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Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (2. – 8. März 2016)

Die palästinensische Terrorwelle dauert an, wenn auch mit schwankender Intensität. In der vergangenen Woche wurden Messerstechattacken, Autoanschläge und auch Attentate mit Schusswaffen am Nablustor in der Jerusalemer Altstadt, an der Gush Etzion-Kreuzung (Brennpunkte des Terrors), im Jordantal und in Samaria verübt. Zudem kam es in Judäa, Samaria und Jerusalem erneut zu Unruhen, Steinwürfen und Anschlägen mit MolotowCocktails.

Das ägyptische Regime lastet der Hamas weiterhin Beihilfe zum Terror und Beteiligung an Destabilisierungsversuchen in Ägypten an. Diese Woche beschuldigte der ägyptische Innenminister die Hamas, die Muslimbruderschaft bei der Ermordung des ägyptischen Generalstaatsanwalts Hisham Barakat unterstützt zu haben (Juni 2015). Die Hamas wies die Anschuldigungen zurück, die Fatah äußerte sich zustimmend.

Ein dschihadistischer Aktivist aus Gaza, der in den Reihen des IS in Syrien kämpft, kritisierte die angebliche Zusammenarbeit zwischen dem IS-Ableger im Sinai und der Hamas, die nach seinen Worten Dschihadisten im Gazastreifen unterdrücken, scharf. Die umfangreiche Zusammenarbeit soll den Waffenschmuggel nach Gaza, die Waffenherstellung durch die Hamas, logistische Hilfe der Hamas und Besuche hochrangiger IS-Aktivisten im Gazastreifen umfassen.

Terroranschläge/Anschlagsversuche in der vergangenen Woche

8. März 2016 – Messerstechattacke: Eine Palästinenserin näherte sich einer Gruppe von Grenzpolizisten, die an der Hagai-Straße in der Nähe des Nablustors in Jerusalem (wo sich in letzter Zeit zahlreiche Anschläge ereigneten) mit Bewachungsaufgaben beschäftigt war, zog ein Messer hervor und versuchte, die Soldaten niederzustechen. Diese eröffneten das Feuer und verletzten die Attentäterin schwer. Später erlag sie ihren Verletzungen. Es handelte sich um Fadwa Abu Tir (51) aus dem Viertel Umm Tuba im Süden von Jerusalem.

4. März 2016 – Autoanschlag: Eine Palästinenserin fuhr mit ihrem Auto an der Gush Etzion-Kreuzung auf einen Gehsteig auf und versuchte einen Soldaten zu überfahren. Darauf eröffnete eine Armeepatrouile, die sich an der Kreuzung aufhielt, das Feuer auf die Attentäterin und tötete sie. Der angefahrene Soldat erlitt leichte Verletzungen. Im Fahrzeug der Attentäterin wurde auch ein Messer gefunden.

• Palästinensischen Medienberichten zufolge handelte es sich bei der Palästinenserin um Amani Husni Jowad Sabatin (34) aus dem Dorf Husan westlich von Betlehem. Amani Husni Jowad Sabatin war verheiratet und hatte vier Kinder. Ihr Ehemann arbeitete als Bauarbeiter in Israel. Die älteste Tochter erzählte, ihre Mutter habe die Nachrichten verfolgt und das Schicksal der palästinensischen “Märtyrer” und das Verhalten der Israelis besonders auf dem Tempelberg und an anderen Orten in Jerusalem habe ihr stark zugesetzt. Am Tag vor dem Attentat habe die Mutter Kekse gebacken und ihr gesagt, sie solle davon am Freitag essen (Palinfo, 4.März 2016). In einem Interview mit israelischen Medien behaupteten Angehörige der Attentäterin, es habe sich nicht um einen Anschlag gehandelt

• Mahmoud Abbas sandte den Einwohnern von Husan und der Familie von Sabatin ein Beileidschreiben. Das Schreiben wurde über die Vertretung der Palästinensischen Autonomiebehörde in Jordanien versandt (Facebook-Seite Betlehem Al-Hadath, 6. März 2016). Es ist unklar, weshalb dieser Versandkanal gewählt wurde. Möglicherweise leben einige Familienangehörige der Frau in Jordanien. Die Hamas in Betlehem veröffentlichte ihrerseits eine Traueranzeige (Facebook-Seite der Hamas in Nablus, 4. März 2016).

3. März 2016 – Messerstechattacke: Eine junge Palästinenserin stach auf der Verbindungsstraße 90 in der Nähe des Dorfes Al-Auja einen Polizisten nieder, der gerade beschäftigt war, den Verkehr zu regeln, nachdem ein Baum auf die Straße gefallen war. Der Polizist wurde leicht an der Schulter verletzt. Die Messerstecherin wurde festgenommen und dem Verhör zugeführt. Es handelt sich um Hudaya Ibrahim Arinat (14) (Facebook-Seite Quds; Facebook-Seite PALDF, 3. März 2016).

