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Der Weltdschihad im Blickpunkt (11.-17. Februar 2016)

Diese Woche dauerte die Offensive der syrischen Armee mit massiver russischer Luftunterstützung im Raum nördlich von Aleppo an. Die syrische Armee war an einigen Orten siegreich und konnte den Korridor zwischen der Stadt Aleppo und den schiitischen Ortschaften Nubl und Zahraa erweitern. Gleichzeitig eroberten kurdische Kräfte die (nördlich von Nubl gelegene) Stadt Tall Rifat und bewegen sich nun auf die Stadt Azaz zu (die nur 4 Km südlich eines Grenzübergangs zur Türkei liegt) – und drohen damit, den nördlichen Teil der Achse von Aleppo zur türkischen Grenze zu kontrollieren.

Die kurdischen Erfolge wecken den Argwohn der Türkei. Die türkische Armee beschoss die kurdischen Einheiten bei deren Einmarsch in Tal Rifat mit Artilleriegranaten. Der türkische Premierminister erklärte, sein Land werde alles in seiner Macht Stehende tun, um den Fall der (von syrischen Rebellen gehaltenen) Stadt Azaz an die Kurden zu verhindern. Angesichts der Spannungen zwischen der Türkei und den Kurden versuchten die USA beschwichtigend zu intervenieren und riefen die Türkei dazu auf, das Artilleriefeuer einzustellen. Die Türkei brachte ihrerseits erneut den Vorschlag ins Spiel, eine „Pufferzone“ auf syrischem Gebiet einzurichten, die insbesondere verhindern soll, dass die kurdischen Kräfte die türkische Grenze erreichen und sich die kurdische Enklave von Afrin ostwärts ausbreitet.

Die Außenminister der USA und Russlands sowie der UN-Delegierte für Syrien erklärten zum Abschluss einer Konferenz der Internationalen Syrien-Kontaktgruppe, es sei eine Feuerpause vereinbart worden, um humanitäre Hilfsgüterlieferungen an die syrische Bevölkerung zu ermöglichen. Die russische Seite meinte jedoch einschränkend, das Abkommen schließe die dschihadistischen Gruppierungen, besonders die Al-Nusra-Front und den IS, nicht ein. Diese Interpretation verringert die Erfolgsaussichten des Abkommens und gibt den syrischen Regimetruppen einen Vorwand, ihre Angriffe mit russischer Luftunterstützung in Nordsyrien fortzusetzen und so territoriale Fakten zu schaffen.

Angriffe der USA und anderer Länder der Anti-IS-Koalition

Diese Woche dauerten die Luftangriffe der USA und der anderen Länder der Anti-ISKoalition auf Ziele des IS an. Kampfflugzeuge, Bomber und Drohnen flogen Dutzende von Kampfeinsätzen. Nachfolgend eine Übersicht der Angriffseinsätze (laut Angaben des amerikanischen Verteidigungsministeriums):

• In Syrien konzentrierten sich die Angriffe auf folgende Regionen: Manbij, Marea, Ar-Raqqah, Abu Kamal und Deir Ez-Zur. Unter anderem wurden Aktivisten, Kampfstellungen und Fahrzeuge angegriffen. Die Koalitionsstreitkräfte hielten sich diese Woche vom Raum Aleppo fern, wo intensive Aktivitäten der russischen Luftwaffe zur Unterstützung der Offensive der syrischen Regimetruppen stattfanden.

• Im Irak standen folgende Regionen im Mittelpunkt der Angriffe: Habbaniyah, Kisik, Mosul, Sinjar, Sultan Abdullah, Albu Hayat, Kirkuk, Ramadi, Baghdadi and Fallujah. Dabei wurden unter anderem Stellungen des IS, Artilleriebatterien, Fahrzeuge, inkl. mit Sprengstoff beladene, Schießstellungen, Truppensammelplätze und Straßensperren getroffen.

Aufruf zum Waffenstillstand um humanitäre Hilfe zu ermöglichen

Am 11. und 12. Februar 2016 trat in München die Internationale Syrien-Kontaktgruppe (ISSG) unter Teilnahme von über dreißig Staatsoberhäuptern und mehr als sechzig Außenministern aus aller Welt zusammen. An der abschließenden Pressekonferenz im Beisein von US-Außenminister, John Kerry, dem russischen Außenminister, Sergej Lawrow, und dem UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, wurde eine Waffenruhe ausgerufen, die innerhalb einer Woche in Kraft treten sollte, um humanitäre Hilfslieferungen an die syrische Bevölkerung in verschiedenen Kampfzonen zu ermöglichen.

Die Außenminister Kerry und Lawrow betonten, sämtliche Staaten der Internationalen Syrien-Kontaktgruppe würden zur Umsetzung der Waffenruhe beitragen und fügten hinzu, dass man Kontakt mit den verschiedenen Gruppierungen in Syrien aufnehmen werde, um die Maßnahme zu ermöglichen. Einschränkend meinte Lawrow, russische Flugzeuge würden weiterhin gegen den IS und andere dschihadistische Gruppierungen, darunter auch die Al-Nusra-Front, vorgehen, die vom Waffenstillstand ausgenommen seien (Tass; RT, 12. Februar 2016).

Der Standpunkt des IS zum Waffenstillstand

Der IS wies den erklärten Waffenstillstand umgehend zurück und veröffentlichte ein Videoclip mit dem Titel „Der schmutzige Deal“, in dem er die syrischen Oppositionsgruppen beschuldigte, Syrien dem Regime in Damaskus und dem Westen „verkauft“ zu haben. Diese Gruppierungen seien Teil einer „Verschwörung“ des syrischen Regimes und des Westens, deren Ziel die Zerstörung des IS sei. Am Ende des Clips werden IS-Aktivisten aus aller Welt aufgerufen, nach Syrien zu kommen, um dem vom IS errichteten „Staat“ beizustehen (Akhbar Dawlat Al-Khilafah, 14. Februar 2016).

Saudi-Arabien und die Golfstaaten

Saudi-arabische Quellen berichteten, Saudi-Arabien und ihre Verbündeten bereiteten sich auf eine Offensive gegen den IS vor. Der türkische Außenminister sagte, Saudi-Arabien werde Flugzeuge in die Türkei verlegen, um die Luftoperation gegen den IS zu erweitern. Am 14. Februar 2016 teilte Brigadegeneral Ahmed Al-Asisi, der Militärberater des saudischen Verteidigungsministers, mit, die Flugzeuge der saudiarabischen Luftwaffe und die Besatzungen seien bereits auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik im Süden der Türkei stationiert. Er fügte hinzu, dass sich auf jenem Luftwaffenstützpunkt keine saudi-arabischen Bodentruppen aufhielten und meinte, Saudi-Arabien sei der Bekämpfung des IS in Ar-Raqqah und Umgebung verpflichtet. Überdies bekräftigte er, Saudi-Arabien handle im Rahmen der internationalen Koalition (Al-Arabiya, 14. Februar 2016).

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 22/02/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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