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Horst Selbiger: Ein Berliner Jude zwischen DDR und BRD

Zeitzeugengespräch zum 90. Geburtstag
Horst Selbiger: Ein Berliner Jude zwischen DDR und BRD

Petra Pau und Horst Selbiger bei der Gedenkveranstaltung am Gleis 17, Bahnhof Berlin Grunewald (19. Oktober 2016) © Stiftung Denkmal

Am Donnerstag, dem 11. Januar ist der Zeitzeuge Horst Selbiger anlässlich seines 90. Geburtstag im Jüdischen Museum Berlin zu Gast. Zusammen mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas lädt das Museum zu einem Zeitzeugengespräch mit der Programmdirektorin Léontine Meijer-van Mensch. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, wird als enge Vertraute Selbigers das Grußwort sprechen. Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, führt in das Gespräch ein.

Horst Selbiger, geboren am 10.1.1928, stammt aus einer Berliner jüdischen Familie. Er erlebte die nationalsozialistische Ausgrenzung als Schulkind und war als Zehnjähriger Augenzeuge der Ausschreitungen im November 1938. Nach der Schließung der jüdischen Schulen im Sommer 1942 musste er als Jugendlicher in einem Rüstungszulieferbetrieb Zwangsarbeit leisten. Er gehörte zu den jüdischen Arbeitern, die im Februar 1943 im Rahmen der sogenannten »Fabrikaktion« in den Betrieben von der Gestapo verhaftet wurden.

Vom DP-Lager in die Volkskammer
Nach seiner Befreiung 1945 lebte Selbiger zunächst im Lager für »Displaced Persons« in Schlachtensee und zog nach Gründung der DDR 1949 nach Ost-Berlin, wo er das Abitur nachholte. Er wurde Pressereferent im Nationalrat der Dachorganisation aller Parteien der DDR und einer der jüngsten Abgeordneten der Volkskammer. Wegen Kritik an der Parteiführung wurde er nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 aus der SED ausgeschlossen. Nach dem Berufsverbot als Journalist musste er als Laborwäscher in der Charité arbeiten. Nebenher begann er zu schreiben und veröffentlichte sein erstes Buch über Gustav Adolph Schlöffel, einen Protagonisten der 1848er Revolution.

Rehabilitation und Flucht
1956 wurde er rehabilitiert und arbeitete als Leiter der Kulturabteilung an der Humboldt-Universität. Außerdem publizierte er zur Geschichte der Arbeiterbewegung und zum Widerstand gegen Hitler. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als freier Journalist für verschiedene Zeitungen arbeitete er nach seiner Zeit an der HU als freier Dokumentarfilmredakteur für den Deutschen Fernsehfunk in Adlershof. Eine Dienstreise für das Neue Deutschland zum Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main 1964 nutzte er zur Flucht zu seinen Eltern nach West-Berlin. Am Südstern in Kreuzberg baute er ein Reisebüro auf, das noch heute besteht. 1970 ging Host Selbiger in Frührente, bis heute lebt er in Berlin.

Programm
Begrüßung: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Grußwort: Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
Gespräch: Horst Selbiger mit Léontine Meijer-van Mensch, Programmdirektorin und Stellvertreterin des Direktors, Jüdisches Museum Berlin.

In Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Jüdisches Museum Berlin
Ort: Saal in der W. Michael Blumenthal Akademie
Eintritt: frei
Zeit: 19 Uhr
Besucheranmeldung: Bitte bis 10. Januar 2018 unter veranstaltungen@stiftung-denkmal.de oder unter Tel. 030-263 943 11

Quelle: Jüdisches Museum Berlin

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Von am 10/01/2018. Abgelegt unter Veranstaltungen. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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