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Syrer fliehen nach Israel und Jordanien schließt die Grenze für Flüchtlinge

Während die Kämpfe in Südsyrien eskalieren und Regierungstruppen in die Rebellengebiete in der Provinz Daraa eindringen, wurden bis zu 50.000 Menschen vertrieben.

Als die Kämpfe in Südsyrien eskalierten, drängten die Regierungstruppen am Dienstag in einer Woche langen Offensive tiefer in Rebellengebiete in der Provinz Daraa, wobei nach Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge bis zu 50.000 Menschen vertrieben wurden.

Jordanien sagte, dass seine Grenzen für neue Flüchtlinge geschlossen bleiben werden und forderte die USA auf, für Sicherheit in Südsyrien zu sorgen.

Jens Laerke, ein Sprecher des US-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, sagte, die Hilfskräfte seien „zutiefst besorgt“ um denjenigen, die vor den Kämpfen fliehen und auf die geschlossene Grenze zu Jordanien zusteuern. Er forderte alle kriegführende Parteien auf, „den Schutz dieser Zivilisten gemäß dem Völkerrecht zu gewährleisten“.

Daraas Bewohner berichteten, dass sie in extremer Angst lebten und sagten, viele hätten sich auch auf das Gebiet nahe Israel in der Nähe der Golanhöhen begeben, weil sie glaubten, dass es sicherer sei.

Waseem Kiwan, ein 36-jähriger Zivilist aus dem Dorf Tafas nördlich von Daraa sagte, bei der intensiven Bombardierung sei nichts verschont geblieben. „Das Gebiet geht auf eine Katastrophe zu, auf eine humanitäre Katastrophe in jeder Hinsicht“, sagte er. „Die Menschen leben in extremer Angst. Der sicherste Ort ist die Grenze zu Israel, weil das Regime und russische Flugzeuge das Gebiet nicht erreichen können“.

Während des blutigen Bürgerkriegs in Syrien hat das israelische Militär durch die Operation „Guter Nachbar“ medizinische und humanitäre Versorgung für syrische Flüchtlinge bereitgestellt und die IDF hat ein Feldlazarett zur Behandlung von kranken und verwundeten Syrern eröffnet.

Jordaniens Außenminister Ayman Safadi drängte die USA, in Südsyrien für Sicherheit zu sorgen. „Unsere Grenzen bleiben geschlossen“, schrieb Safadi auf seinem Twitter-Account.

Kiwan, der Bewohner von Tafas sagte, vielleicht könnten die USA nach der Ankündigung Jordaniens den Vertriebenen in Südsyrien helfen.

Jordanien beherbergt bereits etwa 660.000 registrierte syrische Flüchtlinge und schätzt, dass die Zahl der vertriebenen Syrer im Land doppelt so hoch ist.

Assad zielt auf die letzten Rebellenhochburgen

Seit letztem Dienstag haben syrische Truppen Rebellengebiete im östlichen Daraa, einer der letzten großen Rebellenhochburgen des Landes, ins Visier genommen. Das strategische Gebiet war Teil eines Waffenstillstandsabkommens, das im vergangenen Juli zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und Jordanien geschlossen wurde.

Das Ziel der Offensive scheint die Zurückzueroberung und Kontrolle über den Grenzübergang zu Jordanien zu sein, der seit 2015 in rebellischen Händen ist. Die jüngsten militärischen Siege von Präsident Bashar Assad, einschließlich der Einnahme von Damaskus-Vororten und südlichen Nachbarschaften, haben den Vorstoß angetrieben.

Oppositionsaktivisten sagten, dass syrische und russische Kampfflugzeuge an der Offensive teilnehmen. Die russische Luftwaffe hat sich im Jahr 2015 hinter Assads Truppen gestellt und den Krieg zu seinen Gunsten gewandelt.

Am Dienstag gab die regierungstreue Central Military Media bekannt, dass syrische Truppen die Kontrolle über al-Lujat, ein felsiges Gebiet im nordöstlichen Daraa, erlangt hätten. Der Bericht besagte, die Eroberung hätte einen Domino-Effekt auf andere Teile östlich von Daraa und schnitt Versorgungslinien der Rebellen ab.

Andere regierungsnahe Medien sagten, dass die Armee beabsichtigt, die gesamte Provinz unter ihre Kontrolle zu bringen und dass sie wahrscheinlich in den Westen Daraas ziehen wird, wo sie am Montag eine Reihe von Luftangriffen durchgeführt hatte.

Das in Großbritannien ansässige syrische Observatorium für Menschenrechte, eine Kriegsbeobachtergruppe, berichtete, dass Regierungstruppen in al-Lujat vorrückten und sieben neue Dörfer in der Region eroberten.

Der aus Daraa stammende Oppositionsaktivist Osama Hourani bestritt die Regierungskontrollen von al-Lujat und sagte, dass das Gebiet, das für seine Höhlen und felsigen Ebenen bekannt ist, eine Herausforderung für Assads Truppen sein wird.

Younis Shtawi, ein Polizeibeamter im Daraa-Dorf Umm al-Mayadeen sagte, dass mehrere Dörfer, darunter Busra al-Harir, Atesh und Gemeinden in al-Lujat, in den letzten Tagen von Menschen geräumt worden seien. „Niemand ist geblieben“, sagte Shtawi.

Ansteigende Spannungen zwischen Israel und Iran

Die USA haben erklärt, dass die syrische Offensive die Ausweitung des Konflikts gefährde und Russland dazu aufforderte, das zu beenden, was sie als Verletzung des Waffenstillstands bezeichneten.

Israel hat kürzlich eine Reihe von Angriffen auf syrische und iranische Truppen in der Region durchgeführt, um die Ausweitung der iranischen Rolle in Syrien zu verhindern. Iranische Berater und vom Iran unterstützte Milizen, sind in syrische Truppen eingebettet.

Der Angriff am Dienstag in der Nähe des Flughafens von Damaskus wurde zuletzt Israel vorgeworfen. Solche Angriffe häuften sich angesichts der wachsenden Spannungen zwischen Israel und dem Iran, einem großen Assad-Verbündeten.

Die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete, der Angriff sei kurz nach Mitternacht erfolgt. Das Observatorium sagte, dass israelische Jets über die Golanhöhen geflogen seien und in der Nähe des Flughafens von Damaskus auf mutmaßliche Waffenlager für vom Iran unterstützte Milizen abgezielt hätten. Es gab keine Berichte über Opfer.

 

Von am 27/06/2018. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

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