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Die sich entwickelnde Bedrohung durch den Dschihad im Westen

Eben die Tat, dass schlechte Verhaltensweisen von Mitgliedern einer bestimmten Gruppe erwähnt werden, scheint von Natur aus voreingenommen zu sein.

Eine der wichtigsten Geschichten im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September war die, die man absichtlich weitgehend unerzählt gelassen hatte. Diese Geschichte handelt von der Reaktion von einigen Muslimen in Amerika auf das Massaker von ungefähr 3.000 Leuten durch islamische Verfechter der Vorherrschaft in New York, in Washington und in Pennsylvania.

Laut einem Artikel der Washington Post veröffentlicht am 18. September 2001 wurden in Jersey City, New Jersey, auf dem gegenüberliegenden Flussufer vom zerstörten World Trade Center, „innerhalb von Stunden, nachdem die beiden Jetliner in das World Trade Center gepflügt waren, eine Anzahl Leute von den Strafverfolgungsbehörden festgenommen und befragt, die Berichten zufolge gesehen wurden, wie sie die Angriffe feierten und Heckklappen-Style Partys auf Dächern abhielten, während sie die Verwüstung auf der anderen Seite des Flusses beobachteten.“

Die New York Post berichtete am 15. September 2001, dass moslemische Amerikaner in Patterson, New Jersey auch gesehen wurden, wie sie die Angriffe feierten. Mündliche Berichte waren reichlich vorhanden in den Wochen und Monaten nach dem 11. September über spontane Feierlichkeiten, die an diesem Tag in Dearborn, Michigan, in Virginia und anderen muslimischen amerikanischen Gemeinschaften durchgeführt wurden.

Der bemerkenswerteste Aspekt der veröffentlichten Berichte der Feierlichkeiten war, dass es so wenige von ihnen gab.

Immerhin war der Gedanke, dass irgendwelche moslemische Amerikaner den Dschihadistischen Angriff feiern würden, sicherlich berichtenswert.

Die Geschichten wurden damals von politischen Führern unterdrückt. So sagte der damalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani zum Beispiel, dass die Feiern nicht berichtet werden sollten, damit sie nicht zu heftigen Angriffen auf friedliche Muslime führen.

Der damalige Präsident George W. Bush beeilte sich den Islam zu verteidigen und als eine „Religion des Friedens“ hochzuhalten, fast unmittelbar nach den Anschlägen. Bush bestand darauf, dass al-Qaida eine Rand-Bewegung und Rand-Ideologie in der Welt des Islam war. Ihr islamischer Vorherrschaftsanspruch spiegelte weder den islamischen Glauben noch die Ideologie der überwältigenden Mehrheit der Muslime wider.

Im Jahr 2007 verbot die damalige Außenministerin Condoleezza Rice US-Beamten, die Begriffe „Dschihad“, „Islamisch“ und „Islamismus“ bei der Beschreibung des islamischen Dschihad und der Ideologie des Islamismus oder in Verbindung mit Diskussionen über islamischen Dschihad und Terrorismus zu verwenden.

Unter dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama, ging der Krieg gegen die Sprache in den höchsten Gang. Nicht nur, dass in der Föderalregierung die Verwendung jeglicher Begriffe im Zusammenhang mit dem Islam verboten waren, der Begriff „Terrorismus“ wurde sogar aus dem offiziellen Diskurs eliminiert. Obama warf den Bush-Ära-Begriff „Krieg gegen den Terror“ weg für die noch bedeutungslosere Phrase „Übersee-Eventualfalloperationen“.

Obama verbot dem FBI, radikale islamische Brutstätten zu untersuchen und ersetzte Überwachungsoperationen durch das Programm „Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus“. Unter diesem Programm erhielten Islamisten eine föderale Unterstützung. Man war der Auffassung, dass sie, sobald sie bevollmächtigt waren, ihre Gemeinden davon überzeugen würden, Gewalt abzulehnen.

