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Deutschlandpremiere der Wanderausstellung „1938PROJEKT: Posts from the Past“

80 Jahre trennen uns von 1938, einem Jahr, das für das deutschsprachige Judentum einen endgültigen Bruch markierte. Im „1938PROJEKT: Posts from the Past“ (www.1938projekt.org) gewährt das Leo Baeck Institute – New York|Berlin Tag für Tag individuelle Einblicke in die Erfahrungen deutschsprachiger Jüdinnen und Juden aus dem Jahre 1938. Am 9. April 2018 wurde die zugehörige Wanderausstellung im Alvar-Aalto-Kulturhaus in Wolfsburg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Zum Anlass der Eröffnung vor geladenen Gästen reiste Dr. William H. Weitzer, Direktor des Leo Baeck Institutes New York|Berlin, aus New York an und führte in die Ausstellung ein. Die Grußworte sprachen Klaus Mohrs, Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg, Botschafter Dr. Felix Klein, Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes für die Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Dr. Jörg Munzel, Vorstandsmitglied des Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V.

Unter Verwendung von Materialien aus eigenen Archiven des Leo Baeck Institute – New York|Berlin und zahlreicher Partnerinstitutionen erscheinen unter www.1938projekt.org bis zum Jahresende 365 persönliche Geschichten, die anhand authentischer Dokumente den Schrecken und die Hoffnungen aus Sicht der Betroffenen schildern und das Vergangene in die Gegenwart bringen. Für die Wanderausstellung wurden 12 dieser Geschichten ausgewählt.

„Diese Geschichten sind nicht nur eindrückliche historische Mahnungen sondern auch eine unschätzbare Quelle für zukünftige Generationen“, hielt Dr. William Weitzer, Direktor des Leo Baeck Institutes New York|Berlin, bei der Eröffnung fest. „Vor dem Hintergrund der Ereignisse von 1938 berichten diese persönlichen Zeugnisse unmittelbar von Diskriminierung, Verfolgung, Vertreibung und erzwungener Migration. Aber auch von privatem Widerstand, Beharrlichkeit und ungebrochenem Überlebenswillen ungeachtet aller Widrigkeiten. Die geschilderten Erfahrungen sind immer noch aktuell und bieten wichtige Anknüpfungspunkte für Herausforderungen der Gegenwart.“

Unter diesen Gesichtspunkten erfolgte auch die Wahl des ersten Ausstellungsortes in Deutschland. Auf die besondere historische Situation Wolfsburgs ging Oberbürgermeister Klaus Mohrs in seiner Rede ein: „1938 ist nicht nur das Stadtgründungsjahr, sondern auch eines der dunkelsten Jahre deutscher Geschichte. Wir haben den Auftrag und sind auf einem guten Weg das Gegenteil von dem zu machen, was die Nazis mit Wolfsburg vorhatten. Wolfsburg ist heute eine weltoffene und multikulturelle Stadt mit religiöser Vielfalt.“

Die Bedeutung der Region für das deutschsprachige Judentum und ihre komplexe Geschichte betonte zudem Dr. Jörg Munzel, Vorstandsmitglied des Israel Jacobson Netzwerk e.V. in der Pressekonferenz: „Selten finden sich in einer Landschaft die Pole von Humanität und Toleranz auf der einen Seite und Abgrund und Schrecken auf der anderen Seite so ausgeprägt. Die Region Braunschweig-Wolfsburg besitzt ein humanistisches Erbe von ganz besonderer Qualität. Die Ausstellung 1938PROJEKT zeigt, wie wichtig das Kennen der Geschichte für das Verstehen von heute ist. Zahlreiche begleitende Veranstaltungen unserer Mitglieder und Partner erläutern mit kostenfreien Führungen oder Vorträgen das Geschehen an den konkreten Orten.“

Das 1938PROJEKT wird in der Region in Kooperation mit dem Israel Jacobson Netzwerk für jüdische Kultur und Geschichte e.V. und mit freundlicher Unterstützung des Kulturprogramms des Zentralrats der Juden in Deutschland gezeigt. Die drei vom Israel Jacobson Netzwerk organisierten Stationen der Ausstellung – Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter – betten die verheerenden Ereignisse des Jahres 1938 in die Region ein. Das Veranstaltungsprogramm wird unter http://www.ij-n.de/ veröffentlich.

AU SS T ELLUN GS ORT:
Wolfsburg, Alvar Aalto-Kulturhaus, 10. April – 26. April 2018, Hörsaal 2, Porschestraße 51, 38440 Wolfsburg
Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 16:30 Uhr, Sa. 9 – 14 Uhr; für Gruppen/Schulklassen nach Anmeldung auch außerhalb dieser Öffnungszeiten, Kontakt: info@ij-n.de

ÜBER DAS LEO BAECK INSTITUTE NEW YORK | BERLIN
Seit seiner Gründung 1955 hat sich das Leo Baeck Institute (LBI) mit seinen Niederlassungen in New York, London und Jerusalem der Aufgabe gewidmet, das kulturelle Vermächtnis und die Geschichte des deutschsprachigen Judentums zu bewahren. Erster Präsident und Namensgeber war der Rabbiner Leo Baeck. Heute ist das LBI New York|Berlin Bewahrer des kulturellen Erbes des deutschsprachigen Judentums und zentraler Ort der deutsch-jüdischen Diaspora. Die Bibliothek des LBI New York|Berlin beherbergt mehr als 80.000 Bände zu deutsch-jüdischer Kultur und Geschichte. Hinzu kommen eine Kunstsammlung und ein Archiv mit über 2.000 Memoiren, 25.000 digitalisierten Fotografien und mehreren laufende Kilometern an Dokumenten. Inzwischen sind über 3,5 Millionen Seiten digitalisiert und seit 2012 online unter DigiBaeck (https://www.lbi.org/digibaeck/) frei abrufbar. Seit 2001 unterhält das Leo Baeck Institute New York|Berlin eine Archiv-Dependance im Jüdischen Museum Berlin und seit 2013 ein Berliner Büro, um Unternehmungen in Deutschland zu koordinieren und als Ansprechpartner für die Belange des LBI New York|Berlin zu fungieren.

Mehr Informationen über das Leo Baeck Institute finden Sie unter: www.lbi.org

Leo Baeck Institut New York|Berlin
Berlin Representative
Glinkastraße 32, 10117 Berlin, Germany
Tel.: +49 (0)30 – 500 14 165, Fax: +49 (0)30 – 500 14 172,
E-Mail: mbistrovic@lbi.cjh.org
www.lbi.org

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Von am 11/04/2018. Abgelegt unter Veranstaltungen. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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