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Kann Ägypten die Gaza-Terroristen zügeln bevor es zu spät ist?

Ägyptische Vermittler versuchen die Ruhe in Gaza wiederherzustellen, nachdem palästinensische Terroristen am frühen Mittwochmorgen mit einem Raketenangriff ein israelisches Haus getroffen hatten.

Eine hochrangige ägyptische Delegation hat am Mittwoch dringende Gespräche mit den Hamas-Regierenden in Gaza geführt um die Ruhe wiederherzustellen, nachdem eine Rakete aus dem palästinensischen Gebiet ein Haus in Südisrael zerstört hat und das israelische Militär mit Luftangriffen auf Hamas-Ziele reagierte.

Von Rakete aus Gaza zerstörtes Haus in Beersheva, Israel. Foto: IDF

Das Aufflackern der Gewalt vor der Morgendämmerung, schien die Region in eine neue Feuersbrunst zwischen den erbitterten Feinden zu treiben. Aber am späten Mittwoch gab es Anzeichen dafür, dass sich die Situation beruhigte.

Als die ägyptischen Vermittler eintrafen, veröffentlichten Hamas und eine zweite Terrorgruppe, der Palästinensische Islamische Dschihad, eine gemeinsame Erklärung, die den Raketenangriff kritisierte, was darauf hindeutet, dass sie versuchten die Situation zu entschärfen.

„Wir lehnen alle unverantwortlichen Versuche ab die Richtung zu ändern und die ägyptischen Bemühungen zu sabotieren, einschließlich des nächtlichen Abschusses der Rakete. Gleichzeitig betonen wir, dass wir bereit sind, der israelischen Aggression zu begegnen“, heißt es in der Erklärung.

Oberstleutnant Jonathan Conricus, ein Sprecher der israelischen Armee, wies die Kritik der Hamas und des Islamischen Dschihad an den Raketenangriffen zurück und sagte, dass sie die einzigen Gruppen mit der Expertise wären, eine solche Waffe abzufeuern.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu reiste in das Grenzgebiet von Gaza, um sich mit hochrangigen Sicherheitsbeamten zu treffen und plante später am Abend ein Treffen seines Kabinetts zur Entscheidungsfindung im Sicherheitsbereich.

„Wenn diese Angriffe nicht aufhören, werden wir sie aufhalten. Und ich möchte Ihnen heute sagen, dass Israel mit großer Kraft handeln wird“, sagte er.

Gewalttätige Ausschreitungen an der Grenze

Israel und Hamas, die islamische Terrorgruppe welche die Zerstörung Israels anstrebt, haben drei Kriege geführt, seit die Hamas im Jahr 2007 die Kontrolle über Gaza von der Palästinensischen Autonomiebehörde übernahm. Israel und Ägypten haben seit dem blutigen Putsch der Hamas eine Blockade über das Territorium aufrechterhalten.

Die PA-Regierung von Mahmoud Abbas hat ebenfalls lähmende Sanktionen gegen ihre Hamas-Rivalen eingeführt. Die Beschränkungen, die auf eine Schwächung der Hamas abzielen, haben Gazas Wirtschaft zerstört.

Die Hamas hat in den vergangenen sechs Monaten massive gewalttätige Ausschreitungen entlang der Grenze zu Israel geführt, um Druck auf Israel auszuüben, die Blockade aufzuheben. Diese Unruhen haben sich in den letzten Wochen verschärft, als die Versuchte Ägyptens und der UNO einen Waffenstillstand zu vermitteln, ins Stocken geraten sind.

Es gab keinen unmittelbaren Grund für den Raketenangriff vom Mittwoch, der in der südlichen Stadt Beerscheba, etwa 50 Kilometer von Gaza entfernt, das Haus einer Familie zerstört hat. Beerscheba ist die größte Stadt im Süden Israels mit etwa 200.000 Einwohnern.

Das Militär sagte, eine weitere Rakete aus Gaza lande im Meer vor der Küste von Zentral-Israel.

In beiden Angriffen wurden keine Verletzungen gemeldet, aber die weitreichenden Angriffe mit mächtigen Raketen signalisierten eine Eskalation aus Gaza.

Die schnelle Reaktion der Mutter rettete ihr und den Kindern das Leben

Israelische Beamte sagten, eine Frau und ihre drei Kinder deren Heim zerstört wurde, entgingen nur deshalb dem sicheren Tot, weil sie noch rechtzeitig zu einem Luftschutzbunker eilten, nachdem Warnsirenen sie kurz vor 4 Uhr morgens geweckt hatten.

