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Israel Festival: „Madame Butterfly“ im Sultan’s Pool

Im Rahmen des „Israel Festival“ gab es nach einigen Jahren Unterbrechung wieder einmal eine Opern-Aufführung im „Sultan’s Pool“ in Jerusalem.

Eines der bekanntesten Werke von Giacomo Puccini erzählt die tragische Geschichte einer jungen japanischen Geisha, die mit einem amerikanischen Leutnant verheiratet wird und auch in seiner langjährigen Abwesenheit stets an seine Liebe glaubt. Als er, neu verheiratet, wieder zurückkehrt und verlangt, dass sie ihm den gemeinsamen Sohn gibt, nimmt sie sich das Leben.

Die traurige Geschichte hat eine Fülle wunderbarer Melodien, Arien, und den berühmten „Mondchor“.

Israel Festival: Madame Butterfly im Sultan’s Pool. Foto: Archiv

Der von einer verkehrsreichen Strasse umgebene „Sultan’s Pool“ bietet zwar einen alt-ehrwürdigen, sehr malerischen, aber nicht unbedingt akkustisch befriedigenden Rahmen für eine Aufführung von klassischer Musik, und braucht entsprechend aufwendige technische Installationen, Mikrofone, Lautsprecher und eine abgeschirmte Bühne.

Die gleichzeitige Uebertragung auf mehrere Bildschirme gewährleistete eine gute Sicht von jedem Platz aus und bot auch eine „Bühne“ für zusätzlich anregende Video-Installationen.

Abgesehen von einem störenden, offenbar absichtlich organisierten Hup-Konzert einer Reihe von vorbei fahrenden Autos – die Akkustik war hervorragend eingestellt und vor allem die Aufführung so ausserordentlich packend und gleichzeitig berührend inszeniert, dass man andere störende Nebengeräusche gut überhören und die Vorführung gebannt geniessen konnte. Was die Sänger – allen voran die südkoreanische Gast- Sopranistin Elisa Cho – in der Regie von Gadi Schechter, zusammen mit dem Chor der israelischen Oper, darboten, war nicht nur stimmlich, sondern auch schauspielerisch höchste Kunst. Die meisten Sänger sind Mitglieder der Israelischen Oper, die diese Produktion auch schon in ihrem Haus in Tel Aviv zeigte. Während in früheren Jahren die Auslastung der Freilicht-Aufführungen zu wünschen übrig liess, war die Vorstellung dieses

Mal praktisch ausverkauft. Das begeisterte Publikum beklatschte auch die hervorragende Begleitung durch das Jerusalem Sinfonie Orchester unter dem Dirigenten Yishai Steckler, sowie das teils sehr poetische Bühnenbild, von Niv Manor gestaltet.

Im Uebrigen bot das jetzt beendete „Israel Festival“ eine Fülle spannender Vorstellungen der verschiedensten Kunst-Richtungen – Tanz, Gesang, Theater, Musical und besonders viele Kinder-gerechte Aufführungen, wie z.B. eine Bühnen-Adaption des „Kleinen Prinzen“ von A. de Saint-Exupéry mit Live-Musik und Ilana Yahav, die ebenfalls live auf der Bühne Sand-Bilder zur Geschichte kreierte.

Zu erwähnen ist auch ein Musical „Der Seelen-Doktor“ über den singenden Rabbi Schlomo Carlebach – der vor mehr als 20 Jahren verstarb – und seine Freundschaft mit der Jazz-Sängerin Nina Simone, die beide durch die Musik „die Welt verändern“ wollten und auch einiges erreichten.
Christoph Marthaler aus der Schweiz inszenierte ein Theaterstück „King Size“, und eine tschechische Theatergruppe namens „SputnikMIR.Theater“ entführte die Zuschauer im Kleinformat poetisch zu den Sternen – um nur zwei der unzähligen ausländischen Gäste des Festivals zu nennen.
Vier bekannte Ballett-Truppen imponierten mit ihrem Können und Aufmerksamkeit erregte auch eine Neu-Gestaltung des Filmes „Der Dybbuk“. Der Original-Soundtrack wurde durch ein Live-Orchester und heutige Schauspieler ersetzt, die der Geschichte der damaligen Protagonisten eine neue, überraschende Wendung gaben.

Es gab insgesamt eine Fülle von anregenden, interessanten und mitreissenden Erlebnissen. Um zu „Madama Butterfly“ zurückzukehren: ich habe sie schon oft sterben gehört – aber so zu Tränen gerührt hat sie mich noch selten wie da zu Füssen der Altstadt-Mauer von Jerusalem.

Von Ruth Bloch

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Von am 11/07/2018. Abgelegt unter Israel. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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