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Erdgasfelder im Mittelmeer

für Israel Motor gesellschaftlicher Entwicklung – für die Türkei ein Kriegsgrund.

Mit berechtigtem Stolz berichtete letzte Woche PM Netanjahu, dass es trotz vieler Zweifler gelungen ist, Erdgas Offshore zu fördern und einen langfristigen Liefervertrag mit Ägypten abzuschließen. Dieser Erdgas-Liefervertrag wird ganz erheblich dazu beitragen, Sozialleistungen in Israel auszubauen und Investitionsprogramme schneller umzusetzen. Schwerpunkte sollen unter anderem der signifikante Ausbau der Pflegeleistungen, der Wohnungsbau, Investitionen in die Infrastruktur einschließlich Wasserhaushalt sein. Hier wird Erdgas zum Motor der prosperierenden Entwicklung in Israel.

Israel Erdgasindustrie. Foto: Archiv

Zugleich aber weckt dieses Erdgasfeld im Mittelmeer Begehrlichkeiten Anderer und könnte Auslöser kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und Griechenland werden. Die griechischen Zyprer sind, angespornt vom Erfolg Israels, auch auf dem Weg zu Probebohrungen. Das aber ist dem Möchtegern-Sultan vom Bosporus und selbsternannte Sprecher alle Muslime ein Dorn im Auge und blockiert mit 6 Kriegsschiffen jegliche Aktivitäten der griechischen Zyprer auf See um eine Erschließung oder gar Förderung von Erdgas zu verhindern. Angeblich zielt dieser kriegerische Akt darauf ab, die Interessen der türkischen Zyprer zu schützen. Unlängst drohte Erdogan sogar ganz offen, Griechenland militärisch anzugreifen und so seine Hegemonieansprüche durchzusetzen.
Statt gemeinsam mit Griechenland auf der Grundlage eines Staatsvertrages die Förderung zu forcieren, spitzt er die ewigen Spannungen zwischen beiden Ländern erneut gefährlich zu.

Ein kriegerischer Akt gegen Griechenland wäre das internationale Worst Case-Szenario. Ein NATO-Mitglied beginnt einen Krieg mit einem anderen NATO-Mitglied. Der Bündnisfall, also der Fall wo alle NATO-Mitglieder einem anderen beistehen müssen wäre dann für Griechenland gegeben und wo möglich der Funke für einen Flächenbrand. Das finanziell bis kurz vor der Staatspleite belastete Griechenland würde zwangsweise den Bündnisfall beantragen und dann stehen alle, vom NATO-Kommandeur bis zu jeder Regierung der NATO-Mitgliedsstaaten in Europa vor faktisch unlösbaren Aufgaben.

Die verbalen Ausfälle und militärischen Provokationen Erdogans sind ja beinahe schon Alltag, wenn sie nicht einen so gefährlichen Hintergrund hätten. Mit halbherzigen und von Beliebigkeit geprägter Außen- und Sicherheitspolitik werden Aggressoren geradezu eingeladen internationale Vereinbarungen und Völkerrecht zu brechen, das hat die Welt seit dem Münchner Abkommen vom 30.08.1938 auf tragischste Weise erfahren müssen.

Nach Bekanntwerden der Entscheidung der US-Regierung, Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft dahin zu verlegen wetterte Erdogan:
Zitat WELT „ …Israel ist ein „Terrorstaat“, ein „Besatzerstaat“, ein „Land der Kindermörder“, das Jerusalem in ein „Gefängnis für Muslime“ verwandele. Er sagte, dass es „vor 1940 keinen jüdischen Staat“ gegeben habe, und drohte, „jene, die meinen, die Stadt zu besitzen“ – also Israels Juden –, würden irgendwann in der Zukunft „keinen Baum finden, hinter dem sie sich verstecken können“.
…und liegt damit auf einer Linie mit dem Iran und deren Handlangern der Hisbollah, die dafür ein eigenes Festival aus der Taufe gehoben haben: Zitat Israel-Netz:
„Stundenglas-Festival“ heißt die Feier, die sich mit Kunst und Medien ganz Israels „kommender Zerstörung“ widmen soll. Das gab der frühere stellvertretende Außenminister des Iran, Hossein Amir-Abdollahian, bekannt.
Damals hatte der geistliche Führer Ajatollah Chamenei verkündet, ab 2040 werde es kein Israel mehr geben. Der Generalsekretär des Festivals, Mahdi Komi erklärte, „die Organisatoren werden mit 2.400 anti-israelischen Nichtregierungsorganisationen in Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Ostasien zusammenarbeiten“. So soll das Festival weltweit bekannt gemacht werden.

Ganz nebenbei will Erdogan in Syrien Fakten schaffen und zieht gegen seinen Lieblingsfeind, die Kurden, zu Felde. Hier halten sich, angefangen von der UNO bis zur EU und allen Global Playern, alle bedeckt und lassen ihn gewähren. Die Peschmerga müssen dabei feststellen, dass sie erneut ausgenutzt wurden. Als Bodentruppen gegen den IS waren sie erfolgreicher als alle anderen zusammen, jetzt sind sie wieder Zielscheibe der Türkei. Der Krieg gegen die Kurden im eigenen Land, militärische Interventionen in den Kurdengebieten des IRAK, der Abschuss eines russischen Jets an der syrischen Grenze und nie dagewesene Repressalien nach dem „Putschversuch“ in der Türkei sind Beispiele für das Aggressionspotential der Türkei heute.

Deutschland hat sich außenpolitisch in Sachen Türkei selbst mit dem Flüchtlingsdeal ins Abseits manövriert und sich jeglicher moderierenden Einflussnahme beraubt. Eine wirksame Stärkung von FRONTEX und der Erstaufnahmestaaten für Flüchtlinge, faktisch nur Italien und Griechenland, gemäß dem EU-Dublin-Übereinkommen vom 15.06.1990, hätte ein Mehr an Sicherheit gebracht, per Saldo weniger gekostet und die EU nicht an den Rand der Spaltung geführt.

Das Erdgas wird Israel ganz sicher helfen, den eigenen gesellschaftlichen Anspruch im Land und international auch zukünftig auszufüllen und es löst zugleich die strategisch angestrebte Rolle der Türkei als Energie-Drehscheibe zwischen Russland und Europa sowie dem Nahen-Osten auf. Imperiale Handels- und Preisdiktate sind jetzt nicht mehr möglich.

Eine kleine Meldung von PM Netanjahu mit so fundamentaler Wirkung.

Von Gerhard Werner Schlicke

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Von am 04/03/2018. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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