3. März 2016 – Schusswaffenattentat: Ein Polizeifahrzeug wurde bei der RehalimKreuzung (östlich von Ariel) aus dem Hinterhalt beschossen. Dabei kam niemand zu Schaden. Das Fahrzeug wies Einschusslöcher auf.

2. März 2016: Zwei mit Stöcken bewaffnete Palästinenser drangen in das Dorf Eli Shomron ein und versteckten sich bei einem Hauseingang. Als ein Mann aus dem Haus kam, wurde er von ihnen angegriffen. Der Angegriffene wehrte sich, worauf die Angreifer die Flucht ergriffen und sich im Hinterhof einer Mikweh (rituelles Bad) in der Gemeinde versteckten. Eine israelische Militärpatrouille stieß bei der Durchsuchung des Orts auf die beiden und tötete sie. In der Nähe des Tatorts wurde auch ein Messer und eine improvisierte Handfeuerwaffe gefunden.

• Palästinensischen Medienberichten zufolge handelte es sich um Labib Khaldoun Anwar A’zem und Mohammed Hashem Ali Zaghlawan (beide 17) aus dem Dorf Karyut südlich von Nablus. Die beiden waren gute Freunde und gingen zusammen aufs Gymnasium im Dorf. In der Nacht bevor sie zu ihrer Aktion aufbrachen verrichteten sie zusammen das Abendgebet in der Moschee und kehrten nicht mehr nach Hause zurück. Labib Khaldoun Anwar A’zem war nach seinem Onkel benannt, der sich 1995 als Selbstmordattentäter in einem Linienbus in der israelischen Stadt Ramat Gan in die Luft sprengte (Palinfo, 2. März 2016).

• Die Hamas veröffentlichte eine Trauerbotschaft zum „Tod der beiden Mitglieder der Bewegung, die bei einem heroischen Messerstechangriff in Eli Shomron ums Leben kamen“ (Facebook-Seite PALDF, 3. März 2016). Die beiden Attentäter wurden gemäß dem Wunsch, den sie einem Testament hinterlassen hatten, gemeinsam in ihrem Dorf Karyut beigesetzt (Facebook-Seite PALDF, 3. März 2016).

• Die Facebook-Seiten der beiden, die nicht besonders aktiv geführt wurden, zeigen, dass sie sich mit der Hamas identifizierten. Sie posteten zahlreiche Bilder, die militärische Aktivitäten der Hamas im Gazastreifen dokumentierten. Zudem vermitteln ihre Facebook-Seiten den Eindruck, dass sie religiös waren.

2. März 2016 – Messerstechattacke: Zwei Palästinenser kamen auf einen israelischen Armeeposten in der Gemeinde Har Braha bei Nablus zu, stachen auf zwei Soldaten ein und flüchteten. Die zwei angegriffenen Soldaten wurden leicht bis mittelschwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Hamas-Sprecher Husam Badran begrüßte die Tat und kündigte für die nächsten Tage “zahlreiche Überraschungen“ an. Die nächste Stufe der Jerusalem-Intifada werde den jüdischen Siedlern Angst einflössen und sie ihrer Sicherheit berauben (Website der Hamas, 3. März 2016).

Demonstrationen, Zusammenstöße und Unruhen

Parallel zu den Anschlägen dauerten auch die Demonstrationen, Protestmärsche, Unruhen, Steinwürfe sowie die Angriffe mit Molotow-Cocktails und Rohrbomben in Judäa, Samaria und Jerusalem an. Zudem kam es an einigen der bekannten Reibungspunkte zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Nachfolgend eine Zusammenstellung erwähnenswerter Ereignisse:
• 8. März 2016 – Eine Palästinenserin weckte am Übergang Qalandia den Verdacht der israelischen Sicherheitskräfte. Bei der Überprüfung der Frau wurde ein Messer in ihrer Tasche gefunden. Beim Verhör gab sie zu, einen Anschlag geplant zu haben.

• 7. März 2016 – Eine Touristengruppe wurde in der Nähe des Löwentors der Jerusalemer Altstadt mit Steinen beworfen. Dabei wurde eine Touristin leicht verletzt.

• 7. März 2016 – Eine Palästinenserin wurde an einer Straßensperre bei Abu Dis von Grenzschutzsoldaten festgehalten und überprüft, nachdem sie den Verdacht der Soldaten geweckt hatte. In ihrer Tasche wurde ein Messer gefunden. Die Palästinenserin gab an, die Absicht gehabt zu haben, israelische Soldaten anzugreifen (Polizeisprecherin, 7.März 2016).

• 6. März 2016 – Ein israelischer Armeeposten bei der Rahel-Grabstätte wurde mit mehreren Rohrbomben beworfen. Dabei wurde niemand verletzt.

• 5. März 2016 – Ein Palästinenser wurde beim Grab der Patriarchen in Hebron festgenommen, nachdem bei ihm ein Messer gefunden wurde. Palästinensische Medien meldeten die Verhaftung von Rami Izzat Qandahi (19) aus Ramallah (Facebook-Seite PALDF, 5. März 2016).

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 11/03/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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