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Palästinenser wütend auf US-Botschafter weil er sagt dass Abbas „austauschbar“ sei

Über die Aussage von US-Botschafter Friedmann, „Wenn Abbas nicht daran interessiert ist Verhandlungen zu führen, wird bestimmt jemand anderes das tun wollen“, geraten die Palästinenser in Rage.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) äußerte am Donnerstag ihre Wut, nachdem der US-Botschafter in Israel, David Friedman, angedeutet hatte, dass PA-Chef Mahmoud Abbas als palästinensischer Führer bei Verhandlungen mit Israel ersetzt werden könnte.

Laut einem Bericht des israelischen Senders 10 sagte Friedman: „Wenn Abbas nicht daran interessiert ist Verhandlungen zu führen, wird bestimmt jemand anderes dies tun wollen. Wenn Abbas ein Vakuum schafft, bin ich überzeugt, dass jemand es füllen wird – und dann werden wir [mit dem Friedensprozess] voranschreiten.“

Saeb Erekat, Generalsekretär des PLO-Exekutivkomitees und Verhandlungsführer mit Israel sagte: „Es besteht kein Zweifel, dass Mr. Friedmans Verhalten und seine Aussagen unverantwortlich sind und ausschließlich dazu dienen, den israelischen Kolonialismus voranzubringen, ein Unternehmen, dem er persönlich als einer seiner Geldgeber verpflichtet wurde.“

„Während seiner Zeit als US-Botschafter in Israel hat er unermüdlich daran gearbeitet, israelische Verletzungen zu propagieren und zu legitimieren, während er Palästinenser entmenschlicht, gegen die palästinensische Nationalbewegung aufbegehrt und jetzt sogar einen Führungswechsel in Palästina fordert“, fügte er hinzu.

Der palästinensische Präsidentschaftssprecher Nabil Abu Rudeineh, beschrieb Friedmans Aussagen als „eklatante und inakzeptable Einmischung in interne palästinensische Angelegenheiten“. Er fügte hinzu, das palästinensische Volk werde keiner ausländischen Partei erlauben, unabhängig davon, wer diese Partei sei, über sein Schicksal zu entscheiden.“

Im Jahr 2005 gewählt, hat Abbas per Dekret seit 2007 entschieden und hat seitdem jeden Versuch demokratische Wahlen abzuhalten unterdrückt. Die Palästinenser hatten seit über einem Jahrzehnt keine Chance mehr, den Präsidenten zu wählen.

Umfragen zeigen durchweg eine weitverbreitete Unzufriedenheit mit Abbas und der seit langem herrschenden Führung um ihn herum. Abbas hat wenig Toleranz für abweichende Meinungen gezeigt, häufig Proteste aufgelöst und in einigen Fällen Menschen wegen kritischer Facebook-Posts inhaftiert.

Abu Rudeineh beschuldigte Friedman weiter und sagte, dass „diese Art von Mentalität, die nur den Interessen von Extremisten und Siedlern dient, erst ISIS [die Terrororganisation des islamischen Staates], Extremismus und Gewalt geschaffen hat“.

Abu Rudeineh forderte die US-Regierung auf, „einem solchen Verhalten ein Ende zu setzen, das dem amerikanischen Volk mehr schadet als dem palästinensischen Volk. Diese US-Regierung sollte ihre Position anhand der fortgesetzten Aussagen ihres Botschafters klären, die nicht mit den diplomatischen Normen übereinstimmen“, sagte er.

Laufender US-palästinensischer Krieg der Worte

Dieser letzte scharfe Wortwechsel zwischen US-Beamten und Palästinensern, ist der jüngste in einem andauernden Krieg der Worte.

Letzte Woche kritisierte der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Jason Greenblatt, Abbas für seinen bösartigen antisemitischen Angriff auf Friedman, den er einen „Hundesohn“ nannte und ihn beschuldigte, israelische Gemeinden in Judäa und Samaria zu unterstützen.

Einen Tag zuvor beschimpfte Friedman die palästinensische Führung wegen ihres Schweigens im Gefolge zweier tödlicher Terroranschläge – eines Autorammangriffs in Samaria und einem Messerangriff der in der Altstadt von Jerusalem geschah – bei den Terrorangriffen kamen drei Israelis ums Leben. Zwei weitere wurden ernsthaft verletzt, einer kritisch.

„Es ist an der Zeit für Präsident Abbas, zwischen hasserfüllter Rhetorik und konkreten und praktischen Bemühungen zu wählen, die Lebensqualität seiner Menschen zu verbessern und sie zu Frieden und Wohlstand zu führen“, twitterte Greenblatt am vergangenen Dienstag als Reaktion auf Abbas bösartige Worte.

Friedman sagte am Donnerstag, dass die USA nicht versuchen würden, den Führer der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas zu ersetzen und nicht in seine lokalen Angelegenheiten einzugreifen.

Friedman schrieb auf Twitter eine Klarstellung, dass er „in verschiedenen Berichten falsch zitiert wurde, die von einem Interview stammen, das [Donnerstag] veröffentlicht wurde. Die Vereinigten Staaten versuchen nicht, Mahmoud Abbas zu ersetzen.“

„Es ist Sache des palästinensischen Volkes, seine Führung zu wählen“, fügte er hinzu.

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Von am 30/03/2018. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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