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„Wir dachten, sie würden uns erschiessen“

Als vor fünf Jahren die ersten Menschen aus Syrien sich der syrisch-israelischen Grenze auf dem Golan näherten, waren sie sicher, sie würden von den IDF-Soldaten, die sie beobachteten, erschossen.

Doch ihre Not war grösser als ihre Angst.

Der damalige Kommandant des Nordkommandos, Major Yair Golan traf eine zutiefst menschliche Entscheidung. Er liess die Hilfesuchenden nach Israel einreisen.

Dr. Salam Zarka, leitender Direktor des Ziv Medical Centers in Sfad erinnert sich: „Als die ersten Verletzten und Kranken an der Grenze auftauchten, hatte ich gerade meine Zeit als Chief Medical Officer beim Nordkommando absolviert. Ich bin heute noch glücklich, dass es damals, als wir uns der aufkommenden Herausforderung stellen mussten, grosse Zustimmung unter den Ärzten gab und wir die Verletzten hereinbringen konnten.“

IDF-Feldlazarett am Golan. Foto: IDF

Auch als in den vergangenen Tagen die Spannungen zwischen Israel und Syrien einen neuen Höhepunkt erhielten, wurden die Bemühungen um eine medizinische Betreuung von Syrern nicht eingestellt. Sieben Personen, zwei Kinder und fünf Erwachsene mit schwerwiegenden Schussverletzungen wurden noch im Feldlazarett in der Nähe der Grenze notversorgt und anschliessend in nordisraelische Krankenhäuser gebracht. Die meisten Hilfesuchenden kommen aus den Dörfern auf dem Golan, es gab aber auch schon vereinzelt Kranke, die den Weg aus Damaskus hinter sich hatten.

Im Durchschnitt kommen täglich laut IDF Berichten drei bis vier Verletzte zur Grenze. Nicht zu einer Behandlung in Israel kommen Schwerstkranke im Endstadium und Personen, die eine Transplantation benötigen. Einerseits gibt es in Israel schon eine lange Warteliste für Transplantate, dazu brauchen die Organempfänger eine umfangreiche und lange Nachbehandlung. Kann die nicht gewährleistet werden, ist die Gefahr einer Organabstossung hoch.

Der Schwerpunkt für Behandlungen von Erkrankten liegt bei den Kindern. Allein im Jahr 2017 wurden mehr als 1.000 syrische Kinder in Israel behandelt. Viele von ihnen leiden an Gehörschäden, die vom Lärm der Bomben in ihrer unmittelbaren Umgebung bis zur Taubheit verstärkt wurden.

Ein israelischer Milliardär, Morris Kahn war sofort bereit, zu helfen. Dank seiner Unterstützung haben bereits fünf Kinder hochwertige Hörgeräte erhalten, derzeit stehen weitere 100 auf der Warteliste. Die Zahl wird sich erhöhen, solange der Krieg in Syrien weitergeht. Die Kosten pro Gerät belaufen sich auf 5.000 NIS.

Von Esther Scheiner

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Von am 18/02/2018. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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