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Nachrichten vom Terror und vom israelisch-palästinensischen Konflikt (17.-23. August 2016)

Im Mittelpunkt der Ereignisse der vergangenen Woche stand der Einschlag einer Rakete in der Stadt Sderot. Eine dschihadistisch-salafistische Gruppierung und die Volksfront für die Befreiung Palästinas bekannten sich (separat) zum Raketenbeschuss. Daraufhin griff die israelische Luftwaffe Infrastrukturanlagen und andere Ziele der Hamas und des Islamischen Dschihad Palästina an. Die Luftangriffe waren verglichen mit früheren Vergeltungsschlägen auf den Beschuss israelischen Gebiets durch Raketen seit der Operation „Fels in der Brandung“ ungewöhnlich scharf sowohl im Umfang als auch was deren Härte anbetraf.

Israel und die Hamas stellten klar, man wolle keine Eskalation: Ein hoher israelischer Offizier erklärte, der Angriff sei ungewöhnlich im Ausmaß, „es bestehe aber keine Absicht, eine Eskalation herbeizuführen“ (Haaretz, 23. August 2016). Hamas-Sprecher verurteilten Israel für den Versuch, „neue Gleichgewichte zu schaffen“, die Hamas sei aber dem Waffenstillstand verpflichtet. Andererseits werde die Hamas „“deutlich reagieren“, wenn die Angriffe andauerten.

Raketenbeschuss israelischen Territoriums

In den Mittagsstunden des 21. August 2016 wurde ein Raketeneinschlag in der südisraelischen Stadt Sderot registriert. Die Rakete ging zwischen zwei Wohnhäusern nieder. Damit war zum dritten Mal seit der Operation „Fels in der Brandung“ eine Rakete in der Stadt Sderot eingeschlagen. Niemand wurde verletzt und es entstand kein Sachschaden. Eine dschihadistisch-salafistische Gruppierung, die Aknaf Beit Al-Makdis genannt wird, übernahm die Verantwortung für den Beschuss. Gleichzeitig bekannte sich auch die Volksfront für die Befreiung Palästinas zur Tat. Das geht unter anderem aus einer Mitteilung hervor, die dem Hungerstreik von Bilal Khayed, einem in Israel inhaftierten Mitglied der Volksfront, gewidmet ist[1] (Twitter-Account Ghaza Al’an, 21. August 2016).

Als Reaktion auf den Raketenbeschuss griff die israelische Luftwaffe in mehreren Wellen Infrastrukturanlagen und andere Ziele der Hamas im Gazastreifen an. Zudem wurden auch Ziele des islamischen Dschihad Palästina angegriffen. Überdies bombardierte die israelische Armee Ziele der Hamas in Bet Hanoun (im nördlichen Gazastreifen). Die Angriffe waren verglichen mit früheren Vergeltungsschlägen auf den Beschuss israelischen Gebiets durch Raketen seit der Operation „Fels in der Brandung“ ungewöhnlich scharf, sowohl im Umfang als auch was deren Härte anbetraf. Insgesamt wurden etwa 50 Angriffe geflogen. Laut palästinensischen Berichten wurden unter anderem Stellungen, Tunnels und Beobachtungspunkte bombardiert. Dabei soll es, diversen Berichten zufolge, mehrere Verletzte gegeben haben, einige Personen stünden zudem unter Schock (Twitter-Konti von lokalen Einwohnern, 22. August 2016).

Hochrangige Hamas-Vertreter verurteilten die israelischen Vergeltungsschläge, stellten jedoch klar, dass die Hamas nicht beabsichtige, eine Eskalation herbeizuführen: Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri,sagte, die Verantwortung für die mögliche Eskalation der Lage im Gazastreifen liege bei Israel. Israel führe seine Aggressionen gegen den Gazastreifen und das palästinensische Volk fort und „versuche, neue Gleichgewichte im Gazastreifen zu schaffen“ (Website der Hamas, 22. August 2016). Das Hamas-Führungsmitglied Mahmoud Al-Azhar erklärte, die Hamas sei dem Waffenstillstand verpflichtet, solange Israel den Gazastreifen nicht angreife, doch wenn die Angriffe andauerten, werde die Hamas deutlich reagieren (Qudsnet, 22. August 2016). Das Hamas-Führungsmitglied Saleh Al-Bardawil machte Israel für die Möglichkeit einer Eskalation verantwortlich (Quds Press, 22. August 2016). Hamas-Aktivisten verurteilten auf ihren persönlichen Seiten in den sozialen Netzwerken die Verantwortlichen für den Beschuss Israels mit Raketen und riefen dazu auf, sie festzunehmen und vor Hamas-Militärgerichte zu stellen (Safa, 21. August 2016).

