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Der Gazastreifen und die Palästinensische Autonomiebehörde

Weitere Entwicklungen nach der Sprengung des terroristischen Tunnels der PIJ

Am 30. Oktober 2017 gab der IDF-Sprecher bekannt, dass israelische Streitkräfte die kontrollierte Sprengung eines terroristischen Tunnels initiiert haben. Dieser Tunnel befand sich in Bau und führte in das israelische Territorium in der Nähe des Sicherheitszauns bei Khan Junis im zentralen Gazastreifen. Der Tunnel reichte im israelischen Gebiet bis in die Nähe des Kibbuzes Kissufim. Die IDF gab bekannt, dass der Bau des Tunnels, der noch nicht betriebsbereit war, für eine gewisse Zeit überwacht wurde und dass er in einem Gebiet gegraben wurde, in dem die neue Grenzbarriere noch nicht vorhanden ist.

Am 30. Oktober 2017 griff Israel einen terroristischen Tunnel des militärischen Arms der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) an, der in das israelisches Territorium in der Nähe von Kissufim führte. Bei dem Angriff wurden 12 Aktivisten der PIJ und der Hamas getötet. Fünf Aktivisten wurden im Tunnel eingeschlossen. Das Rote Kreuz bat Israel, bei der Suche nach den eingeschlossenen Aktivisten zu helfen. Israel konditionierte die Hilfe mit Fortschritten bei den Verhandlungen über die israelischen Gefangenen und Vermissten, die sich in den Händen der Hamas befinden. Der Regierungskoordinator in den Gebieten (COGAT), Major General Yoav (Poly) Mordechai, sagte, dass Israel niemandem den Zutritt in den Tunnelbereich auf israelischem Gebiet zwecks Suche gewähren wird. Falls die Hamas ihre Terroristen suchen wolle, müsste sie signifikante Fortschritte in der Frage der israelischen Kriegsgefangenen und Vermissten, die sich im Gazastreifen befinden, aufweisen (Haaretz, 2. November 2017).

Als Reaktion auf die Mitteilung des COGAT, beeilte sich Mahmoud az-Zahar, Spitzenmitglied der Hamas, zu betonen, dass die Hamas keinerlei Informationen über die gefangenen Soldaten im Gaza-Streifen liefern werde. Seinen Angaben zufolge werden alle Informationen über die gefangenen Soldaten nur im Gegenzug für die Freilassung der palästinensischen Gefangenen aus den israelischen Gefängnissen gegeben (Felesteen News Info, 3. November 2017). Daud Schehab, ein Sprecher der PIJ, sagte, dass die Einbehaltung der Leichen durch Israel ein „Verbrechen“ sei, das darauf abzielt, die humanitäre Lage im Gazastreifen auszunutzen (al-Aqsa TV, 6. November 2017).

Der militärische Arm der PIJ (PFLP) beeilte sich zu verkünden, dass fünf seiner Aktivisten, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Tunnel befanden, als Tote gelten. Demnach wurden auch Totenmessen und symbolische Beerdigungen veranstaltet. In der Bekanntmachung wurde zudem betont, dass die Aktivisten durch die Tunnel mehrere hundert Meter ins israelische Gebiet eingedrungen waren, obwohl Israel „komplexe Sicherheitsmaßnahmen“ unter Verwendung von Technologien getroffen hat, und dass es von diesen Tunneln noch andere gibt (Website des PFLP, 3. November 2017). Quellen in der Organisation drohten, Israel anzugreifen.

Später verkündete der IDF–Sprecher, dass die fünf Leichen der Aktivisten aus dem Tunnel geborgen wurden und dass sie von der israelischen Armee einbehalten werden. Anführer der Hamas und der PIJ beeilten sich, Israel vehement anzugreifen und kündigten an, dass sie sich dem von Seiten Israels verhängten Verhandelungszwang nicht beugen werden und dass sie sich die Leichen „auf anderem Wege“ holen werden. Sie betonten, dass Verhandlungen nur im Austausch für Gefangene, die in israelischen Gefängnissen sitzen, geführt würden.

Im Folgenden die wichtigsten Reaktionen hochrangiger Mitglied der Hamas und der PIJ:

  • Fawzi Barhum, ein Sprecher im Namen der Hamas, wies darauf hin, dass Israels Aktion „ein erbärmlicher Versuch“ sei, dem „Widerstand“ „eine neue Gleichung“ aufzuzwingen. Seinen Angaben zufolge wüsste die Hamas bereits, wie sie ihre Helden als Teil eines Gefangenenaustauschs aus den Gefängnissen eintauschen könne, und daher wäre sie auch in der Lage, die Leichen der Märtyrer zurückzuholen (Website der Hamas, 5. November 2017).
  • Ahmed Bahar, stellvertretender Vorsitzender des palästinensischen Legislativrats von Seiten der Hamas, sagte, dass der „Widerstand“ weitere Tunnel plane und diese bereits gräbt, um die Gefangenen der Hamas aus den israelischen Gefängnisse zu befreien (Dunia al-Watan, November 3, 2017). In einer weiteren Erklärung sagte er, dass die Hamas die Verhandlungen mit Israel in Bezug auf die Leichen ablehnt und dass der „Widerstand“ handeln wird, um diese „auf eine Art und Weise zurückzuholen, die ihr bereits bekannt ist “ (al-Rai, 6. November 2017).
  • Ahmed al-Madlal, führendes Mitglied der PIJ, sagte, dass seine Organisation niemals die Leichen der fünf Aktivisten, die in Israel festgehalten werden, aufgeben wird. Er versprach, dass die Leichen nicht lange Zeit in Israel bleiben werden und sagte, dass der „Widerstand“ weiß, wie sie zurückzuholen sind. Er fügte hinzu, dass die PIJ weitere Tunnel besitzt und dass der „Widerstand“ viele Optionen habe, die Israel in letzter Zeit kennen gelernt hatte (Shehab News, 5. November 2017).

