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Wenn Abbas die Gaza-Gespräche entgleisen lässt könnte Ägypten die Mediation beenden

„Wenn Ägypten seine Beteiligung an den Gesprächen einstellt, wird höchstwahrscheinlich eine militärische Konfrontation in Gaza ausbrechen. Die Hamas wird den Druck auf Israel lenken“, sagte ein hochrangiger ägyptischer Verteidigungsbeamter.

Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen Israel und der Hamas an der Grenze zu Gaza erwägen ägyptische Geheimdienstbeamte den Rückzug aus den heiklen diplomatischen Bemühungen, die Ruhe im Gazastreifen wiederherzustellen und die inter-palästinensische Aussöhnung zu vermitteln.

Bemühungen, die rivalisierenden palästinensischen Fraktionen zu versöhnen – die Hamas die Gaza regiert und die Fatah welche die Palästinensische Autonomiebehörde kontrolliert – waren in den letzten zehn Jahren erfolglos, seit die Hamas die Fatah im Jahr 2007 gewaltsam aus dem Gazastreifen vertrieben hat.

Eine Hamas-Delegation unter Leitung des stellvertretenden politischen Führers Saleh Arouri und einer Delegation hochrangiger Fatah-Vertreter, war letzte Woche in Kairo zu einer weiteren Runde von Treffen mit hochrangigen ägyptischen Geheimdienstmitarbeitern und sollte dort mehrere Tage bleiben, reiste aber nach nur 24 Stunden ab.

Ein hochrangiger ägyptischer Verteidigungsbeamter sagte gegenüber Israel Hayom, dies sei der Grund für die Entscheidung der Hamas, ihre wöchentlichen Aufstände entlang der Grenze zu Israel zu intensivieren.

„Wenn Ägypten seine Beteiligung an den Gesprächen einstellt, wird höchstwahrscheinlich eine militärische Konfrontation in Gaza ausbrechen. Die Hamas wird den Druck auf Israel lenken“, sagte der Beamte. Er fügte hinzu, dass Israel und Ägypten ihre jüngsten diplomatischen Schritte koordiniert hätten.

Der Beamte sagte auch, dass der von den Ägyptern formulierte Plan aus mehreren Phasen bestehen sollte, von denen die erste ein Waffenstillstand war, um die Spannungen zwischen Israel und der Hamas an der Grenze zu Gaza abzusenken.

Wenn der Waffenstillstand stattfände, würde die zweite Phase beginnen, in der Hamas und Israel einen Gefangenenaustausch durchführen würden, in dem Israel die Leichen der gefallenen IDF-Soldaten Oron Shaul und Hadar Goldin und Informationen über zwei vermisste Israelis, den äthiopisch-israelischen Avera Mengistu und Beduinen Hisham al-Sayed erhalten soll, die 2014 und 2015 freiwillig in den Gazastreifen gingen.

Gleichzeitig würden Hunderte von Millionen Dollar für die Sanierung und Verbesserung von Infrastruktur und zivilen Projekten nach Gaza transferiert.

Der Rafah-Grenzübergang zwischen Gaza und Ägypten würde ebenfalls häufiger geöffnet werden und Israel würde andere Beschränkungen, einschließlich der Fischereizone in Gaza, lockern.

Die dritte Phase wäre eine entschlossene Umsetzung der Hamas-Fatah-Aussöhnung und die Übertragung der zivilen Kontrolle Gazas auf die palästinensische Autonomiebehörde. Nach dem Plan würden Mitglieder des militärischen Flügels der Hamas und anderer bewaffneter Gruppierungen in Gaza entwaffnet und ihre Mitglieder würden in die Polizei und andere Sicherheitskräfte der PA integriert.

In Ägypten deuteten Beamte mit einem Finger auf den PA-Führer Mahmud Abbas und beschuldigten ihn, den Plan, der vom ägyptischen Geheimdienstchef Generalmajor Abbas Kamel und Palästinensern ausgearbeitet wurde, absichtlich zu torpedieren.

„Während die Hamas bereit war, den Plan bis zu der Phase zu diskutieren in der ihr militärischer Flügel entwaffnet werden sollte, weigerte sich Abbas, überhaupt zuzuhören und bat den [ägyptischen Präsidenten Abdel Fatah El-Sisi] den Plan sofort einzustellen“, sagte der ägyptische Beamte.

Ägyptische und palästinensische Beamte, die mit dem Druck vertraut waren den Abbas für die Entgleisung des Plans anwandte, sagten: Während seiner Gespräche mit El-Sisi und anderen arabischen Führern warnte Abbas, dass, wenn Ägypten weiterhin zwischen Hamas und Israel unter Ignorierung der PA verhandeln würde, er harte Sanktionen gegen Gaza verhängen werde, bis das gesamte Budget der Palästinensischen Autonomiebehörde für Gaza zurückgenommen und Gaza als „Rebellengebiet“ deklariert würde.

Ein hochrangiger Beamter in Ramallah sagte gegenüber Israel Hayom: „Abbas wird keine Verhandlungen mit der Hamas als Souverän in Gaza zulassen. Die Hamas nutzt die Haushaltskürzungen von Ramallah, um den Druck und die Unruhen in Gaza auf Israel zu lenken.“

El-Sisi sandte am Samstag eine beunruhigende Botschaft an Israel: „Der Erhalt des Friedens ist nicht weniger eine Herausforderung als der Erhalt des Krieges. In beiden Fällen hat Ägypten deutlich gemacht, dass es die Herausforderung meistern kann.“

Feuer und Unruhen

Unterdessen wurden am Wochenende Dutzende von Brandbomben von Gaza nach Israel abgefeuert, die am Freitag sieben und am Samstag vier weitere Feuer entzündeten.

Shimon Barak, ein Einwohner der Region Eshkol im Süden Israels sagte, seine Kinder hätten die Brandballons in der Nähe der Gewächshäuser der Familie gesehen.

Ungefähr 20.000 Randalierer und Demonstranten versammelten sich am Freitag am Gaza-Grenzzaun und warfen Sprengkörper und Granaten auf die IDF-Soldaten. Sie verbrannten auch Reifen und einige durchbrachen den Grenzzaun.

IDF-Kräfte reagierten mit Aufstandsmaßnahmen und folgten den Einsatzregeln der Armee. IDF-Flugzeuge führten zwei Angriffe im nördlichen Gaza durch.

Von Daniel Siryoty (JNS)

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Von am 08/10/2018. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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