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Report: Erziehung zu Hass und Gewalt im palästinensischen Erziehungssystem Teil 2

Aktivitäten der Studentenorganisationen der Hamas und des Islamischen Dschihad – Palästina an der Rudolf Walther-Schule in Deir El-Balah

Der sogenannte Islamische Block, die Studentenfraktion der Hamas, vergab am 17. Februar 2016 Preise an ausgezeichnete Schüler (Facebook-Seite der Rudolf WaltherGrundschule für Jungen, 17. Februar 2016). Am 18. Februar 2016 veranstaltete die “Islamische Vereinigung” (Al-Rabita Al-Islamiya), die Studentenfraktion des Islamischen Dschihad – Palästina, „Kulturaktivitäten“ und Wettbewerbe für die Schüler (Website AlRabita Al-Islamiya, 18. Februar 2016).

Die Schule empfängt regelmäßig religiöse Vertreter und politische Propagandisten, um die Indoktrinierung der Schüler zu vertiefen. In diesem Rahmen besuchte der Prediger Sheikh Yassin Abu Rajuan2 die Schule und hielt dort eine religiöse Predigt vor den versammelten Schülern (Facebook-Seite der Rudolf Walther-Grundschule für Jungen, 24. März 2016). Am 27. Februar 2016 startete die Schule eine Woche der Pflege „islamischer Werte“ im Alltag. Die Aktivitäten wurden in Zusammenarbeit mit dem „Islamischen Block“ der Hamas durchgeführt (Facebook-Seite der Rudolf WaltherGrundschule für Jungen, 27. Februar 2016). Zudem empfing die Schule den Prediger Sheikh Ibrahim Darwish, Beauftragter für die Heiligen Stätte im mittleren Abschnitt des Gazastreifens. Auf einer weiteren Facebook-Seite der Schule sind Bilder eines Besuchs der politischen Kommission des von der Hamas geführten Innenministeriums im Gazastreifen zu sehen, die einen Vortrag vor versammelten Oberstufenschülern halten. Die „islamischen Werte“, die den Schülern vermittelt werden, beruhen auf dem radikalen Islam, der von der Hamas vertreten wird, deren ideologische Wurzeln in der Muslimbruderschaft begründet sind.

Paramilitärisches Training der Hamas auf dem Schulgelände

Paramilitärische Ausbildung in der Rudolf Walther-Schule in Deir El-Balah im Gazastreifen.

Paramilitärische Ausbildung in der Rudolf Walther-Schule in Deir El-Balah im Gazastreifen.

Die Rudolf Walther-High School für Jungen ist auf einer Liste aufgeführt, die das von der Hamas kontrollierte Erziehungsministerium im Gazastreifen im Januar 2014 veröffentlichte. Die Liste umfasst die Namen von 46 Schulen, an denen sogenannte „Al Fatwa“- Ausbildungslager (Al-Fatwa für „Heldentum“, „Jugend“) in Zusammenarbeit mit dem (ebenfalls von der Hamas dominierten) Innenministerium stattfanden.

Bereits im April 2013 fanden auf dem Gelände der Rudolf Walther-High School für Jungen paramilitärische Trainingseinheiten im Rahmen des „Al-Fatwa“-Projekts statt (ähnliche Übungen dürften auch in den Folgejahren stattgefunden haben). Die Schule veröffentlichte ein Videoclip, in dem Schüler bei Körperübungen, beim Drill, beim Hantieren mit Waffen sowie beim Zerlegen und Zusammensetzen von Waffen zu sehen sind. Der Clip wurde auf youtube hochgeladen (am 12. April 2013).

Aktivitäten zur Stärkung des ideologischen Bewusstseins in der Rudolf Walther-Schule

In der Rudolf Walther-Schule finden auch von der Hamas inspirierte Aktivitäten zur Förderung des ideologischen Bewusstseins statt, die den Zweck verfolgen, den Hass auf Israel und dessen Symbole bei den Heranwachsenden zu vertiefen. Zu diesem Zweck werden verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, wie etwa der „Tag der Erde“3. Neulich wurde der „Tag der Erde“ an der Schule mit einer Aufführung begangen, in der Schulkinder israelische Soldaten spielten, die einen greisen Palästinenser angreifen. Zudem wurde eigens eine Graffiti-Wand hergerichtet, auf der ein israelischer Soldat dargestellt ist, der palästinensische Kinder bedroht (Facebook-Seite der Rudolf Walther Grundschule für Jungen, 31. März 2016).

Die Verbindungen der Schule mit Deutschland

Rudolf Walther, der das Geld für den Bau der Schule spendete, wurde 1932 in Hanau als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Seit den sechziger Jahren besitzt er eine Möbelfirma, die mittlerweile zu den größten Deutschlands gehört und heute mehr als tausend Mitarbeiter in mehreren Fabriken in ganz Deutschland beschäftigt. Ende der achtziger Jahre übertrug er die Unternehmensleitung seinem Sohn und widmet sich seit dann der Hilfe für bedürftige Kinder. In diesem Rahmen unterstützt er Projekte der Kinderhilfe in Guatemala, Rumänien, Polen, Bosnien etc. Im Rahmen seiner Tätigkeit für notleidende Kinder legte Rudolf Walther 1996 zusammen mit Suha Arafat den Grundstein für eine Schule für 1.440 Schüler im Gazastreifen. Er plante damals die Errichtung einer weiteren Schule in Ostjerusalem (cosmos.ucc.ie), doch wir fanden keine Bestätigung dafür, dass er diesen Plan auch umgesetzt hat.

Es ist unklar, ob die Rudolf Walther-Schule in Deir El-Balah die einzige öffentliche palästinensische Schule ist, die von deutschen Spendengeldern finanziert wurde, doch bekannt ist, dass Deutschland die Schulen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) unterstützt. So etwa unterzeichnete die UNRWA im März 2012 ein Abkommen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), einer deutschen Förderbank, die weltweit wirtschaftliche und soziale Projekte finanziert, wonach die Bank drei Millionen Euro für den Bau neuer Schulen im Gazastreifen bereitstellen sollte (Reliefweb.int, 22. März 2016). Der deutsche Bundesminister des Auswärtigen, Frank-Walter Steinmeier, besuchte auf seiner Nahostreise im Juni 2015 auch den Gazastreifen, wo er an der Einweihung einer UNRWA-Schule teilnahm, die mit deutscher Finanzierung gebaut wurde (Wallab, 1.Juni 2015).

Den 1. Teil der Reportage können Sie hier lesen…

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 10/04/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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