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Gesprächsreihe mit Zeitzeugen: „Ohne Erinnerung keine Zukunft“

»Ohne Erinnerung keine Zukunft«
Neue Gesprächsreihe mit Zeitzeugen im Jüdischen Museum Berlin

• Start einer neuen Reihe: Stifter des Jüdischen Museums Berlin berichten von ihrem Schicksal
• Auftakt mit Henry Wuga: Rettung mit dem Kindertransport
• Einführung in die Gespräche: Präsentationen mit Lesungen, Filmen oder Objekten

Henry Wuga als Lehrling in der Küche des koscheren Hotel Tannhäuser in Baden-Baden, 1938 © Privatbesitz

Am Montag, dem 23. Oktober startet das Jüdische Museum Berlin eine neue Reihe unter dem Titel »Zeitzeugen im Gespräch. Erfahrungen und Schicksale deutscher Juden im Nationalsozialismus«. Damit wird die bewährte Zusammenarbeit mit Schulen und Stiftern jetzt einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. »Ohne Erinnerung gibt es keine Zukunft«, sagt Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin. »Wir sind dankbar für die wertvollen persönlichen Kontakte mit unseren Stiftern. Der direkte Kontakt und lebendige Austausch mit diesen Holocaust-Überlebenden ist vor allem auch für die jüngere Generation von großer Bedeutung.« Auftakt der moderierten Gespräche sind Lesungen autobiografischer Texte, Ausschnitte aus Filmen oder die Vorstellung gestifteter Objekte. Die neue Reihe mit Stiftern des Museums läuft bis September 2018.

Auftaktveranstaltung mit Henry Wuga: Mit dem Kindertransport von Nürnberg nach Glasgow

Für die Auftaktveranstaltung reist Henry Wuga, 93, mit seiner Frau Ingrid Wolff aus Glasgow an. Er wird von dem Leben seiner Familie in Nürnberg erzählen, von seinen Erfahrungen zur Zeit des Nationalsozialismus und von seiner Rettung mit einem Kindertransport nach Schottland. In Glasgow lernte er im »Refugee Club« seine spätere Frau Ingrid Wolff kennen. 1947 konnte er seine Mutter, die im Versteck überlebt hatte, zu sich holen. Henry Wuga blieb in Glasgow und eröffnete nach einer Karriere als Chef de Cuisine im Grand Hotel zusammen mit Ingrid seinen eigenen koscheren Catering-Service. Als Einführung in diesen Abend werden kurze Auszüge aus dem Film »Kindertransport – In eine fremde Welt« gezeigt. Daran anschließend folgt das moderierte Gespräch.

Stifter und Nachlässe aus der ganzen Welt

Zu den Stiftern der Nachlässe pflegt das Jüdische Museum Berlin seit Gründung des Museums enge Kontakte. Allein in monatlichen Archivworkshops haben seit 2004 bis zu 100 Zeitzeugen ihre Erfahrungen an mehr als 8000 Schüler, Studenten und Lehrkräfte weitergegeben. »Die Zusammenarbeit mit Überlebenden des Holocaust ist ein wesentlicher Bestandteil der Bildungs- und Archivarbeit des Museums«, betont Aubrey Pomerance, Leiter des Archivs des Jüdischen Museums Berlin. Das Archiv bewahrt zahlreiche Nachlässe und Familiensammlungen, welche die Lebenswege von deutschen Juden und Juden in Deutschland umfangreich dokumentieren. Die Bestände reichen von der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, mit einem Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert.

Besonders umfangreich überliefert sind Zeugnisse zum Leben und zur Verfolgung in der NS-Zeit: von Diskriminierungen und Ausgrenzungen wie auch von Familienleben, Alltag und Selbstbehauptung unter dem Hakenkreuz, von der Emigration und dem Aufbau neuer Existenzen im Exil, aber auch von Internierung, Deportation und Ermordung. Gestiftet werden diese Zeugnisse von Familien aus der ganzen Welt.

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von der Berliner Sparkasse.

Datum: 23. Oktober 2017
Ort: Saal W. Michael Blumenthal Akademie
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder reservierung@jmberlin.de
Das komplette Programm finden Sie unter www.jmberlin.de/kalender

Quelle: Jüdisches Museum Berlin

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Von am 23/10/2017. Abgelegt unter Veranstaltungen. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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