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Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (17.- 23. Januar 2018)

Im Mittelpunkt der Ereignisse der vergangenen Woche standen drei Anschläge im Rahmen des Volksterrorismus („Volkswiderstand“). Dabei handelt es sich um einen versuchten Messerangriff an der Kreuzung Tapuach (ca. 11 km südlich von Nablus) und um zwei vereitelte Autoangriffe (einer in der Nähe der Allenby-Brücke und der andere am Checkpoint der Kreuzung von Atarot). Auch in der vergangenen Woche kam es in Judäa, Samaria, Jerusalem und im Gazastreifen zu Demonstrationen und gewaltsamen Unruhen, die allerdings von einer relativ geringen Beteiligung der palästinensischen Öffentlichkeit gekennzeichnet waren.

Die Fatah-Bewegung verteilte Flugblätter, die die „Eskalation des Volkswiderstands“ und „Taten, die das Leben der Siedler zur Hölle machen sollen“ fordern. Die Flugblätter riefen zu Demonstrationen, einem Generalstreik (der bereits am 23. Januar 2018 stattfand) und zur Fokussierung auf die Störung der Verkehrswege der israelischen Siedlungen in Judäa und Samaria auf. Der Hintergrund ist der Besuch des US-Vizepräsidenten Mike Pence und die Unterstützung des Volkswiderstands von Seiten Mahmud Abbas‘ und des Zentralrats der PLO.

Mahmud Abbas hielt während der vergangenen Woche zwei Reden. Die erste Rede wurde im scharfen Ton vor der al-Azhar-Konferenz zur Unterstützung Jerusalems in Kairo abgehalten, in der er die historische und religiöse Verbindung der Palästinenser mit dem Land Palästina und mit Jerusalem betonte. Die zweite Rede während einer Pressekonferenz in Brüssel war sanft. In dieser erklärte er, dass das palästinensische Volk an Verhandlungen und Frieden interessiert sei. Abbas forderte die Europäische Union auf, den Staat Palästina und seine Institutionen anzuerkennen und betonte, dass diese Anerkennung die Verhandlungsbemühungen nicht unterminieren werde.

Terroranschläge und vereitelte Angriffe in Judäa und Samaria

Vereitelter Messerangriff an der Kreuzung Tapuach (ca. 11 km südlich von Nablus): Am 23. Januar 2018 vereitelten Grenzpolizisten einen Messer-Angriff. Ein Kämpfer beobachtete zwei Palästinenser, die sich in verdächtiger Weise einer Busstation an der Kreuzung Tapuach näherten. Die Kämpfer handelten gemäß dem vorgegebenen Verfahren zur Festnahme eines Verdächtigen und riefen die beiden Männer auf, stehen zu bleiben. Diese folgten den Anweisungen jedoch nicht und schritten weiter. Dabei zog einer von ihnen ein Messer und liefen auf die Kämpfer zu. In Folge dessen schoss einer der Kämpfer in deren Richtung und verletzte sie (Sprecher der israelischen Polizei, 23. Januar 2018).

Vereitelter Auto-Angriff in der Nähe der Allenby-Brücke: Am 19. Januar 2018 wurde ein Auto-Angriff in der Nähe der Allenby-Brücke (die den Fluss Jordan zwischen Jericho und dem Königreich Jordanien überspannt) verübt. Ein Palästinenser erreichte mit seinem Wagen den Checkpoint an der Taufstelle Qasr al-Jahud und bat die beiden Soldaten, die den Checkpoint bemannten, um Durchfahrerlaubnis. Als sie ihm diese nicht gewährten, umfuhr er unerlaubt die Durchfahrt und überfuhr dabei einen der Soldaten. Dieser wurde nur leicht verletzt und vor Ort behandelt. Der Fahrer wurde angehalten und festgenommen. Bei seiner ersten Vernehmung behauptete er, dass er den Angriff vor dem Hintergrund seiner Unzufriedenheit von der Aktivität der Soldaten verübt habe (ynet Nachrichtenagentur, 19. Juli 2018). Die palästinensischen Medien berichteten, dass es sich um Dschihad Elias Muhammad Dschabari (55) aus Hebron handelt (Felesteen, 19. Januar 2018).

Vereitelter Auto-Angriff am Checkpoint der Kreuzung von Atarot: Am 18. Januar 2018 erreichte ein palästinensisches Fahrzeug in rasanter Geschwindigkeit den Checkpoint in der Nähe der Kreuzung von Atarot. Der Fahrer wurde von den Kämpfern der dort stationierten Grenzpolizei aufgefordert, stehen zu bleiben. Dieser reagierte jedoch nicht und fuhr weiter in deren Richtung. Nachdem er die Kämpfer beim ersten Versuch nicht überfuhren hatte, fuhr er zurück und versuchte es noch einmal. Dabei schossen die Kämpfer auf die Autoräder, was den Fahrer allerdings nicht daran hinderte, in Richtung Ramallah zu fliehen (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 18. Januar 2018).

