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Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt

(14. – 20. September 2016)

Nach etwa fünf Monaten relativer Ruhe brach in der vergangenen Woche eine neue Welle von Terroranschlägen aus. Im Verlauf von nur fünf Tagen (vom 16. bis zum 20. September 2016) wurden acht Angriffe verübt. Sieben von ihnen waren Messer-Angriffe. Zudem gab es einen Auto-Angriff. Wie bei der vorherigen Welle des Terrors, lag der Fokus der Angriffe in Hebron, Gusch Etzion und Ost-Jerusalem. Sechs Israelis wurden bei den Angriffen verletzt. Acht Terroristen, die an den Angriffen beteiligt waren, wurden getötet. Ein auffallendes Phänomen bei der aktuellen Welle des Terrors ist die Familienverwandtschaft zwischen den Angreifern und den palästinensischen Terroristen, die bei den vorangegangenen Angriffen getötet worden waren. Der Umfang der aktuellen Welle des Terrors gleicht allerdings noch nicht der vorigen Welle der Anschläge, dennoch zeichnet sich ein Potenzial dazu ab. Es besteht jedoch das Phänomen der „Nachahmung“, das sich angesichts der in Kürze stattfindenden jüdischen hohen Feiertage, bei denen die traditionelle Spannung auf dem Tempelberg wächst, weiter entwickeln könnte.

Angriffe und vereitelte Anschläge

Am 20. September 2016 versuchte ein Palästinenser, IDF-Kämpfer an einem Checkpoint an der Einfahrt zum Dorf Bani Naim (in der Nähe von Hebron) zu erstechen. Der Palästinenser erreichte den Checkpoint zu Fuß und zog ein Messer. Die Kämpfer, die den Checkpoint bemannten, eröffneten das Feuer und töteten ihn auf der Stelle. Dabei handelt es sich um Issa Taraira (15) aus dem Dorf Bani Naim, ein Verwandter von Muhammad Taraira, der das Mädchen Ariel Hillel im Juni 2016 in Kirjat Arba ermordet hatte.

Am 19. September 2016 versuchten zwei Palästinenser aus Hebron, einen MesserAngriff in der Nähe der Höhle der Patriarchen in Hebron zu verüben. Die Beiden näherten sich den Kämpfern der Grenzpolizei, zogen Messer und versuchten, die Kämpfer zu erstechen. Die Beamten eröffneten das Feuer. Dabei wurde einer von ihnen getötet und der andere schwer verletzt. Die Terroristen sind Muhanad Dschamil arRadschabi (21) aus Hebron und Amir Dschamal ar-Radschabi (18), ein Schüler in einer Hebroner Schule. Die beiden sind Cousins. Ein weiterer Cousin von ihnen, Mohammad Kaid ar-Radschabi, hatte am 16. September 2016 einen Messer-Angriff an einer militärischen Position in Hebron verübt. Die Hamas veröffentlichte eine Todesanzeige für die Beiden, in der sie „Märtyrer des Dschihad-Kampfes“ genannt werden. Es konnte bisher nicht festgestellt werden, ob sie der Hamas angehörten (Twitter-Account von QUDSN, Facebook-Seite der Hamas im Bezirk Hebron, 19. September 2016).

Eine Überprüfung ihrer Facebook-Seiten zeigt, dass Muhanad ar-Radschabi keine aktive Facebook-Seite betrieb. Allerdings trägt diese das Profilbild von Raketen der Qassam-Brigaden (Facebook-Seite von Muhanad ar-Radschabi). Amir ar-Radschabi betrieb seit April 2016 eine Facebook-Seite. Auch er veröffentlichte dort nicht viele Beiträge. Am 16. Juni 2016 änderte er sein Profilbild zu deinem Bild des Korans. Am 6. Juli 2016 ersetzte er es mit einem Bild des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Am 17. September 2016, ein Tag nach dem Tod seines Cousins Mohammad ar-Radschabi, änderte er sein Profilbild und ersetzte es mit dem Foto seines Cousins (Facebook-Seite von Amir ar-Radschabi).

