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Analyse: Die Schwierigkeit Ruhe in Gaza zu bewahren

In den letzten Wochen haben die israelischen Medien ausführlich über die sich rasch verschlechternde wirtschaftliche Situation in Gaza und die Befürchtungen berichtet, dass ein wirtschaftlicher Zusammenbruch zu einer humanitären Krise oder zu erneuten Zusammenstößen mit Israel entlang der Grenze führen könnte. Aber während die Leiter des israelischen Sicherheitsapparats aufrichtige Sorge um das Wohlergehen der Bewohner Gazas äußern, sind die tatsächlichen Führer Gazas zu sehr damit beschäftigt, ihre militärische Macht aufzubauen und sich auf die nächste militärische Konfrontation mit Israel vorzubereiten.

Bisher hat niemand die Verantwortung für die Sprengstoffexplosion übernommen, die am Samstag vier israelische Soldaten die an der Grenze patrouillieren, schwer verletzt hat. Und die israelischen Verteidigungsstreitkräfte haben es auch vermieden, gegen irgendeinen der Machthaber in Gaza einen Vorwurf zu erheben. Aber es ist für jeden offensichtlich, dass die Hamas der Souverän im Gazastreifen ist und deshalb hätte ein solcher Angriff ohne die Zustimmung der Hamas nicht ausgeführt werden können, selbst wenn es nur eine stillschweigende Billigung wäre.

Selbst wenn die Hamas von der Bombe nichts wusste, beweist ihre mangelnde Reaktion gegen die Täter, dass die Gruppe bereit ist, solche Angriffe zu tolerieren und sogar zu begrüßen.

Schließlich gibt es in Gaza eine klare Arbeitsordnung. Um ihre Herrschaft zu bewahren, vermeidet die Hamas die Durchführung von Terroranschlägen, um israelische militärische Reaktionen zu verhindern. Aber die Hamas gräbt weiterhin Terrortunnel und verbessert ihr Raketenarsenal.

Die Hamas überlässt die schmutzige Arbeit Terroranschläge zu verüben, dem vom Iran unterstützten Islamischen Jihad, dessen Kommandozentrale in Damaskus liegt. Der Islamische Dschihad hat eine Grund um sich mit Israel zu beschäftigen, seit ein israelischer Luftschlag im letzten Jahr einen seiner Tunnel zerstörte und einige seiner hochrangigen Kommandeure getötet hat. Bisher war der Islamische Dschihad nicht in der Lage, einen befriedigenden Racheangriff auszuführen, aber er wird es zweifellos weiter versuchen.

Im Gazastreifen operieren auch eine Reihe von Terrorgruppen, die sich weigern, die Autorität der Hamas zu akzeptieren. In Israel nennen wir diese Gruppen „Schurken“. Außerdem sind dort auch Terrorzellen aktiv, die mit der Gruppe Islamischer Staat (ISIS) auf dem Sinai verbunden sind. Die Hamas toleriert die Aktivitäten all dieser Gruppen und unternimmt nichts gegen sie.

Der Grenzzwischenfall am Samstag beweist erneut, was wir 2006 im Zweiten Libanonkrieg an der libanesischen Front gelernt haben: Wenn man zu lange Provokationen entlang einer Grenze duldet – etwa wenn Demonstranten „nur“ versuchen, einen Grenzzaun zu durchbrechen oder „nur“ Steine auf israelische Soldaten werfen – dann sind Terrorangriffe nie weit entfernt.

Israel und die Hamas sind nicht an einer Eskalation interessiert. Es scheint, dass es derzeit keine bessere Alternative zur Hamas-Herrschaft in Gaza gibt, zumindest aus israelischer Sicht. Deshalb wird in naher Zukunft sicher die Ruhe an der Grenze wiederhergestellt werden.

Aber ohne eine grundlegende Lösung für das Gaza-Problem wird es der IDF schwer fallen, diese Ruhe für lange Zeit aufrecht zu erhalten. Dieser schwere Vorfall am Samstag sollte Israel veranlassen, nach einer besseren Lösung zu suchen als der Hamas zu vertrauen, dass sie die Ruhe entlang Israels Südgrenze gewährleistet.

Von Eyal Zisser (JNS)

Eyal Zisser ist Dozent für Geschichtswissenschaften im Nahen Osten an der Universität Tel Aviv.

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Von am 20/02/2018. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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