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Berlin: Jüdischer Schüler von Muslimen von der Schule gemobbt

Eine jüdische Familie in Berlin hat ihren Sohn aus einer staatlichen Schule genommen, nachdem er fast vier Monate lang antisemitisch beschimpft und auch tätlich angegriffen wurde, sagte die Mutter des Jungen der britischen Zeitung Jewish Chronicle.

Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin . Foto: Webseite der Schule

Die Eltern des Jungen ​​die britische Staatsbürger sind, sagten, sie hätten ursprünglich die Friedenauer Gemeinschaftsschule für ihren Sohn ausgesucht, weil sie multikulturell wäre. Die Schule hat einen großen Anteil an arabischen und türkischen Schülern, 80 Prozent der Schüler sind nicht deutscher Herkunft.

Die Mutter des jungen sagte, sie habe ihren Sohn Phillip, 14, dazu erzogen sein Judentum nicht zu leugnen und eines Tages erwähnte er gegenüber seinen Klassenkameraden, dass er Jude ist. Einer von ihnen antwortete: „Hör zu, ich kann nicht dein Freund sein, denn Juden sind alle Mörder.“

Von da an wurde Phillip ständig antisemitisch beleidigt was bis hin zur körperlichen Gewalt eskalierte, Anfang dieses Monats wurde er von mehreren Schülern mit islamischem Migrationshintergrund angegriffen und fast erwürgt. Einer der Angreifer richtete eine wie echte aussehende Pistole auf ihn und beschoss ihn mit Plastikkugeln. Woraufhin ihn die muslimischen Mitschüler auslachten und antisemitisch beschimpften.

„Es war schrecklich“, sagte Phillip, „aber ich hatte keine Zeit darüber nachzudenken, was mir passiert ist. Jetzt, wenn ich zurückblicke, denke ich, oh mein Gott.“

Herr Runkel Schulleiter Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin. Foto: Schul-Webseite

Die Eltern sprachen danach mit dem Schulleiter Uwe Runkel über den Antisemitismus an seiner Schule und schlugen vor, Mitarbeiter einer Organisation in die Schule einzuladen die mit den Kindern arbeiten könnten, um sie über Antisemitismus und andere Formen der Fremdenfeindlichkeit aufzuklären.

Der Schulleiter „hörte sich die Klagen und Vorschläge zwar an, tat aber nichts“, sagte Phillips Mutter.

Als er von einem Redakteur des Jewish Chronicle kontaktiert wurde sagte Schulleiter Runkel, dass er das antisemitische Mobbing von Phillip bereue. Er fügte hinzu, er habe gehofft dem Schüler zu helfen sich sicher zu fühlen und auch die Täter mit den Konsequenzen ihres Handelns zu konfrontieren, aber offensichtlich „war es für die Eltern nicht schnell genug.“

Rukel fügte hinzu, „ein allgemeiner Ansatz zur Aufklärung über Antisemitismus in der Schule war eindeutig notwendig und wurde entwickelt.“

Phillips Eltern entschieden sich dann, ihn nicht mehr auf diese Schule zu schicken. Phillip besucht jetzt eine englischsprachige Oberschule in Berlin.

Der Fall unterstreicht die Bedenken die von Pädagogen und Eltern seit Jahren über die antisemitische Belästigung jüdischer Schüler in Berlin vorgebracht werden, vor allem durch arabische und türkische Mitschüler.

Berlins jüdisches Gymnasium erhält zwischen sechs und zehn Bewerbungen pro Jahr von den Eltern, die ihre Kinder von allgemeinen Schulen nehmen wollen, wo sie antisemitischen Belästigungen ausgesetzt sind, sagte Aaron Eckstaedt, Direktor der Moses Mendelssohn Oberschule in Berlin.

Die Anfragen erfolgen in der Regel „in Reaktion auf antisemitische Aussagen, die überwiegend von arabischen oder türkischen Klassenkameraden kommen“, sagte er und fügte hinzu, dass sich „in den meisten Fällen die Familien über den relativen Mangel an Antwort von staatlichen Schulen auf das Problem beschweren.“

Es gibt mehrere Organisationen in Berlin, die mit Schulen zusammenarbeiten um Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen, darunter die Kreuzberg-Initiative gegen Antisemitismus und die Salaam-Schalom-Initiative, eine lockere Gruppe von Freiwilligen.

Ein Mitbegründer der Salaam-Schalom-Initiative, Armin Langer, sagte, dass seine Gruppe „immer ein jüdisches und ein muslimisches Mitglied in die Klassen schickt. Wenn es einen Fall von Antisemitismus gibt, empfehlen wir Ihnen, sich mit lokalen jüdischen Gruppen in Verbindung zu setzen und sie einzuladen. Das gegenseitige Verstehen beginnt mit persönlichen Begegnungen“, sagte er.

Einige Studien haben gezeigt, dass antisemitische Ansichten bei jungen Muslimen häufiger sind als unter anderen Gruppen in Deutschland. Im Jahr 2007 haben die Forscher Katrin Brettfeld und Peter Wetzel, 500 muslimische Schüler in Deutschland interviewt und festgestellt, dass 17,5 Prozent glaubten, dass „Menschen des jüdischen Glaubens arrogant und gierig sind“, verglichen mit 7,4 Prozent bei nicht-muslimischen Einwanderern und 5,4 Prozent in der einheimischen deutschen Bevölkerung.

Langer sagte, er würde jüdischen Kindern nicht unbedingt empfehlen, ihre Jüdischkeit gegenüber Klassenkameraden zu offenbaren.

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Von am 01/04/2017. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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