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Der Weltdschihad im Blickpunkt (31. März – 6. April 2016)

Die Ereignisse der Woche Im Überblick

Die Reihe von Niederlagen des “Islamischen Staates” in Syrien und im Irak hält an: Diese Woche fiel die Stadt Al-Qaryatayn südöstlich von Homs an die syrische Armee. Deren Rückeroberung (nach der Rückeroberung Palmyras) ermöglichte der syrischen Armee, die Verbindungsstraße Damaskus-Homs wiederzueröffnen, und das Regime in Damaskus beherrscht nun ein zusammenhängendes Gebiet im Raum östlich von Homs. Die Regimetruppen und ihre Verbündeten bereiten sich nun auf die endgültige Säuberung des Raumes Aleppo und die Rückeroberung der Stadt vor. Derweil brachte die irakische Armee im Irak die Stadt Hit am Euphrat wieder unter ihre Kontrolle und hat damit einen weiteren Schritt zur Säuberung der sunnitischen Provinz Al-Anbar getan.

Dem IS gelingt es nicht, die Reihe von Niederlagen zu stoppen und geht stattdessen mit Terror- und Guerillaoperationen gegen seine verschiedenen Feinde vor. Unter anderem ereigneten sich diese Woche Selbstmordanschläge gegen schiitische Ziele im Raum Bagdad. Gleichzeitig lancierte der IS über seine Medienkanäle und über ihm nahestehende Aktivisten eine Drohkampagne gegen westliche Länder (besonders gegen Deutschland) und auch gegen Russland und selbst gegen Israel. Unter Ausnutzung des Abschreckungseffekts der Anschläge von Brüssel versucht der IS damit, seine Feinde von weiteren Angriffen abzuhalten. Dabei ist davon auszugehen, dass je mehr der Druck auf den IS in Syrien und im Irak zunimmt, desto stärker er motiviert sein könnte, seine Drohungen wahrzumachen.

Die Waffenstillstandsvereinbarung

Der Waffenstillstand in Syrien geht in die sechste Woche und wird nach dem Muster eingehalten, das sich in den letzten Wochen eingespielt hat. Die russische Koordinationszentrale auf dem Militärstützpunkt Hmeymim berichtete im Verlaufe der Woche über durchschnittlich rund acht Waffenstillstandsverletzungen pro Tag (ähnlich wie in der Vorwoche). Zudem gab die Zentrale bekannt, dass die Waffenstillstandsvereinbarung auf zwei weitere Dörfer ausgeweitet werden konnte, wodurch sie nun 53 Ortschaften und 44 Gruppierungen umfasst (Website des russischen Verteidigungsministeriums, eng.mil.ru, 4. April 2016).

Der russische Außenminister, Sergej Lavrov, sprach mit seinem amerikanischen Amtskollegen, John Kerry, am Telefon über mögliche Schritte zur Festigung der Waffenruhe in Syrien. Lavrov betonte, die syrisch-türkische Grenze müsse hermetisch abgeriegelt werden, um die Einreise von Terroraktivisten aus der Türkei zu verhindern (AlArabiya, 1. April 2016; Sputnik, 2. April 2016). Der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums sagte, das Assad-Regime bleibe der größte Waffenstillstandsbrecher.

Die internationale Kampagne gegen den IS

Die von den USA geführte internationale Anti-IS-Koalition setzte ihre Angriffe im Irak und in Syrien gegen Ziele des IS und weitere Terrororganisationen, die nicht Teil des Waffenstillstandsabkommens sind, fort. Im Verlaufe der Woche führten die Luftwaffen der Koalitionsstaaten Dutzende von Luftangriffen aus, überwiegend im Irak und besonders in den Regionen Hit, Sinjar und Mosul, aber auch in Syrien, dort besonders in Ar-Raqqah und im Raum Aleppo (Website des amerikanischen Außenministeriums).

Das Zentralkommando der Streitkräfte der Vereinigten Staaten gab bekannt, aufgrund erhöhter Terrorgefahr in der Türkei sei beschlossen worden, zivile Angehörige des USMilitärpersonals, das im Südosten der Türkei stationiert sei, darunter auch auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik, zu evakuieren. Demnach betrifft diese Maßnahme keine Soldaten mit Kampfaufgaben und hat keinen Einfluss auf die Aktivitäten gegen den IS von der Türkei aus. Parallel dazu veröffentlichte das amerikanische Außenministerium eine Reisewarnung für den Südosten der Türkei (World Tribune, 4. April 2016). Dieser Schritt der amerikanischen Regierung dürfte vor dem Hintergrund der steigenden Bedrohung durch den Terror in der Türkei erfolgt sein.

Der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der US-Streitkräfte, Joseph Dunford, sagte, die Angriffe der internationalen Koalition auf den IS seien effizienter geworden. Dies sei darauf zurückzuführen, dass sich die nachrichtendienstliche Situation und die militärischen Fähigkeiten der von den USA unterstützten Kräfte in Syrien und im Irak verbessert hätten. Die Angriffe richteten sich gezielt gegen IS-Kämpfer und ihre Anführer sowie gegen die wirtschaftlichen Kapazitäten des IS. Zudem würden mit den Luftangriffen kämpfende Einheiten in Syrien und im Irak unterstützt, sagte Dunford (Defence News, 29. März 2016). Bei einer anderen Gelegenheit bemerkte er, eine der größten Herausforderungen sei der Aufbau einer syrisch-arabischen Streitmacht zur Bekämpfung des IS. Bei dieser Aufgabe werde auch auf die Türkei Rücksicht genommen, die gegen die Beteiligung kurdischer Kämpfer und arabischer Komponenten an einer internationalen Koalition gegen den IS sei (Sputnik, 29. März 2016).

Das russische Engagement im syrischen Bürgerkrieg

Diese Woche verbrachte Russland fünf Tonnen humanitäre Hilfsgüter in die Provinz Homs, auf die sich der Kampf gegen den IS in den letzten Wochen konzentrierte (Sputnik, 4. April 2016). Zudem nahm Russland 2.000 syrische Flüchtlinge aus Aleppo auf. Die Flüchtlinge wurden vorübergehend in der Stadt Noginsk bei Moskau untergebracht, wo sie das Aufenthaltsrecht erhalten sollen, das ihnen Zugang zum Gesundheits- und Erziehungswesen verschafft (Sputnik, 3. April 2016).

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 11/04/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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