Die Operation zur Festnahme der Zellenmitglieder von Dschenin, die Rabbiner Rasiel Schewach s. A. ermordeten

Nach einigen Fortschritten, die nach dem bewaffneten Angriff an der Kreuzung Hawat Gilead in Samaria, bei dem Rabbiner Rasiel Schewach getötet wurde, erzielt worden waren, führten israelische Sicherheitskräfte in der Nacht vom 18. Januar 2018 eine Razzia im Stadtteil Wadi Barkin in Dschenin durch, um die mutmaßlichen Mörder aufzuspüren. Im Verlauf der Operation entwickelten sich Feuergefechte zwischen den Sicherheitskräften und den Terroristen, die sich in einem der Häuser versteckt hielten. Bei einem der Schusswechsel wurde ein Terrorist, Ahmed Ismail Mohammad Dscharar tödlich verletzt und zwei weitere Terroristen wurden festgenommen. Schätzungen zufolge gelang dem Zellenanführer, Ahmed Nasr Dscharar, den die Hamas als einen Aktivisten ihres militärischen Arms bezeichnet hatte, die Flucht. Zwei israelische Kämpfer wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Während der Operation zerstörten die Streitkräfte drei Häuser der Familie Dscharar. Es wurde berichtet, dass keine Leichen unter dem Abrissschutt gefunden wurden (PALINFO, 19. Januar 2018).

Das palästinensische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass es sich bei dem Toten um Ahmad Ismail Mohammad Dscharar (31) handelt, der als Hamas-Aktivist bekannt war (Shehab, 18. Januar 2018). Ismail Haniyya, Chef des Politbüros der Hamas, telefonierte mit seiner Familie. Haniyya äußerte seinen Stolz auf das Heldentum von Ahmed Ismail Mohammad Dscharar und seiner Familie, welches ein „enormes Beispiel des Widerstands“ sei. Dazu gehört auch Nasr Dscharar, ein hochrangiger Aktivist des militärischen Arms der Hamas, und sein flüchtiger Sohn Ahmed Dscharar (Webseite der Hamas, 20. Januar 2018).

Während der Operation der Sicherheitskräfte in Dschenin begannen Hunderte von Palästinensern Steine auf die IDF-Truppen zu werfen. Diese reagierten wiederum mit CRC-Maßnahmen. Die Medien berichteten über drei Palästinenser, die bei Zusammenstößen mit den israelischen Sicherheitskräften verletzt wurden, einer von ihnen schwer und zwei andere mittelschwer (Wafa Nachrichtenagentur, 18. Januar 2018).

Die Operation wurde von Sprechern der Hamas und der Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) ausgenutzt, um die Intifada in Judäa und Samaria auszuweitern und die Einstellung der Sicherheitskoordination mit Israel zu fordern.

Mahmud az-Zahar, Mitglied des Politbüros der Hamas, sagte, dass das Gebiet von Judäa und Samaria wieder zu seiner Rolle als Teil des Widerstands zurückgekehrt sei. Ihm zufolge hat Judäa und Samaria das „Widerstandspotential“, das nur Kenner schätzen können. Er erklärte, dass die Palästinenser Erfolge erzielen werden, sollte dieses Potenzial ausgebaut und die Sicherheitskoordination der Palästinensischen Autonomiebehörde mit Israel eingestellt werden (al-Quds, 21. Januar 2018).

Sami Abu Zuhri, Sprecher der Hamas, sagte, dass die Operation in Dschenin weder die erste war noch die letzte sein würde. Seinen Worten zufolge werde die Sicherheitskoordination den „Widerstand “ nicht daran hindern, weiterhin gegen die Entscheidung des US-Präsidenten zu handeln und Jerusalem weiterhin zu verteidigen (Twitter-Account von Sami Abu Zuhri, 18. Januar 2018).

Abd al-Latif al-Kanua, ein Sprecher im Namen der Hamas, drohte, dass die Operation in Dschenin nicht stillschweigend hingenommen werden kann und mit „bewaffnetem palästinensischem Widerstand“, der die Besatzung schwer treffen und Leben kosten werde, gekontert werden müsse. Seinen Worten zufolge habe die Hamas das Interesse, die Intifada in Judäa und Samaria auf allen Ebenen zu fördern. Er verurteilte das Verhalten der Sicherheitsdienste der Palästinensischen Autonomiebehörde, die sich seinen Angaben zufolge angesichts der israelischen Aktivität in Dschenin nicht einmischt haben. Er forderte eine Eskalation der Intifada in Judäa und Samaria und die Einstellung der Sicherheitskoordination mit Israel (al-Aqsa TV, 18. Januar 2018).