Die Aktionen der US-amerikanischen Bundesregierung waren in der westlichen Welt keineswegs einzigartig. Im Vergleich zu den Bemühungen der Europäer, den öffentlichen Diskurs von allen Diskussionen über den islamischen Dschihadismus zu sanieren, sehen die Bemühungen Amerikas geradezu moderat aus. In Europa wurde fast jede Erwähnung des Islamismus verboten. Diejenigen, die ihn kritisiert haben, wurden strafrechtlichen Anklagen und Verurteilungen unterworfen.

In den meisten Fällen waren die Begründungen für diese Bemühungen, die Diskussion über die Bedrohung durch den radikalen Islam zu blockieren, erstaunlich.

Westliche Nationen haben eine lange Geschichte von Rassismus und Intoleranz. Auf der Oberfläche zumindest, ein Scheinwerferlicht auf die Handlungen einer Gemeinschaft oder Anhänger einer bestimmten Religion zu platzieren fliegt ins Gesicht von allem, was die Völker des Westens verstanden haben, wie Rassismus und Bigotterie in einer Gesellschaft wurzeln. Ebendie Tat, dass schlechte Verhaltensweisen von Mitgliedern einer bestimmten Gruppe erwähnt werden, scheint von Natur aus voreingenommen zu sein.

Das Problem mit dieser gut gemeinten Position war von Anfang an offensichtlich. Es ist nicht bigott, die Bigotterie von anderen zu betonen und zu konfrontieren und herauszufordern.

Es ist bigott, dies nicht zu tun. Sogar noch schlimmer, es ist gefährlich.

Es ist unmöglich, ein Problem wie den islamischen Radikalismus zu lösen, indem man es ignoriert. Im Gegenteil, indem man es ignoriert, stellt man sicher, dass es wachsen wird.

Einer der strategisch bedeutenden Aspekte der Anschläge vom 11. September ist, dass sie gezeigt haben, dass islamische Terroristen keine Kontrolle über das Territorium benötigen, um ihren Feinden und ihren Feindgesellschaften enormen Schaden zuzufügen.

Am 11. September besetzten die 19 Entführer nicht die Innenstadt von Manhattan. Sie fuhren keine Panzer die 5th Avenue hinunter.

Bewaffnet mit Teppichmessern und informiert durch eine bigotte, die Vorherrschaft beanspruchende Ideologie, sahen sich 19 islamische Terroristen selbst als Helden, als sie primitive Waffen benutzten, um Mord auf einer nie zuvor auf amerikanischem Boden gesehenen Größenordnung zu begehen.

Und nachdem sie dies taten, weit davon entfernt, in der islamischen Welt generell verurteilt zu werden, wurden sie nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in den USA und in der gesamten westlichen Welt von einer sehr großen Zahl von Muslimen als Helden gefeiert.

Die verheerenden Auswirkungen der Entscheidung der US-Regierung, die Tatsache zu ignorieren, dass zumindest einige amerikanische Muslime die Angriffe feierten, wurden am Wochenende (Anmerkung des Übersetzers: Das englische Original stammt vom 6. Februar 2017.) in einem außerordentlichen Bericht von Ruchmini Callimacci in der New York Times aufgedeckt.

Unter dem Titel: „Also doch nicht ‚Einsame Wölfe‘: Wie ISIS von Afar aus Terroranschläge weltweit steuert“ berichtet Callimacci, wie der Islamische Staat (ISIS) Muslime in Ländern auf der ganzen Welt über das Internet platziert und rekrutiert. Sobald sie diese Anhänger rekrutieren, steuern die ISIS-Terror-Lehrmeister in Syrien und anderswo sie beim Planen und Durchführen von Terroranschlägen. Diese Fernbefehlshaber diktieren die Handlungen ihrer entfernten Anhänger von dem Moment an, in dem sie mit ihnen Kontakt aufnehmen, bis nur wenige Augenblicke, bevor sie ihre Angriffe begehen oder von Strafverfolgungsbehörden verhaftet werden.

ISIS-Betreuer oder -Kommandanten sind in der Lage, die Handlungen ihrer Rekruten zu kontrollieren, wie ein Zugkommandant die Aktionen seiner Soldaten kontrolliert, ohne sie jemals zu treffen. In vielen Fällen kennen die Rekruten nicht einmal die Identitäten ihrer Betreuer, haben noch nie ihre Stimmen gehört und wissen nicht, woher sie kommen.

