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Analyse: Corbyns Hass auf Israel ist keine Überraschung

Die Sozialisten im Westen plappern seit Jahren das sowjetische Dogma und Jeremy Corbyn ist nur ein gut indoktriniertes Produkt des sowjetischen Hasses auf Israel.

Das Überraschendste an der Jeremy-Corbyn-Antisemitismus-Affäre ist vielleicht, dass Menschen – besonders Juden – überrascht sind, dass der sozialistische Corbyn gemeinsame sozialistische Ansichten über Israel vertritt und sich gerne mit arabischen Terroristen trifft. Letztere wurden schließlich von den sozialistischen und kommunistischen Führern als „Freiheitskämpfer“ gefeiert, seit diese Terroristen zum ersten Mal auf der Bildfläche erschienen.

Corbyn hat zum Beispiel 2009 Terrorgruppen wie Hamas und Hisbollah „Freunde“ genannt; Er saß 2012 auf einem Konferenzforum mit mehreren Hamas-Terroristen, die wie Hamas-Chef Khaled Mashaal wegen Mordes verurteilt wurden und legte 2014 unter anderem einen Kranz auf das Grab eines arabischen Terror-Drahtzieher. Er hat Israel auch wegen Kriegsverbrechen angeklagt, seine völlige Solidarität mit den Arabern von Gaza und der PA erklärt und das EU-Handelsabkommen mit Israel aufgehoben. Keines dieser Dinge sollte jedoch schockierend für jeden sein, der mit sozialistischen Dogmen in der Frage Israels vertraut ist.

Dies ist schließlich die sozialistische Annäherung an Israel und seine Feinde. Es hat eine lange Geschichte, die ernsthaft begann, als die Sowjetunion eine Kampagne zur Delegitimierung von Israel und des Zionismus entfesselte, eine Kampagne, die bis heute antijüdischen Hass produziert. Die Kampagne wurde in erster Linie gestartet, um den Schaden für das Ansehen der Sowjetunion zu beheben, nachdem Israel seine arabischen Verbündeten im Sechstagekrieg besiegt hatte.

Nach 1967 begann die UdSSR die Welt mit einem ständigen Strom antizionistischer Propaganda zu überschwemmen. Es waren die Sowjets, die den Katalog der antiisraelischen Beschimpfungen in den heute noch sehr gebräuchlichen öffentlichen internationalen Diskurs mit Epithes wie „Völkermordpraktizierende“, „Rassisten“, „Konzentrationslager“ und „Herrenvolk“ einführten. Die Taktik war, ständig Vergleiche in den sowjetischen Medien zwischen Israel und Südafrika zu ziehen (das ist der Ursprung der „israelischen Apartheid“).

Bereits 1965 hatte die UdSSR formell in der UNO eine Resolution vorgeschlagen, die den Zionismus als Kolonialismus und Rassismus verurteilen sollte. Obwohl die Sowjets bei ihrem ersten Versuch nicht erfolgreich waren, erwies sich die UN als überwältigend dankbarer Empfänger der sowjetischen Bigotterie und Propaganda; Im November 1975 wurde die Resolution 3379, mit der der Zionismus als „eine Form von Rassismus und Rassendiskriminierung“ verurteilt wurde, endlich verabschiedet.

Die westliche Linke verschlang die sowjetische Propaganda, was Jeremy Corbyn mit einschließt, der ein Paradebeispiel für einen indoktrinierten westlichen Sozialisten ist.

Der Unterschied zwischen Corbyns Herangehensweise an Israel und den Zionismus und dem der etablierten westlichen Establishment-Politiker ist jedoch nicht so groß, wie es erscheinen mag. Ein Teil der sowjetischen Taktik Israel zu isolieren, ließ die PLO „respektabel“ aussehen und sie übertraf alle Erwartungen. Weltführer aller Couleur – nicht nur die harte Linke – standen Schlange, um den Terroristen Arafat zu treffen, der sogar den Friedensnobelpreis erhielt. Was ist der moralische Unterschied, wenn man den Erzterroristen Arafat lobt und Hamas und Hisbollah als „Freunde“ bezeichnet?

Wenn Corbyn redet und sich offen mit Hamas-Terroristen trifft, zeigt er vielleicht seine Anti-Establishment-Natur und seinen äußersten Mangel an diplomatischer Finesse, aber die Terroristen die Corbyn trifft wollen genau das gleiche Ziel erreichen, wie Arafat und der Holocaust leugnende Terrorist Mahmoud Abbas es noch immer tut. Als die polierten westlichen Führer sich mit Arafat und später mit Abbas nicht nur trafen, sondern das Regime politisch und finanziell unterstützten, trugen sie in großem Maße zu antijüdischem Hass und dem Verlust unschuldigen jüdischen Lebens bei – und das ist weit mehr als Corbyn jemals darüber fantasieren könnte.

Der Unterschied zwischen Corbyn, sollte er Ministerpräsident des Vereinigten Königreichs werden, und jedem anderen traditionelleren politischen Führer wäre, dass unter Corbyn die höflichen Masken völlig verschwinden würden und seine ideologische Feindseligkeit gegenüber Israel voll zur Geltung käme.

Von Judith Bergman (MiDA),

Judith Bergman ist Kolumnistin und politische Analystin und Mitglied des Haym Salomon Center https://salomoncenter.org/
Exklusiv übersetzt von Dr. Dean Grunwald,
für Israel Nachrichten Ltd.

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Von am 06/09/2018. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.

Ein Kommentar zu: Analyse: Corbyns Hass auf Israel ist keine Überraschung

  1. Michail Zumkin

    06/09/2018 at 17:14

    Der Artikel beschreibt bittere Realitäten. Leider gibt es einen Beigeschmack von Antikommunismus aus der Zeit des kalten krieges, was auch in der Begrifflichkeit „sowjetisch“ etc. zum Ausdruck kommt. Der russische Antisemitismus ist jedoch historisch ein Relikt aus der Zarenzeit. In den Jahren unmittelbar nach der russischen Revolution, zwischen 1917 und 1921, waren es die Sowjets und Leute wie Lenin, die sich gegen den Antisemitismus gestemmt haben. Mit mäßigem Erfolg. Nach der politischen Entmachtung der Sowjets kehrte der russische Antisemitismus unter Stalin mit voller Wucht zurück.
    Die Gegnerschaft zu Israel war zunächst auch nichts Selbstverständliches. Immerhin gehörte die Sowjetunion zu den Ersten, die den Staat israel anerkannten. Der 6-Tage Krieg und die Ideologie des Anti-Imperialismus machten jedoch solche Annäherungen zunichte. Das ist im Artikel auch richtig dargestellt. Corbyn und Cons. sind Erben dieser Ideologie und mitnichten des Kommunismus/Sozialismus als solches. Soviel Differenziertheit sollte schon sein.

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