werden“, sagte Deutsch nach der Entscheidung die Verantwortlichen für den Artikel nicht zu verfolgen. Deutsch fügte hinzu, der Artikel sei eine „abscheuliche Umkehrung der Rollen“ in dem „die Opfer und nicht die Täter als Massenmörder bezeichnet werden.“

Nach dem Yad Vashem Holocaust-Museum in Jerusalem, diente Mauthausen im gesamten Jahr 1938 als Gefängnis für gewöhnliche Kriminelle. Aber im Jahr 1939 wurde es erweitert, sowohl als Konzentrationslager und Tötungszentrum für politische und ideologische Gegner. Der erste Transport von Juden, kam im Jahr 1941 aus den Niederlanden in Mauthausen an.

Gegenüber der Tageszeitung „Der Standard“, bestätigte das Büro der Grazer Staatsanwaltschaft die Einstellung der Ermittlungen gegen das Blatt Aula und sagte, es sei „verständlich, dass die Freisetzung von mehreren tausend Menschen aus dem Konzentrationslager Mauthausen, ein Ärgernis für die betroffenen Gebiete in Österreich dargestellt hätten“ und es sei „unbestritten“, dass „Gesetzesbrecher unter den Insassen waren.“

Beitrag des Österreichischen Fernsehen ZIB2:

Christian Pilnacek, ein hochrangiger Beamter des Justizministeriums sagte, der in Aula veröffentlichte Artikel sei „unmöglich und unmenschlich“ und die Entscheidung der Staatsanwaltschaft die Urheber nicht zu verfolgen, sei falsch. Er sagte aber nicht, welche Maßnahmen, wenn überhaupt, das Ministerium über die Angelegenheit zu unternehmen gedenkt.

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Von am 09/02/2016. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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