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Verbrannte Erde

Die Wüste Negev nimmt mit ihren etwa 12.000 km2 ungefähr 60% des israelischen Staatsgebietes ein. Dieser Teil des Landes wurde bei der Staatsgründung dem jüdischen Gebiet zugeordnet und war für eine sofortige Besiedlung ungeeignet. Heute leben etwa 10% der Bevölkerung hier. Dazu kommen noch halbnomadische Beduinenstämme, mit etwa 100.000 Menschen. Der erste Staatspräsident David Ben Gurion, der seinen Alterssitz in Sde Boker, einem Kibbuz in der Negev Wüste hatte, hatte den Traum, die Wüste eines Tages zu begrünen. Jährlich fallen dort im Mittel nur etwa 22,5 mm Regen, was einem Wert von 22,5 Litern pro Quadratmeter entspricht. Die Negev Wüste gehört damit zu den trockensten Gebieten weltweit.

Als die Briten auf den wachsenden Ölreichtum der arabischen Länder nicht verzichten wollten und in der Negev Wüste mit Probebohrungen begannen, sprudelte zwar kein Öl, dafür aber Wasser aus den Bohrlöchern. Diesen heute so wertvollen Fund erkannten die eifrigen Briten nicht und beendeten die Bohrversuche. Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts begann das Jakob Blaustein Institut an der Ben Gurion Universität im Negev in Sde Boker mit der Erforschung dieser natürlichen Wasservorräte.

Für den menschlichen Genuss ist das salzhaltige fossile Wasser nicht geeignet. Pflanzen und Fische aber lieben es!

Und so durchläuft das Wasser in einem ausgeklügelten System mehrere «neue Leben». Zunächst wird es von der zu hohen Austrittstemperatur von 40° auf 25° heruntergekühlt. Anschliessend wird es in Fischteiche eingeleitet und dort gezielt eingesetzt. Tilapias, Wolfsbarsche, Welse, Barramundis aber auch Zierfische werden in fünf Fischzuchtzentren im Negev bereits erfolgreich gezüchtet. Das mit den Exkrementen der Fische angereicherte Wasser wird anschliessend zur Weiterverwendung in Form von gezielter Tröpfchen- bewässerung auf die Felder geleitet. Die tierischen Exkremente dienen als natürlicher Dünger, sodass auf zusätzliche künstliche Düngung verzichtet werden kann.

Ben Gurions Traum von einer grünen Wüste ist längst schon Wirklichkeit geworden.

Bevor es jedoch soweit war, war Pioniergeist, Motivation und Handarbeit gefragt. Von den ersten Siedlern, die Ende des vorletzten Jahrhunderts nach dem damaligen Palästina einwanderten, waren die wenigsten Landwirte. Die waren aber dringend gesucht, um das unfruchtbare Land aufnahmebereit für die bald schon zahlreich ankommenden Menschen zu machen. Vom Norden bis hinunter an das Rote Meer gab es nur wenige bereits landwirtschaftlich genutzte Regionen. Jeder noch so kleine Fleck musste dem harten Boden abgetrotzt werden.

Im Jahr 1910 wurde am Kinneret der erste Kibbuz, Degania gegründet. Diese typisch israelische Besiedlungsform, die ursprünglich sowohl dem Schutz der Bewohner, aber auch der Urbarisierung des Landes galt, breitete sich schnell aus. Wer keine Ahnung von der Landwirtschaft hatte, der wurde geschult, womöglich schon in der alten Heimat vor der Abreise. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen breiteten sich mehr und mehr nach Süden aus, entlang des Gaza Streifens bis ganz hinunter nach Eilat. Je weiter die Bewohner nach Süden vordrangen, desto schwieriger wurde die Situation.

Nur im frühen Frühjahr, wenn ein Grossteil des wenigen Regens fällt, verwandelt sich, ganz ohne menschliches Zutun, ein Grossteil der Negev Wüste in einen blühenden Teppich, der jährlich Tausende Touristen anzieht. «Darom adom», «Der rote Süden» wird dieses wunderbare Naturschauspiel liebevoll genannt. Weite Gebiete dieser Region sind Naturschutzgebiete, in denen Wildtiere eine sichere Heimat finden. Mühsam über Jahrzehnte aufgeforstet und erhalten. Gerade im extrem trockenen Süden gelten scharfe Sicherheitsvorschriften.

Hier unten hat man die zweite Kornkammer Israels angebaut. Intensive Arbeit und ausgefeilte Bewässerungen ermöglichen dieses Wunder.

Und jetzt besteht die Gefahr, dass der Erfolg nach vielen harten und schweren Jahren gewaltsam zerstört wird.

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von Esther Scheiner

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Von am 15/07/2018. Abgelegt unter „Während Israel nicht nur vom BDS boykottiert wird…“. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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