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Analyse: Antisemitismus kann die Probleme der muslimischen Welt nicht lösen

Die muslimische Welt hat eine lange Tradition, unangenehme Realitäten abzuweisen und Juden und den Westen für ihre selbstverschuldeten Probleme verantwortlich zu machen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die muslimische Welt formell die Anerkennung der Realität durch US-Präsident Donald Trump ablehnt: Jerusalem ist die historische und moderne Hauptstadt Israels und des jüdischen Volkes.

Der muslimische Gipfel in Istanbul über Jerusalem, sollte eine Machtprojektion gegen Israel und die USA sein. Stattdessen enthüllte er die Teilung, Dysfunktionalität und Schwäche der muslimischen und arabischen Welt. In der Vergangenheit war die Opposition gegen Israel eines der wenigen Probleme, die zeitweilig eine zutiefst gespaltene arabisch-muslimische Welt vereinigten. Während sie Lippenbekenntnisse ablegen, werden die arabischen Schlüsselstaaten wie Saudi-Arabien und Ägypten immer mehr vom Regime in Ramallah unter Mahmoud Abbas ermüdet.

Die PLO hat ihre Dynamik verloren und der Nahe Osten hat mit viel größeren Herausforderungen zu kämpfen als Hamas und Fatah. Sunnitische arabische Staaten sehen stillschweigend Israel als einen wertvollen Verbündeten bei der Konfrontation mit der Bedrohung durch die iranisch geführte Schia-Allianz. Es gibt Hinweise darauf, dass die Saudis Trumps Position unterstützen werden, dass Israel nicht das Problem im Nahen Osten ist.

Ironischerweise ist der stärkste Unterstützer der PLO kein arabisches Regime, sondern der türkische Islamistenführer Recep Tayyip Erdogan. Der den arabisch-israelischen Konflikt ausnutzt, um sein Ansehen in der islamischen Welt zu stärken.

Hinter der Fassade der Wut gegen die USA und Israel bot der muslimische Gipfel in der Türkei eine weitere willkommene Ablenkung von den wirklichen Problemen der islamisch-arabischen Welt, die starke Armut, Analphabetentum, Freiheit und Wissensdefizit sind. Unnötig zu sagen, dass Israel in der arabischen Welt nicht populär ist. Anders als in der Vergangenheit sind die muslimischen Massen weniger mit den Juden beschäftigt und konzentrieren sich mehr auf die ernsthaften sozioökonomischen Probleme in der arabischen Welt. Junge Menschen im Mittleren Osten fordern zunehmend Rechenschaftspflicht und Reformen. Während der Judenhass im Nahen Osten nicht in absehbarer Zeit verschwindet, ist der durchschnittliche Araber eher daran interessiert, seine sozioökonomische Situation zu verbessern.

Trumps Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt, ist eine gute Nachricht für den jüdischen Staat. Sie erfüllt auch die dringend benötigte Realität, die die Chancen zur Lösung des Konflikts zwischen Arabern und Juden verbessern kann. Jenseits von Israel könnte sich Trumps Umarmung der Realität, als ein Segen für die muslimische arabische Welt erweisen. Ein Teil des Erwachsenwerdens ist es, Verantwortung zu übernehmen und zu lernen mit Dingen zu leben, die man nicht mag. Anders als die Europäer, die herablassend Muslime und Araber wie Kinder behandeln, scheint Trump Rechenschaft von allen einzufordern, einschließlich der arabischen Welt.

Nur wenn man sich der Realität stellen muss, kann sich die muslimische Welt darauf konzentrieren, ihre eigenen selbstverschuldeten gesellschaftlichen Probleme und gewalttätigen Pathologien zu lösen, die nichts mit Israel und Juden zu tun haben.

Von Daniel Krygier,
für Welt Israel Nachrichten

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Von am 20/12/2017. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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