In den Morgenstunden des 19. September 2016 wurden zwei Polizisten schwer und mittelschwer bei einem Messer-Angriff am Herodes-Tor in der Jerusalemer Altstadt verletzt. Der Terrorist näherte sich ihnen von hinten und stach auf sie ein, bis er von einem der beiden Polizisten angeschossen und schwer verletzt wurde. Eine erste Untersuchung ergab, dass der Terrorist den beiden Beamten gefolgt war (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert; ynet Nachrichtenagentur, 19. September 2016). Die palästinensischen Medien berichteten, dass der Terrorist Iman Hassan Al-Kurd (20), ein Bewohner von Ost-Jerusalem, ist.

In der Nacht des 18. September 2016 wurde ein Palästinenser in der Nähe der Siedlung Efrat in Gusch Etzion bemerkt. Sicherheitskräfte, die alarmiert wurden, versuchten, ihn ausfindig zu machen. In den frühen Morgenstunden sprang der Terrorist aus einem Busch, in dem er sich versteckt hielt, heraus und stach einen IDF-Offizier nieder. Der Offizier wurde mittelschwer verwundet. Im Besitz des Terroristen wurden mehrere Messer gefunden. Eine IDF-Truppe, die vor Ort stationiert gewesen war, schoss ihn an und verletzte ihn schwer. Dabei handelt es sich um Bahaa a-Din Mohammad Udeh (20), aus dem Dorf Artas, südlich von Bethlehem, der in einem Restaurant in Bethlehem arbeitete (Facebook-Seite von QudsNet, 18. September 2016).

In den Morgenstunden des 17. September 2016 erreichte ein Palästinenser einen Checkpoint der IDF im Stadtteil Tel Rumeida in Hebron. Der Palästinenser wurde von einem Soldaten gebeten, seinen Ausweis vorzuzeigen. Stattdessen reichte er ihm ein Blatt Papier, offenbar um den Soldaten abzulenken. Danach zog der Palästinenser ein Messer und griff damit den Soldaten an. IDF-Soldaten, die vor Ort stationiert waren, erschossen den Terroristen auf der Stelle (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 17. September 2016). Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich um Hatem Abd al-Hafiz Abd al-Rahim a-Schaludi (25) aus Hebron handelt. Er war als Arbeiter in einer der Hebroner Fabriken beschäftigt und war auf dem Weg zur Arbeit (PNN 17. September 2016). Die Hamas veröffentlichte eine Todesanzeige. Es scheint jedoch nicht, dass er der Bewegung angehörte (Facebook-Seite der Hamas im Bezirk Hebron, 17. September 2016).

In den Nachmittagsstunden des 16. September 2016 erreichte ein mit einem Messer bewaffneter Palästinenser einen IDF-Posten im Hebroner Stadtteil Tel Rumeida und griff einen Soldaten im Gesicht an. Der Soldat wurde leicht verletzt, reagierte jedoch sofort mit Schüssen, die er gemeinsam mit seinem Kollegen in der Position abfeuerte. Der Terrorist wurde getötet. Dabei handelt es sich um Mohammad Kaid Taladschi arRadschabi (16), ein Schüler aus Hebron. Seinen Eltern zufolge war er sozial engagiert und pflegte, den Bedürftigen zu helfen. Er hielt auch Gebete und Predigten bei nationalen und religiösen Veranstaltungen ab. Seine Eltern bezeugen, dass er einen großen Einfluss auf seine Zuhörer und Mitschüler hatte. Die Hamas veröffentlichte eine Todesanzeige zu seinen Ehren. Es scheint jedoch nicht, dass er der Bewegung angehörte (Facebook-Seite der Hamas im Bezirk Hebron, 16.-17. September 2016; PALINFO 18. September 2016).

Eine Überprüfung der Facebook-Seite von Mohammad Kaid Taladschi ar-Radschabi zeigt, dass er am 14. September 2016, also zwei Tage vor dem Angriff, einen Beitrag veröffentlichte, in dem er neben Todesanzeigen von Terroristen steht (einige von ihnen gehören der neusten Terrorwelle an). Darin schrieb er: Sie schockierten die Welt… und hatten gerade mal einen Stein in der Hand… Sie leuchteten wie Kerzen und kamen als Botschafter… Sie nahmen Rache… und explodierten… und starben als Märtyrer. Am 15. September 2016 reagierte darauf Talal a-Scharif Abu Tarek (vermutlich ein Verwandter von Muhammad ar-Radschabi und Vater von Malik a-Scharif, der am 5. November 2015 getötet wurde, nachdem er einen Messer-Angriff an der Kreuzung von Gusch Etzion verüben wollte). In seinem Post segnete Abu Tarek Mohammed ar-Radschabi.

