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Schuhe auf dem Tisch

Oft sind es die Kleinigkeiten und alltäglichen Dinge, die den Nährboden des Antisemitismus bilden oder fruchtbar machen.

Die „Welt“ berichtete ausführlich von dem peinlichen Missgeschick am Ende des festlichen Dinners mit PM Netanjahu, dem PM Japans, Shinzo Abe, und den Gattinnen der PM. Der Küchenchef von PM Netanjahu, Mosche Segev, wollte wohl besonders kreativ sein und verpackte das Dessert in kleinen Schuhen auf dem Tisch.

Aus diesem protokollarischem Missgeschick wird nun eine Staatsaffäre konstruiert und genüsslich berichtet: „Israel düpiert japanischen Staatsgast mit Dessert im Schuh.“.

Die Redakteurin Kerstin Rottmann muss sich nach dieser journalistischen Fehlleistung gefallen lassen, damit Öl ins Feuer der Israel Hasser und des Antisemitismus gegossen zu haben oder selbst auf dieser Seite zu stehen. Nicht der Fakt an sich ist das Problem, sondern die Art und Weise der Berichterstattung der Zeitung in diesem Kontext. Wenn in gleichem Masse darüber berichtet würde, dass die Hamas jetzt schon das Hakenkreuz als Teil Ihrer Flagge verwendet, also das Symbol für die Ermordung von 6 Millionen Juden in Europa, oder über die „Feuerdrachen“, die jüdische Existenzen an der Grenze zum Gaza-Streifen vernichten, oder die massive Aufrüstung des Iran via Hisbollah an der Grenze des Golan und vieles mehr, dann könnte man diesen Artikel als journalistische Fehlleistung vielleicht noch abtun.

Der Chefredakteur dieses Blattes scheint sich aber daran nicht zu stören.

Wenn ein Bundespräsident Steinmeier die Mullahs empfängt und der ehemalige Aussenminister Gabriel in seiner Schlichtheit Israel Apartheid unterstellt, dann ist dieses journalistische Machwerk wohl eher Mainstream statt Fehler. Antisemitismus 2018, subtil und gefährlich.

Von Gerhard Werner Schlicke

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Von am 09/05/2018. Abgelegt unter Europa. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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