Beileidsbesuch einer Hamas-Delegation im Iran

Eine Delegation der Hamas unter der Leitung von Saleh al-Aruri, stellvertretender Leiter des Politbüros der Hamas, erreichte den Iran anlässlich einer Gedenkfeier zu Ehren des Vaters von Kassem Slimani, Kommandeur der Quds-Einheit (Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden). Die Delegation besteht aus mehreren hochrangigen Beamten der Hamas, einschließlich Izzat al-Rischk, Mitglied des Politbüros der Hamas und zuständig für die arabischen und islamischen Beziehungen mit der Hamas, Khaled al-Kadumi, Vertreter der Hamas im Iran, Muhammad Nasr, horchrangiges Mitglied der Hamas, und Osama Hamdan, Kommissar für Außenbeziehungen der Hamas (Website von al-Resalah.net, 5. November 2017). Vor der Ankunft der Delegation im Iran traf Saleh al-Aruri mit dem Generalsekretär der Hisbollah, Hassan Nasrallah, im Libanon zusammen (Felesteen News, 1. November 2017).

Iranische Hilfe für einen Wohltätigkeitsverein im Gazastreifen, der mit der PIJ assoziiert ist

Der Wohltätigkeitsverein al-Ansar, der mit der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) assoziiert ist, gab bekannt, dass er ab dem 5. November 2017 Familien, deren Mitglieder bei der Operation „Fels in der Brandung“ getötet wurden, mit iranischer Hilfe finanziell unterstützen wird. Nach Angaben des Vereins wird in der ersten Runde ein Gesamtbetrag von 631.000 US-Dollar, 1.630 US-Dollar pro Person, im gesamten Gazastreifen verteilt. Die Verteilung wird sich nach den verschiedenen Bezirken richten (al-Wataniya TV, 31. Oktober 2017).

Im August 2017 strahlte der iranischen TV-Sender al-Kawthar eine Reportage aus dem Gazastreifen aus, in der über die Verteilung der finanziellen Unterstützung an die Familien der Märtyrer, die während der Zweiten Intifada getötet wurden, berichtete wurde. Die Mittel wurden von der iranischen „Märtyrer-Institution“ durch den Wohltätigkeitsverein al-Ansar in den Gazastreifen überwiesen. In der Reportage war auch ein Interview mit einem hochrangigen Mitglied des Vereins zu sehen, der sich „Abu Khaled“ nennt und uns aus früheren Interviews bekannt ist. Unserer Ansicht nach dient er als stellvertretender Vorsitzender des Vereins. In diesem Interview sagte er, dass die finanzielle Unterstützung anlässlich des Opferfestes in Höhe von insgesamt 1,4 Mio. US-Dollar bzw. 4.700 US-Dollar pro Familie eines Märtyrers im Gazastreifen ausgezahlt wird. Der Korrespondent betonte in der Reportage, dass der Iran im Laufe der Jahre hinter dem palästinensischen Volk gestanden habe, es stets mit Waffen beliefert habe und alles rund um das palästinensische Problem selbst dann unterstützt habe, als die arabischen Länder es ignoriert haben. In der Reportage bedankten sich Bewohner aus dem Gazastreifen für die finanzielle Unterstützung, die sie vom Iran erhielten (der iranische TV-Sender al-Kawthar, 24. August 2017).

Mahmud Abbas‘ Besuch in Ägypten und Saudi-Arabien

Mahmud Abbas erreichte Scharm a-Scheich zu einem zweitätigen Besuch auf Einladung des ägyptischen Präsidenten Abd Al-Fattah As-Sisi. Abbas wurde von Riad al-Maliki, Außenminister der palästinensischen nationalen Einheitsregierung und Beauftragter für Migranten, Madsched Faradsch, Geheimdienstchef der PA, Hassan a-Scheik, Minister für zivile Angelegenheiten der PA, Nathmi Mahana, Leiter der Grenzübergangsbehörde von Seiten der PA u. a. begleitet. Während seines Besuchs trafen sich die beiden Staatsmänner (Wafa Nachrichtenagentur, 6. November 2017). Von dort aus reiste Mahmud Abbas zu einem offiziellen Besuch nach Saudi-Arabien, wo er König Salman und Kronprinz Muhammad bin Salman traf (Wafa Nachrichtenagentur, 6. November 2017).

Quelle: Das Meir Amit Informationszentrum über Geheimdienste und Terrorismus

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Von am 14/11/2017. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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