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Konferenz „Ein Ende des Antisemitismus!“ in Wien eröffnet

Rund 150 Redner aus der ganzen Welt treffen sich diese Woche an der Universität Wien, um einen Weg zu finden, den Antisemitismus zu beseitigen – eine monumentale Aufgabe, die der European Jewish Congress zumindest zu starten versucht, wenn nicht sogar zu vollenden.

Dr. Moshe Kantor, Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses. Foto: EJC

EJC-Präsident Dr. Moshe Kantor forderte in der Versammlung Antisemitismus mit dem Titel „Ein Ende des Antisemitismus“, praktische Lösungen für den Umgang mit Antisemitismus. Die Universität Tel Aviv arbeitet gemeinsam mit der Universität Wien und der Universität New York, am Zustandekommen der Veranstaltung.

Die beispiellose Veranstaltung mit Rednern aus Nordamerika, Israel und Lateinamerika, Australien und verschiedenen europäischen Ländern wurde von Heinz Engl, Rektor der Universität Wien, Dr. Kantor, vom EJC und dem französischen Philosophen Bernard-Henri eröffnet.

„Dies muss der Anfang vom Ende des Antisemitismus sein, denn es reicht nicht, nur über Antisemitismus zu reden. Wir müssen ehrgeizig und pragmatisch sein, um dauerhafte Lösungen für dieses Problem zu finden“, sagte Kantor.

„Menschen, die in den Straßen der europäischen Hauptstädte marschieren und „Tod den Juden“ rufen, haben zum tatsächlichen Tod der Juden geführt und werden weitermachen, wenn Europa nicht reagiert“, warnte Kantor.

„Dass der Schutz der Polizei und des Militärs für jüdische Gemeinden notwendig ist, ist an sich schon eine beschämende Anklage gegen die europäische Gesellschaft“, fügte er hinzu.

„Wir haben die Pflicht, dem Antisemitismus keinen Platz in der Öffentlichkeit zu geben, wenn die radikalen Kräfte der Linken und Rechten an Stärke gewinnen.“

Zu den weiteren Rednern der fünftägigen Konferenz gehören namhafte politische, akademische und religiöse Entscheidungsträger und Meinungsbildner, darunter:

• der österreichische Kanzler Sebastian Kurz;
• Bundeskanzler und Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, Christian Kern;
• Audrey Azoulay, Generaldirektorin der UNESCO;
• Katharina von Schnurbein, Europäische Koordinatorin zur Bekämpfung des Antisemitismus;
• Nathan Sharansky, Vorsitzender der Jewish Agency;
• Raya Kalenova, stellvertretende Vorsitzende des EJC;
• Irwin Cotler, ehemaliger Justizminister und Generalstaatsanwalt von Kanada;
• Andrew Baker, Amerikanisch-Jüdisches Komitee, Org für Sicherheit & Coop. in Europa;
• Prof. Dina Porat, Chefhistorikerin Yad Vashem, Leiterin des Kantor-Zentrums zur Erforschung des zeitgenössischen europäischen Judentums.

Kantor sprach auch über den Beitritt der rechtsextremen Freiheitspartei in die aktuelle österreichische Regierung. „Damit die Freiheitspartei für diejenigen von uns akzeptabel ist, die ein offeneres und toleranteres Europa suchen, müssen sie alle Elemente ihrer dunkleren Vergangenheit loswerden und praktische Schritte unternehmen.“

„Dazu gehört die sofortige Ablehnung von Personen mit antisemitischer Vergangenheit, die beleidigende Kommentare öffentlich oder virtuell gemacht haben.“

„Wir haben die jüngste Ankündigung zur Einrichtung einer Forschergruppe zur Untersuchung ihrer Geschichte zur Kenntnis genommen. Dies kann jedoch nicht nur ein Instrument der Ablenkung sein, um Beweise gegen einige bereits verstorbene Mitglieder zu finden“, warnte Kantor. Das Gremium muss zu praktischen Empfehlungen führen, die umgesetzt werden.“

Die Veranstaltung wurde als Reaktion auf den „stetigen Anstieg des Antisemitismus in der ganzen Welt, insbesondere in Europa“ organisiert, sagte Kantor.

Der Abschluss der Antisemitismus-Analyse der Konferenz wird voraussichtlich eine Liste von Lösungsvorschlägen sein, um Antisemitismus auf der ganzen Welt effektiv zu bekämpfen und zu verhindern, die an Politiker, religiöse Würdenträger, Journalisten, Angehörige der Rechtsberufe und andere Entscheidungsträger weitergegeben wird.

Die Experten der Konferenz sollen mit der Entwicklung von spezifischen kurz-, mittel- und langfristigen Strategien gegen den Antisemitismus in der ganzen Welt beauftragt werden, mit dem Ziel, diesen in künftigen Generationen ernsthaft zu verringern.

Quelle: EJC

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Von am 21/02/2018. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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