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Wie im Reich des Adolf Hitler die Frau und Mutter für dumm verkauft wurde

Die „National Zeitung“ titelt auf Seite vier in der Ausgabe vom 18. Mai 1935 in großen Lettern: Die Welt der Frau.

Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink. Foto: Archiv/RvAmeln

Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink. Foto: Archiv/RvAmeln

Frauen erleben die Ausstellung „Frau und Volk“: Die Eindrücke einer Mutter und einer Berufstätigen von der Ausstellung – Besinnliches aus einer Unterhaltung. Bei der Eröffnung der ersten Reichsausstellung des Deutschen Frauenwerks dieser Art forderte unsere Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink alle Besucherinnen auf, denen die Ausstellung gefällt, die Gedanken, die sie daraus mitnehmen, weiterzutragen. Aber auch die, denen die Schau nicht gefallen hat, rief sie auf, den Mut und die Kraft zu haben, hier bessere Wege zu weisen und nicht hintenherum zu schimpfen.

Darum wollen wir heute zwei Frauen, mit denen wir auf einen Besuch der Ausstellung zusammentrafen, von ihren Erlebnissen der Ausstellung sprechen zu lassen. Es werden noch viele Frauen nicht nur aus den Nachbargauen Düsseldorfs, sondern aus den weitesten Gauen ganz Deutschlands kommen, die ein ähnliches oder gleiches Erlebnis mit heimnehmen. Und wenn alle die Besucherinnen nur diesen einen Beweis zum Kraftbewußtsein und das Bekenntnis zur eigenen deutschen Art erleben, dann hat die Ausstellung ihr Ziel erreicht.

Ich beobachte schon eine ganze Weile zwei Frauen, wie sie von Bild zu Bild, von Stand zu Stand, von Halle zu Halle gehen, sich hin und wieder eifrig unterhaltend, dann wieder ganz still sich in die Darstellung vertiefend. So kommen sie jetzt in die große Gau-Halle des kulturellen Teils der Ausstellung, wo ich mich ihnen unbeachtet anschließe und später auf einer der Ruhebänke mit ihnen eine Unterhaltung suche. Auf meine Frage, was sie von der Ausstellung für ihren Lebenskreis mit nach Hause nehmen, geht zuerst die ältere der beiden Frauen ein: „Das ist eine schwere und doch eigentlich eine ganz einfache Frage. Was nehme ich von dieser Ueberzahl von Eindrücken mit, die jetzt noch alle so stark und neu sind, mit nach Hause?

Ich glaube, es ist zuerst ein ganz großes Gefühl, die Liebe zu Deutschland, zum deutschen Volk, die Liebe zum Leben und damit den festen unbedingten Willen und die Kraft, diesem neuen, nationalsozialistischen Deutschland zu dienen, wie ich ihm als Frau und Mutter dienen kann. Und das scheint mir das Wertvollste an dieser Ausstellung zu sein, daß sie, wie mir, sicher auch noch vielen anderen Frauen und Müttern mit diesem erhabenen Gefühl zugleich die vielen kleinen und großen Wege zeigt, die zur Erfüllung dieses Willens führen. Denn was nützt uns der Wille und Glaube allein, wenn wir nicht recht wissen, wie sie in die Tat umgesetzt, sich auswirken können.“

Sie geht in Gedanken noch einmal durch die einzelnen Hallen, ohne daß wir sie dabei mit vielen Fragen stören und hören ihr weiter zu: „Ich muß gestehen“, sagt sie, „daß auch mir manchmal Zweifel aufgekommen sind, ob es überhaupt möglich wäre, alle Frauen unter einer Führung zusammenzuschließen. Daß es aber möglich ist, kann ich als Gewißheit mitnehmen! Noch leuchten mir die NS-Frauenschaftsfahnen beim Eintritt in die Halle 1 entgegen, die auf der Rückseite das Zeichen einer der Frauengruppen und Bünde tragen, die sich an der Entwicklung der deutschen Frauenarbeit betätigt und inzwischen sich in das Deutsche Frauenwerk zu gemeinsamer Arbeit eingegliedert haben.

Wenn man aber den Reichsorganisationsplan und den Stand 16 mit den Arbeitsgebieten der NS-Frauenschaft bis zum 30. Januar 1933 gesehen hat, dann bleiben keine Zweifel an der selbstverständlichen Führung des Deutschen Frauenwerks durch die NS-Frauenschaft. Diese Tatsache aber sagt mir, daß dies allein der Weg sein kann, der zum deutschen Volk führt. Sehen Sie, – das sind die beiden seelischen Grundwerte, die ich mit heimnehme. Und jetzt, nachdem ich mich hierüber ausgesprochen habe, muß ich Ihnen eigentlich für Ihre Fragen danken, denn erst jetzt begreife ich selbst so ganz den Sinn der Ausstellung. Das ist aber noch lange nicht alles, was ich zu sagen habe.

Zeitung: Die Welt der Frau. Foto: Archiv/RvAmeln

Zeitung: Die Welt der Frau. Foto: Archiv/RvAmeln

Ich weiß nicht, ob sie verstehen, daß man als Mutter diese Eindrücke noch viel intensiver erlebt. so bleiben für mich z.B. die gezeigten Bilder und Statistiken in den einzelnen Abteilungen nicht nur Bild- oder Wortdruck, sondern ich sehe und erlebe selbst, wie z.B. die Arbeiterin früher in vollkommen verschmutzten und verkommenen Räumen hat arbeiten müssen und wie heute dagegen durch den Weckruf „Schönheit und Arbeit“ der Arbeiterin eine saubere und schöne Arbeitsstätte geschaffen wird. Wenn ich auch nie in einer Fabrik mit schaffender Hand gestanden habe, so wird in mir durch die Schau der Deutschen Arbeitsfront besonders das Verständnis für die Nöte und Sorgen der berufstätigen Frauen geweckt.

