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IPO: Jubiläums-Saison mit China-Tour beendet

Das Israel Philharmonic Orchestra hat eigentlich schon die 81. Saison seines Bestehens abgeschlossen, aber die zweiwöchigen Spezial-Konzerte zum 80. Jubiläum fanden erst in der vergangenen Saison statt. Da machten „die Besten der Besten“ dem Orchester und Maestro Zubin Mehta, seinem Musikalischen Leiter auf Lebenszeit, ihre Aufwartung und erfreuten viele langjährige, treue Zuhörer in 9 Sonderkonzerten mit den beliebtesten Werken und wundervollen Darbietungen. Der Dirigent Zubin Mehta, der gleich jung ist wie das Orchester, leitete mehrere dieser Aufführungen und hatte an seiner Seite „altgediente“ Künstler wie Pinchas Zukerman und Yefim Bronfman, Evgeny Kissin, Murray Perahia, Leonides Kavakos, Julian Rachlin, David Garrett und „natürlich“ Yuja Wang, der „Shooting Star“ der letzten Jahre. In Rezitals und Orchester-Konzerten wurde in festlicher Stimmung der Gründung des Orchesters durch den Geiger Bronislaw Huberman im Dezember 1936 und des Dirigenten des ersten Konzerts, Arturo Toscanini, durch die schönste Art gedacht: durch erhabene musikalische Darbietungen.

Israel Philharmonic Orchestra. Foto: GPO

Aber auch die „normale“ Saison bot sehr viele Glanzlichter und Höhepunkte. Die Liste der obgenannten Berühmtheiten ergänzten unter anderen die Dirigenten Christoph von Dohnanyi, Yuri Temirkanov, Gianandrea Noseda, Ricccardo Muti und die Star-Solisten Andras Schiff, Gil Shaham, Ilya Gringolts, Khatia Buniatishvili und Amanda Forsyth, Pinchas Zukerman’s Frau.
Letztere spielte brilliant ein relativ unbekanntes Cellokonzert von Victor Herbert und es ist erfreulich, dass neben all den Beethovens, Brahms, Mozarts, Tschaikovskys, Prokovievs und Schuberts – die natürlich immer ein Erlebnis sind – fast in jedem Konzert etwas Modernes oder weniger Bekanntes gespielt wird. Oft freut man sich auf das Bekannte und stellt dann überrascht fest, dass gerade das Neue besonders reizvoll war und die – in Israel leider vielen – Zuhörer, die das Konzert frühzeitig verliessen oder später kamen, durchaus Unrecht hatten, sich dem Neuen nicht auch zuzuwenden. Pinchas Zukerman reihte sich – wie Itzhak Perlman – in die Reihe der weltberühmten Solo-Künstler ein, die nun auch Konzerte dirigieren oder gar – wie im Haydn Violinkonzert – sowohl als Solist wie als Dirigent gleichzeitig glänzen.

Konzertante Aufführungen von Opern haben im Programm des IPO bereits Tradition. Diesmal wurde Puccini’s „Turandot“ nur in Tel-Aviv gespielt, während Mozart’s „Le Nozze di Figaro“ in einer halbszenischen Aufführung auch die Zuhörer in Jerusalem und Haifa erfreute und ergötzte.
Die Jubliäums-Saison wurde mit einer Tour nach China gekrönt, wo das Israel Philharmonic Orchestra fünf Konzerte gab und u.a. die Ehre hatte, das Jiangsu Grand Theatre einzuweihen, ein Kunst-Zentrum, das ein 2300-Plätze grosses Opernhaus, eine Konzerthalle mit 1500 Plätzen, ein Schauspiel-Haus mit 1000 Plätzen und eine Konferenz-Halle mit 3000 Plätzen beinhaltet.
In einem Teil der Konzerte spielte ein 12jähriges Chinesisches Wunderkind das Klavier-Solo.

Letzte Saison mit Zubin Mehta

Zubin Mehta. Foto: IL-Music

Die nun bereits eröffnete 82. Saison des IPO wird die letzte sein, in der der Maestro als aktiver Musikalischer Leiter amtet. Der schon letztes Jahr angekündigte, wohl nicht ganz überraschende, Rücktritt Mehtas, der diesen Posten seit genau 40 Jahren innehatte, habe im IPO ein „Erdbeben“ ausgelöst, so der CEO kürzlich. Man ist wirklich gespannt, wie und vor allem mit wem sich der Wechsel vollziehen wird, nach so vielen Jahren fruchtbaren Wirkens von Zubin Mehta, der in Tausenden von Konzerten das Orchester geprägt hat. Aber vor der Wehmut über den Abschied darf man noch ein wie immer abwechslungsreich gestaltetes Programm geniessen. Es begann gleich mit einem speziellen „Leckerbissen“: Die bekannte portugiesische Pianistin Maria Joao Pires spielte an 10 Abenden Beethoven’s 3. Klavier-Konzert und diverse Zugaben. Die kleine, zierliche Künstlerin zieht einen mit ihrem magischen Spiel vollkommen in den Bann. Von den innigsten Stellen bis zu kraftvollen Partien verzaubert sie die Zuhörer unweigerlich – wirklich berührende Kunst. In rund 90 weiteren Konzerten bis kommenden Juli wird das Israel Philharmonic Orchestra das Hohe Niveau zeigen können, das es in 82 Jahren und massgeblich unter der Stabführung von Zubin Mehta erreicht hat und unter noch unbekannter Leitung hoffentlich weiterhin beibehält.

Von Ruth Bloch

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Von am 31/10/2017. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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