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Der Weltdschihad im Blickpunkt (10. – 16. März 2016)

Die Ereignisse der Woche im Überblick

Der Waffenstillstand in Syrien, der in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 2016 in Kraft trat, hält nun bereits seit 3 Wochen nach dem bereits bekannten Muster: Deutlicher Rückgang der Feindseligkeiten, lokale Waffenstillstandsverletzungen ohne weitreichende Folgen und fortdauernde Luftangriffe Russlands und der Anti-IS-Koalition unter Führung der USA gegen den IS und andere Organisationen, für die der Waffenstillstand nicht gilt. Die Offensive der syrischen Armee zur Rückeroberung der Stadt Palmyra dauert an. Die syrischen Regimetruppen haben mit russischer Luftunterstützung strategisch wichtige Positionen in der Nähe der Stadt erobert, vermutlich als Vorbereitung für den Sturm auf die Stadt und die Vertreibung des IS aus der Region.

Am 5. Jahrestag des Ausbruchs des syrischen Bürgerkrieges und am Vorabend der Eröffnung neuer Syrienverhandlungen in Genf hat der russische Präsident Putin in einer dramatischen Erklärung einen
sofortigen Teilabzug der russischen Truppen aus Syrien angekündigt (der Abzug begann faktisch am 15. März 2016, einen Tag nach Putins Erklärung). Noch ist unklar, was Russland zu diesem überraschenden Schritt bewegt hat, was er politisch bezweckt, in welchem Umfang russische Truppen in Syrien verbleiben und in welcher Form die Russen in Syrien aktiv bleiben werden.

Das russische Regime hat in seinen Erklärungen, die Errungenschaften der siebenmonatigen russischen Militärintervention in Syrien hervorgehoben. Doch die Realität ist komplexer als die russische (und syrische) Propaganda vermuten lässt: Die Bilanz der russischen Intervention zeigt, dass sie der syrischen Armee ermöglicht hat, sich zu stabilisieren und sogar einige territoriale Erfolge an verschiedenen wichtigen Frontabschnitten zu erringen (im Raum Aleppo, östlich von Homs und im Süden des Landes). Doch die Vorstöße der syrischen Regimetruppen an den verschiedenen Fronten sind alles andere als abgeschlossen. Die territoriale Machtbasis und das militärische Rückgrat des IS bleiben unangetastet, und die anderen Rebellenorganisationen, darunter die Al-Nusra-Front, konnten ihre Machtbereiche bislang auch weitgehend halten und bedrohen (z.B. vom Raum Idlib aus) weiterhin Gebiete, die für das syrische Regime überlebenswichtig sind.

Angesichts dieser Sachlage sind wir der Auffassung, dass der russische Schritt Risiken für das syrische Regime birgt. Vor allem könnte er die Vorstöße der syrischen Armee bremsen, die durch die russische Unterstützung erst ermöglicht wurden, und das Selbstvertrauen und die Motivation des IS, der Al-Nusra-Front und weiterer Rebellenorganisation stärken. Die Situation in Syrien ist auch nach fünf Jahren Krieg weit von einer Entscheidung entfernt, und die Entwicklung könnte wieder kehren wie es bereits in der Vergangenheit geschah.

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 21/03/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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