Lebensgroße Bilder eines anderen Standes lassen den Eindruck nicht verwischen, daß es jede deutsche Frau als moralische Pflicht ansehen muß, zur eigenen Gesunderhaltung und Leibesübungen zu treiben, damit dereinst auch ihre Kinder gesund und stark in das Leben hineinwachsen können. Am meisten aber nehme ich von dieser Ausstellung aus der Halle des Reichsmütterdienstes mit. Lange habe ich mich darin aufgehalten und die Forderung wurde in mir zum Wunsch: Auch du mußt die Mütterschule besuchen, und dir ein Zeugnis für Tüchtigkeit, Verantwortungsbewußtsein als deutsche Frau holen. Wie schön sind die Tische mit den verschiedensten Mahlzeiten gedeckt.

Die Grundregel des Speisezettels für ein Kind von 1 1/2 bis 3 Jahren merkte ich mir gut: Nicht abkochen, nie zu lange kochen, nicht würzen, Butter nicht mitkochen und wenig nehmen. Was man kocht, wenn Besuch unverhofft kommt, wenn Waschtag ist usw., das sind Hinweise, die jede Hausfrau und Mutter immer gern mit nach Hause nimmt, um sie auch in ihrem Haushalt praktisch auszuwerten.“ – Nach diesen Worten bricht die Sprecherin die Unterhaltung ab, um den Raum der Künstlerinnen, den Ehrenraum des Führers, aufzusuchen. Ich habe aber noch lange nicht genug erfahren und bitte auch noch die andere der beiden Frauen, die auf einem Büro als Stenotypistin tätig ist, um ihre Eindrücke von der Ausstellung.

Sie gesteht mir sofort, daß sie weder im Bund Deutscher Mädel, im Arbeitsdienst, noch in der NS-Frauenschaft, sondern aus beruflichen Gründen nur in der Deutschen Arbeitsfront sei. In dieser Halle aber werde es ihr ganz bewußt, daß sie noch weitab von allen deutschen Frauenschaften stehe. Nie hat es ihr bis heute so klar vor Augen gestanden, daß vom Bund Deutscher Mädel über den Frauenarbeitsdienst bis zur NS-Frauenschaft wirkliche Wertarbeit für die Gemeinschaft unseres Volkes geleistet wird. Während ich darauf hinweise, daß dies ja nur einen Ausschnitt in ganz knapper Form darstelle, erwidert sie: „Sehen Sie dieses überlebensgroße Bild der BDM-Mädel.

Es spricht schon für sich, daß hier eine Generation heranwächst, die fähig sein wird, sich selbst zu Trägerinnen der nationalsozialistischen Weltanschauung zu formen.“ Und dann folgt ihr mein Blick zum Stand des Frauenarbeitsdienstes. Da steht es groß und deutlich: „Wir wollen im Deutschen Frauenarbeitsdienst durch unsere Arbeiten beim Siedler, beim Bauern und im Sozialen Hilfsdienst der überlasteten Frau unseres Volkes helfen und lernen, unser Leben dem Leben unseres Volkes unterzuordnen. Wir wollen in der Schulung und im Feierabend unseres Arbeitsdienstes lernen, warum und wie sich unser kleines Ich dem großen Du unterordnen muß und wollen unser Volk so lieben lernen, wie es unser Führer liebt!“

Meine Begleiterin liest es still vor sich hin und sagt weiter – so als ob es auch noch dort stünde: „Das ist es, was mir noch fehlt, was ich allein an meiner Schreibmaschine nicht finden und begreifen konnte. Trotz allem, was ich über den Frauenarbeitsdienst in den Zeitungen gelesen habe. Die rotkarierten Betten, die Möbel aus einfachem rohen Holz, die Stühle mit Strohgeflecht, der Teppich aus Strohgeflecht, die großen Aufnahmen an der Wand, die von der Arbeit und den Feierstunden berichten – das alles will ich mir bald in der Praxis ansehen – und dann noch mitmachen können!“ – „Aber dazu sind Sie doch schon zu alt“, wage ich zu erwidern. „So treten Sie doch außerdem noch in die NS-Frauenschaft ein!“ Aus ihren Arbeitsgebieten Schulung und Sippenforschung, Volkskunst und heimatliches Handwerk, volkswirtschaftliche Erziehungslehre und Presse – gibt die NS-Frauenschaft Gau Düsseldorf an ihrem Stand ein deutliches Bild.“

„Ja, – es ist schade, daß wir Aelteren durch diese Schule nicht gehen konnten,“ höre ich sie sagen. „Wir müssen diese Erlebnisse in der NS-Frauenschaft suchen und finden. Was ich aber nicht mitnehme in mein kleines Stübchen, in dem es oft so leer und kalt vor lauter Einsamkeit war – das ist für mich ein Erkennen, daß ich nie mehr allein sein brauche, daß auch ich mit zu der einen Front der deutschen Frauen gehöre, die gemeinsam mit einer Zielgebung für das Gesunden des deutschen Volkes kämpft und arbeitet, wenn ich mich erst dieser Arbeit mit Leib und Seele verschrieben habe. Mit Leib und Seele, aus freiem Willen, stark, opferbereit und kraftbewußt! Das ist es, was mir durch die vielen Eindrücke, die die Ausstellung in mir wachrief, ganz klar geworden ist, das heißt, daß ich wirklich erlebt habe.

War es da ein Wunder, dass so viele Frauen regelrecht „verrückt“ nach dem „Führer“ waren, der sie letztlich doch nur in den Untergang führte?

Von Rolf von Ameln

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Von am 05/09/2016. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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