Gewalttätige Aktivitäten an der Grenzsperranlage

Am 20. August 2016 näherten sich palästinensische Jugendliche im Gazastreifen der Grenzsperranlage östlich der Stadt Gaza und des Flüchtlingslagers Al-Burej und bewarfen eine israelische Militärpatrouille, die sich in der Nähe der Grenzsperranlage aufhielt, mit Steinen. Die israelische Militäreinheit reagierte mit Mitteln, die zur Auflösung von Menschenansammlungen eingesetzt werden. Laut palästinensischen Berichten wurden bei den Zwischenfällen fünf Menschen verletzt (PNN, 20. August 2016).

Demonstrationen, Zusammenstöße und Unruhen

In der vergangenen Woche dauerte die Unruhen in Jerusalem sowie in Judäa und Samaria an. Zudem ereigneten sich Angriffe mit Steinen, Molotov-Cocktails und Rohrbomben, und es kam auch zu Schusszwischenfällen mit leichten Schusswaffen. Nachfolgend eine Auswahl herausragender Zwischenfälle:

22. August 2016 – In der Nacht vom 22. auf den 23. August 2016 begaben sich einige Dutzend Pilger illegal auf das Gelände des Joseph-Grabes bei Nablus. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Palästinensern, die die Pilger mit Steinen bewarfen. Herbeigerufene Polizeikräfte brachten die Pilger in Sicherheit (Presseabteilung der Polizei, Distrikt Judäa und Samaria, 23. August 2016). Ein 17-jähriger Junge wurde leicht verletzt, als Steine einen Bus in der Nähe des Joseph-Grabes trafen (Presseabteilung des Magen David Adom, 22. August 2016).

21. August 2016 – Eine Einheit der israelischen Armee, die im Flüchtlingslager Al-Far’a bei Nablus operierte, wurde mit sechs Rohrbomben beworfen. Die Einheit eröffnete das Feuer, worauf ein Palästinenser am Oberkörper verletzt wurde (Facebook-Seite Red Alert, 21. August 2016).

21. August 2016 – Fahrzeuge mit israelischen Insassen wurden rund fünf Kilometer nördlich von Mehola in der Jordansenke mit Steinen beworfen. Ein Fahrer versuchte den Steinen auszuweichen und überfuhr mit seinem Fahrzeug einen der flüchtenden Steinewerfer (Facebook-Seite Red Alert, 21. August 2016).

20. August 2016 – Palästinenser attackierten einen Streifenwagen an einer Straßenkreuzung bei Hebron. Dabei wurde niemand verletzt und es entstand kein Sachschaden. Ein Polizist eröffnete das Feuer, worauf die Angreifer flüchteten (Facebook-Seite Red Alert, 20. August 2016).

20. August 2016 – Ein Fahrzeug, das auf der Husan-Umfahrungsstraße (die Straße nach Beitar westlich von Betlehem) unterwegs war, wurde mit Steinen beworfen. Einer der Insassen erlitt leichte Verletzungen. Zudem wurde das Fahrzeug beschädigt (Hatzalah Judäa und Samaria, 20. August 2016).

16. August 2016 – Im Flüchtlingslager Al-Fawwar (Südhebron) ereigneten sich Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften, die vor Ort operierten. Bei den Zusammenstößen kam ein 17-jähriger Jugendlicher ums Leben und etwa 20 Palästinenser wurden verletzt. Der Premierminister der Einheitsregierung, Rami Hamdallah, stattete der Familie des Getöteten einen Kondolenzbesuch ab (PNN, Facebook-Seite Shihab, 17. August 2016; Wafa, 19. August 2016). Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri verurteilte die israelischen Operationen im Flüchtlingslager und betonte, diese „Verbrechen“ würden den Geist des palästinensischen Volkes nicht brechen (Hamas-Website, 16.August 2016).

Anklage gegen einen Einwohner von Jerusalem, der Gelder für die Hamas transferierte

Gegen Saif Al-Din Abd Al-Nab (39) aus Jerusalem wurde Anklage erhoben. Laut Klageschrift unterhielt er jahrelang Kontakte zum Hamas-Aktivisten Zakaria Najib, der in der Vergangenheit eine Haftstrafe absaß und freigelassen wurde. Die beiden trafen sich in der Türkei anlässlich einer Geschäftsreise von Saif Al-Din Abd Al-Nab. Dabei bat Najib sein Gegenüber, Gelder nach Israel mitzunehmen und sie im Namen der Hamas an Familien von Gefallenen und Sicherheitshäftlingen zu verteilen. Nach diesem Treffen und bis zur Verhaftung von Saif Al-Din Abd Al-Nab kam es bei seinen Geschäftsreisen in der Türkei zu weiteren Treffen der beiden Männer. Bei diesen Gelegenheiten wurden Saif Al-Din Abd Al-Nab Geldbeträge von insgesamt 25.000 US-Dollar ausgehändigt, die er auf seinem Körper versteckt nach Israel mitnahm und seinen Bestimmungen übergab.

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 28/08/2016. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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