Die eine Sache, die sie mit denen verbindet, die sie aus Tausenden von Kilometern entfernt steuern, ist ihr gemeinsamer Glaube an die Vorherrschaft des radikalen Islam über alle anderen Lebensweisen. Ihr gemeinsamer Glaube an die Gerechtigkeit von Massenmord an Nichtgläubigen ist so stark, dass sie die Kluft zwischen realer und virtueller Welt überbrückt.

Die ISIS-Arbeitsweise ist eine natürliche Weiterentwicklung seit den Anschlägen vom 11. September. In dieser Zeit war Anwar al-Awlaki, Kommandeur der al-Qaida-Streitkräfte im Jemen, der 2011 bei einem US-Drohnenangriff gestorben war, der Pionier, der die Richtung der westlichen Dschihadisten von der physischen Welt zur virtuellen bewegte. Während mehr als einem Jahrzehnt indoktrinierte und leitete Awlaki zahlreiche Dschihadisten in den USA und Großbritannien. Am Anfang steuerte Awlaki ihre Handlungen, indem er ihnen begegnete und ihnen in einem gemeinsamen physischen Raum predigte. Später zog er nach Jemen, wo er seine Bemühungen fortsetzte. Er predigte ihnen durch Ton-Kassetten, durch Satellitensendungen und Internet-Chatrooms. Er indoktrinierte sie durch Online-Essays. Und er steuerte ihre Terroranschläge per E-Mail.

Ein interessanter Zwischenfall in Awlakis Karriere kam 1996. Zu dieser Zeit arbeitete Awlaki als Prediger an der Denver Islamic Society. Laut einem Bericht der New York Times aus dem Jahr 2010 verließ Awlaki die Moschee und zog nach San Diego, kurz nachdem ein Ältester der Moschee ihn tadelte, weil er einem Moschee-Mitglied sagte, nach Tschetschenien zu reisen, um sich dem Dschihad gegen Russland anzuschließen.

Der aufschlussreichste Aspekt der Geschichte ist, dass der Älteste, der Awlaki kritisierte, die New York Times aufforderte, seine Identität nicht zu veröffentlichen. Im Jahre 2010 war Awlaki bereits öffentlich darin verwickelt, dass er viele westliche Dschihadisten steuerte, um Angriffe in den USA und Großbritannien zu begehen. Er galt als Kommandeur der al-Qaida-Streitkräfte im Jemen. Und doch fühlte sich der Moscheeälteste in Denver nicht wohl, ihn offen zu verurteilen.

Seine Abneigung zeigte, wo das Gleichgewicht der Macht in der amerikanischen muslimischen Gemeinschaft liegt.

Unabhängig davon, ob Präsident Donald Trump in der Lage ist, seine präsidiale Anordnung wieder in Gang zu setzen, die ein 90-tägiges Verbot der Einreise von Staatsangehörigen aus Syrien, Irak, Libyen, Iran, Somalia, dem Sudan und dem Jemen anordnet, Tatsache ist, dass ein solcher Schritt nicht ausreicht, die terroristische Bedrohung in Amerika abzuschwächen. Wie Callimaccis Artikel brutal klargestellt hat, solange die intellektuellen Fesseln der politischen Korrektheit die USA und andere westliche Regierungen blockieren, konzertierte Aktionen gegen das Glaubensbekenntnis des islamischen Vorherrschaftsanspruchs und seine Anhänger in ihren eigenen Grenzen zu unternehmen, wird der virtuelle Terrorismus-Oberbefehl, den ISIS jetzt kontrolliert, andauern, bis er sich in den nächsten Monaten und Jahren in eine noch tödlichere Bedrohung verwandelt.

Das englische Original „The evolving threat of jihad in the West“ findet man hier:
http://www.jpost.com/Opinion/Our-World-The-evolving-threat-of-jihad-in-the-West-480760

Von Caroline Glick,
übersetzt von Robert Rickler, Vorstandsmitglied und Pressesprecher des „Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V.“

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Von am 13/02/2017. Abgelegt unter Welt. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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