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Sharia und Israelisches Recht

Es gibt es tatsächlich, das Gericht, das ausschliesslich auf den Gesetzen der Sharia basiert.

Gegründet wurde es zur Zeit der Ottomanen, für die alle familienrechtlichen Fragen, wie Eheschliessung, Scheidung, Unterhalt, Vormundschaft und Adoption unter die Zuständigkeit der jeweiligen Religionsgemeinschaft fallen. Seit 1961 sind die Sharia Gerichten formell mit dem Justizministerium verbunden, wobei es keine Weisungsgebundenheit gibt.

So, wie es für die jüdische Bevölkerung die Rabbinatsgerichte gibt, haben die Religionsgemeinschaften der Christen und Drusen ihre eigenen Gerichtshöfe. Auf Grund des Widerstandes der orthodoxen Parteien gibt es immer noch keine Möglichkeit, in Israel nur zivil zu heiraten. Zivilehen müssen im Ausland geschlossen und in Israel nachträglich anerkannt werden. Christliche und moslemische Brautpaare haben es da einfacher! Sie können vor ihrem eigenen Gerichtshof heiraten.

Bereits im letzten Jahr traf die Justizministerin Ayelet Shaked einen für die moslemische Bevölkerung wichtigen Entschluss. Sie beschloss den Neubau eines weiteren Sharia Gerichtshofes in Sachnin, im oberen Galiläa. Arabische Knesset Abgeordnete zeigten sich schon damals positiv überrascht. „Bisher haben die Minister immer nur zugestimmt, die jetzige Ministerin tut aber wirklich etwas!“

Ayelet Shaked vertrat bereits damals die Meinung, dass es Zeit wäre, dass auch Frauen in das Amt des Kadis, des Richters berufen würde.

Heute war es soweit. Rechtsanwältin Han Khatib mit den Schwerpunkten Eherecht und Sharia wurde als Kadi für den Norden gewählt. Sie stammt aus Tamra, ist verheiratet und hat vier Kinder. Neben ihrem Master ist auch geprüfte Mediatorin. Ein echter Glücksfall für die Moslems, Männer und Frauen!

Nach dem Ende der Sitzung zeigte sich Ayelet Shaked zufrieden: „Wir bringen die Gerechtigkeit in eine Organisation, die Gerechtigkeit schaffen soll. Erstmals haben wir eine Frau für die Position des Kadi. Meiner Meinung nach hätte das viel früher geschehen müssen. Das ist grossartig für die arabischen Frauen und die arabische Gesellschaft im Allgemeinen. Ich bin begeistert von dieser Wahl und hoffe, dass dies nur die erste von weiteren Bestellungen ist.“
Für den Süden wurde ein Beduinischer Kandidat. Salem Sana aus Lakiya gewählt.

Von Esther Scheiner

Frau Scheiner ist Lehrerin, Journalistin und Redakteurin der Israel-Nachrichten, sie lebt in Israel und der Schweiz.

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Von am 25/04/2017. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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