Am 16. September 2016 veröffentlichte Talal nach dem Angriff, bei dem Mohammed ar-Radschabi getötet wurde, einen neuen Post, in dem er um Erbarmen für Mohammed ar-Radschabi bat und ihm zum Angriff gratulierte (FacebookSeite von Muhammad ar-Radschabi, 17. September 2016). Auch vorige Beiträge auf der Facebook-Seite von Mohammad Kaid Taladschi ar-Radschabi behandeln die Unterstützung von Terroristen und dokumentieren Auseinandersetzungen, die in Jerusalem und auf dem Tempelberg stattfanden.

In den Nachmittagsstunden des 16. September 2016 fuhr ein palästinensisches Fahrzeug, in dem sich zwei Personen befanden, mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der Bushaltestelle an der Kreuzung Elias (an der Einfahrt zu Kirjat Arba), an der sich drei israelische Jugendliche aufhielten. Eine IDF-Einheit, die vor Ort war, reagierte mit Schüssen. Dabei wurde der palästinensische Fahrer getötet und die Beifahrerin verletzt. Zwei der Jugendlichen wurden leicht verletzt. Die palästinensischen Medien berichteten, dass die beiden Palästinenser, Firas Mussa al-Khadur und Raed Abdallah al-Khadur, Verwandte aus dem Dorf Bani Naim, Testamente hinterließen (siehe unten). Die Schwester von einem von ihnen ist die Terroristin al-Madschd Abdullah al-Khadur, die am 24. Juni 2016 am selben Ort einen Auto-Angriff verübt hatte und von IDFTruppen getötet wurde. Familienverwandte berichteten, dass sich das Leben der Beiden nach dem Tod von al-Madschd Abdullah al-Khadur verändert hatte. Einer von ihnen wurde danach ein frommer Muslim (Fernsehsender von Nablus, 17. September 2016). Die Hamas veröffentlichte eine Todesanzeige zu Ehren von Firas Mussa al-Khadur. Es scheint jedoch nicht, dass er der Bewegung angehörte.

In den Nachmittagsstunden des 16. September 2016 erreichte ein Palästinenser das Damaskustor in Ost-Jerusalem, während er zwei Messer in den Händen hielt, und rief „Allahu Akbar“. Er lief in Richtung der Grenzpolizisten, die den Vorplatz des Tores bewachten und versuchte, sie anzugreifen. Die Beamten forderten ihn auf, anzuhalten. Als er dem nicht folgte, richteten sie das Feuer auf ihn und töteten ihn auf der Stelle. Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich um Saeed al-Amro, einen jordanischen Staatsangehörigen (28), Bewohner von Kerak (östlich des Toten Meeres) und Mitarbeiter der dortigen jordanischen Wasserbehörde, handelt. Er kam am 15. September 2016 über die Allenby-Brücke als Tourist nach Judäa und Samaria im Rahmen einer Reise in die Region. Verwandte berichteten über seinen Traum, in der al-Aqsa Moschee beten zu können. Sie argumentierten, dass er keine extremistischen Ansichten teilte (Ma’an Nachrichtenagentur, 17. September 2016).

Als Reaktion auf den Angriff veröffentlichte das jordanische Außenministerium eine Erklärung, in der die Tötung von al-Amro als „barbarische Tat“ verurteilt wurde (PALINFO, 18. September 2016). Sein Leichnam wurde zur Beerdigung nach Jordanien transferiert (Die jordanische Nachrichtenagentur, 18. September 2016). Die Hamas veröffentlichte eine Todesanzeige. Es scheint jedoch nicht, dass er der Bewegung angehörte. Sami Abu Zuhri, Sprecher der Hamas, rief zur Eskalation der Konfrontation gegen Israel auf (Website der Hamas, 16. September 2016).