Ahmed al-Madlal, führendes Mitglied der PIJ, sagte, dass die Auseinandersetzungen mit der IDF in Dschenin beweisen haben, dass der „Widerstand“ wirksam gegen die israelische Aggression handelt. Seinen Worten zufolge muss die Sicherheitskoordination mit Israel eingestellt, der „Widerstand“ in Judäa und Samaria fortgesetzt und seine Waffen weiter entwickelt werden. Er rief dazu auf, den „Widerstand“ durch die Unterstützung der Bevölkerung auszubauen und die Intifada gegen Israel zu intensivieren (Shehab, 18. Januar 2018).

Demonstrationen und Ausschreitungen

In der vergangenen Woche wurden die Proteste und Unruhen in Judäa, Samaria, Jerusalem und im Gazastreifen vor dem Hintergrund der Erklärung des US-Präsidenten Donald Trump bezüglich der Anerkennung Jerusalems durch die USA als Hauptstadt Israels (am 6. Dezember 2017) fortgesetzt. Der Rückgangstrend in der Teilnahme an diesen Ereignissen, zeichnete sich auch in der palästinensischen Öffentlichkeit weiterhin ab. Bei den Demonstrationen, die während dieser Woche und insbesondere am Freitag stattfanden, wurde eine relativ schwache Teilnahme registriert.

Vor dem Hintergrund des Besuchs des US-Vizepräsidenten Mike Pence in der Region, verteilte die Fatah-Bewegung Flugblätter in Judäa und Samaria, die die „Eskalation des Volkswiderstands“ (sprich Volksterrorismus) und „Taten, die das Leben der Siedler zur Hölle machen sollen“ fordern. Die Flugblätter riefen zu einem Generalstreik, zu Demonstrationen an verschiedenen Orten in Judäa und Samaria und zur Fokussierung auf die Störung der Verkehrswege der israelischen Siedlungen in Judäa und Samaria auf. Im Gazastreifen wurden nicht nur Proteste und Demonstrationen gegen die USA sondern auch gegen die schwierige Wirtschaftslage abgehalten. Osama al-Kawasmi, Sprecher der Fatah-Bewegung, rief alle Parteien dazu auf, den Streik einzuhalten. Dabei argumentierte er, dass der Streik die ablehnende Haltung gegenüber der Entscheidung der US-Regierung in Bezug auf Jerusalem und den Besuch des US-Vizepräsidenten Mike Pence reflektiert. Er unterstrich, dass es keinen Frieden ohne „die Hauptstadt Palästinas“ in Ost-Jerusalem geben wird (Ma’an Nachrichtenagentur, 22. Januar 2018).

Gleichzeitig wurde das Werfen von Steinen und Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte und die zivilen Zielen weitergeführt. Bei Anti-Terror-Aktivitäten, die die israelischen Sicherheitskräfte in ganz Judäa und Samaria durchführten, wurden Terrorverdächtige festgenommen und Waffen sowie Drehmaschinen zur Herstellung von Waffen ergriffen.

Im Folgenden einige weitere nennenswerte Ereignisse:
Am 22. Januar 2018 erreichte ein Palästinenser eine der Kontrollstellen am Eingang zum Grab der Patriarchen in Hebron. Die Untersuchung des Metalldetektors ergab zwar nichts Außergewöhnliches, er erweckte dennoch den Verdacht der Grenzpolizisten, die die Position besetzten. Bei einer Leibesvisitation wurde ein verstecktes Messer unter seiner Kleidung gefunden. Eine erste Untersuchung ergab, dass er offenbar geplant hatte, einen Angriff durchzuführen (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, die 22. Januar 2018).

Am 22. Januar 2018 warfen Palästinenser Steine auf ein israelisches Fahrzeug, das in der Nähe von al-Luban a-Scharqija (Region Benjamin, 20 km südlich von Nablus) fuhr. Es gab keine Verletzten, das Fahrzeug wurde jedoch beschädigt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 22. Januar 2018).

Am 21. Januar 2018 wurden Steine auf Grenzpolizisten geworfen, die in der Gegend von ar-Ram südöstlich von Ramallah tätig waren. Drei Kämpfer wurden leicht verletzt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 22. Januar 2018).

Am 20. Januar 2018 wurden Schüsse auf die Polizeistation von Giwat Ha’avot in Kirjat Arba abgefeuert. Ein Streifenwagen der Polizei wurde leicht beschädigt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 20. Januar 2018).

Am 19. Januar 2018 erreichte eine junge Palästinenserin eine der Kontrollstellen in der Nähe des Grabmals der Patriarchen in Hebron. Bei der Inspektion wurden bei ihr zwei Messer gefunden. Die Palästinenserin, eine Bewohnerin der Kleinstadt Idhna in ihren Dreißigern, wurde festgenommen und zur weiteren Vernehmung geführt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 19. Januar 2018).

Quelle: Meir Amit Informationszentrum über Geheimdienste und Terrorismus

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Von am 28/01/2018. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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