Die schnelle Reaktion der Mutter rettete wahrscheinlich ihr Leben und das ihrer Kinder. Das Haus wurde zerstört und überall auf der Straße waren Trümmer verstreut, die parkende Autos und benachbarte Gebäude beschädigten.

Nachbar Segev Naveh sagte, er habe die Warnsirenen nicht gehört und sei von der gewaltigen Explosion geweckt worden. „Es war sehr beängstigend“, sagte er. „Wenn die Rakete auf mein Haus gefallen wäre, hätte ich das sicher nicht überlebt.“

Der medizinische Dienst sagte, dass zwei andere Beersheba Bewohner während der Panik um Deckung zu suchen verletzt wurden.

Nach den Anschlägen wurden die Schulen in Beerscheba geschlossen und der israelische Militärchef unterbrach seinen Besuch in den USA, um zurückzukommen und die Krise zu bewältigen.

Als erste Reaktion zerstörten israelische Militärjets Hamas-Ziele im Gazastreifen. Das Gesundheitsministerium in Gaza sagte, ein 25-jähriger Kämpfer sei in einem der angezielten Militärposten getötet worden. Drei andere Menschen wurden verletzt.

IDF-Sprecher Conricus sagte, dass 20 Hamas-Ziele getroffen wurden, darunter auch Offensivtunnel und Waffenwerkstätten. Das Militär veröffentlichte ein Video, in dem Militante gezeigt wurden, die sich darauf vorbereiteten, eine weitere Rakete in Richtung Israel abzufeuern, bevor sie angegriffen wurden.

Die Kämpfe sind in den letzten Monaten mehrfach aufgeflammt, obwohl weder Israel noch die Hamas an einem weiteren ausgewachsenen Krieg interessiert zu sein scheinen. Ägypten und die UNO haben versucht, einen langfristigen Waffenstillstand zu vermitteln.

Ägyptischer Fortschritt?

Es war unklar, ob die Ägypter Fortschritte machten. Am späten Mittwoch verließ die ägyptische Delegation abrupt Gaza und betrat Israel.

Unterdessen gab die Hamas bekannt, dass der Chef des ägyptischen Geheimdienstes, Abbas Kamel, am Donnerstag einen geplanten Besuch in Gaza abgesagt habe.

„Es tut uns leid, dass Minister Abbas Kamel seinen Besuch in Gaza und Ramallah abgesagt hat“, schrieb Moussa Abu Marzouk, ein hochrangiger Hamas-Funktionär, auf Twitter.

Nach den Raketenangriffen sagte der Nahost-Gesandte Nickolay Mladenow, die Situation sei „besonders kompliziert“.

„Leider passen sie in ein Muster von Provokationen, die versuchen, Israel und Gaza in einen weiteren tödlichen Konflikt und eine neue Konfrontation zu bringen“, sagte er bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin. „Es ist unsere Verantwortung, alles zu tun, um diese Konfrontation zu vermeiden.“

Er sagte, man müsse Schritte unternehmen um Krieg zu vermeiden, die humanitäre Situation in Gaza zu lindern und die von der Hamas im Jahr 2007 gestürzte, international unterstützte Palästinensische Autonomiebehörde wieder in die Kontrolle über Gaza zu bringen.

„Dies ist der einzige Weg nach vorne und wir müssen sicherstellen, dass wir in den nächsten 48 Stunden wirklich eine Deeskalation vor Ort sehen, damit diese Bemühungen fortgesetzt werden können“, sagte er.

Die israelisch-ägyptische Blockade hat die Regierungsfähigkeit der Hamas eingeschränkt und den 2 Millionen Bewohnern des Gazastreifens das Leben extrem erschwert. Strom wird nur rund vier Stunden am Tag geliefert, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 50 Prozent und Leitungswasser ist ungenießbar.

Die von der Hamas angeführten Unruhen haben sich verschärft, als die von Ägypten vermittelten Waffenstillstandsmaßnahmen ins Stocken geraten sind. Letzte Woche drängten sich rund 14.000 Palästinenser an den Grenzzaun, verbrannten Reifen und warfen Steine, Feuerbomben und Granaten auf IDF-Soldaten, die auf der anderen Seite auf Erdhügeln stationiert waren.

Etwa 20 Palästinenser haben am vergangenen Freitag die Grenze durchbrochen und sieben Palästinenser wurden getötet. Darunter vier von denen das Militär behauptete, sie seien in Israel eingedrungen und hätten sich einer militärischen Position genähert.

Quelle: APZum NEWSLETTER anmelden
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Von am 18/10/2018. Abgelegt unter Naher-Osten. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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