Versuche, Angriffe durchzuführen

Im Verlauf der Woche wurden mindestens zwei Palästinenser, bei denen Messergefunden wurden, von israelischen Sicherheitskräften festgenommen:
• Am 18. September 2016 wurde eine junge Palästinenserin in der Nähe der Siedlung Itamar (südlich von Nablus) festgenommen. Bei der Durchsuchung wurde ein Messer gefunden. Die Palästinenserin ist Wafa Said Mohammad Awwad (19) aus Awarta (Ma’an Nachrichtenagentur, 18. September 2016).
• Am 14. September 2016 nahmen Grenzpolizisten einen verdächtigten Palästinenser am Checkpoint Rachels Grab (nördlich von Bethlehem) fest. Bei seiner Durchsuchung wurde ein Messer unter seinem Hemd gefunden (FacebookSeite von MivzakLive/Red Alert, 14. September 2016).

Die Reaktion der PA und der Hamas auf die Angriffe

Die Palästinensische Autonomiebehörde liefert den Terroranschlägen Rückendeckung und macht Israel für ihre Fortsetzung verantwortlich. Im Anschluss an die am 16. September verübten Angriffe in Jerusalem und Hebron, verurteilte die PA „die Verbrechen, die von der israelischen Besatzungsregierung durchgeführt werden“. Laut Nabil Abu Rudena, Sprecher des Präsidialamtes der PA, beweisen diese Aktionen immer wieder, dass die israelische Regierung in Richtung einer Eskalationspolitik führe und die diplomatischen Schritte ignoriere. Abu Rudena rief zur internationalen Intervention auf, um Israels Aktionen zu stoppen (Wafa Nachrichtenagentur, 16. September 2016).

Die Hamas lobte die Angriffe mit der Begründung, dass diese „eine natürliche Reaktion auf die israelischen Verbrechen gegen das palästinensische Volk sind“ (PalToday, 19. September 2016). Die Hamas war darauf bedacht, Todesanzeigen zu Ehren der Terroristen zu veröffentlichen. Es scheint jedoch nicht, dass sie der Bewegung angehörten. Auf sozialen Netzwerken und Websites ruft die Hamas auf, die Angriffe fortzusetzen und fordert, „die Intifada zu entfachten“.

Demonstrationen und Ausschreitungen

Die Demonstrationen, Protestmärsche, Ausschreitungen, sowie das Werfen von Steinen, Molotow-Cocktails und Rohrbomben in Judäa, Samaria und in Jerusalem wurden auch in der vergangenen Woche weitergeführt.

Im Folgenden einige weitere Ereignisse (einschließlich solche, die vereitelt wurden):
• Am 19. September 2016 wurden im Flüchtlingslager Deheische (in der Nähe von Bethlehem) Molotow-Cocktails auf israelische Sicherheitskräfte geworfen. Zwei israelische Soldaten wurden leicht verletzt.
• Am 16. September 2016 warfen Palästinenser Steine und Farbflaschen auf einen israelischen Bus, der von Jerusalem nach Ma’ale Adumim fuhr. Der Busfahrer wurde durch Glassplitter leicht verletzt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 16. September 2016).
• Am 14. September 2016 warfen Palästinenser Steine auf israelische Fahrzeuge, die auf der Straße zwischen Hizma und Anatot (nördlich von Jerusalem) fuhren. Es wurden keine Verletzten gemeldet (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 14. September 2016).

Raketenbeschuss auf Israel

In der Nacht vom 14. zum 15. September 2016 wurden aus dem Gazastreifen drei Raketen auf Israel abgefeuert. Zwei Raketen stürzten bereits im Gazastreifen ab. Eine dritte stürzte auf israelischem Gebiet in der Nähe des Sicherheitszauns ab (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 15. September 2016). Als Reaktion auf den Beschuss griffen Flugkörper der Luftwaffe drei Ziele der Hamas im nördlichen Gazastreifen an, die zu Terrorzwecken dienten (Facebook-Seite der IDF, 15. September 2016) Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich um folgende Ziele handelt: der Vorposten Jarmuk des militärischen Arms der Hamas im Bezirk Schadschaija (östlich von Gaza-Stadt), eine offene Fläche in der Nähe einer Beobachtungsposition der Hamas in Bet Lahiya, und eine offene Fläche in der Nähe der al-Doha Moschee in Bet Lahiya. Es wurden keine Verletzten gemeldet (Facebook-Seite Shihab, 15. September 2016).

Quelle: Meir Amit Intelligence and Terror Information Centre

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Von am 25/09/2016. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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