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Nachrichten zum Terror und zum israelisch-palästinensischen Konflikt (24. – 29. Oktober 2018)

Die Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” am vergangenen Freitag, dem 26. Oktober 2018, verliefen besonders gewalttätig. Dabei wurde eine außergewöhnliche Anzahl von Handgranaten und Sprengladungen in Richtung der IDF-Truppen geworfen und zwei Versuche unternommen, den Sicherheitszaun zu überqueren. Insgesamt wurden bei den Unruhen sieben Palästinenser getötet.

Die Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) schoss unter dem Vorwand, die Demonstranten zu beschützen, etwa 40 Raketen und Mörsergranaten auf die Gemeinden rund um den Gazastreifen. Einige der Raketen wurden abgefangen und einige stürzten in offenen Gebieten ab. Die PIJ gab trotz der Tatsache, dass die Hamas laut arabischen Medien es abgelehnt hatte, eine gemeinsame Erklärung des Krisenzentrums aller Terrororganisationen zu veröffentlichen, einen einseitigen Waffenstillstand bekannt. Diese Maßnahme wurde ohne Abstimmung mit der Hamas unter anderem mit dem Ziel durchgeführt, die Hamas herauszufordern und die Bedeutung der PIJ in der Ära von Ziad al-Nakhalah, dem neuen Generalsekretär, zu demonstrieren.

Am 28. Oktober 2018 griff ein Flugkörper der israelischen Luftwaffe drei Palästinenser an, die sich dem Sicherheitszaun näherten. Der Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza-Stadt gab bekannt, dass es sich um drei Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren handelte. Eine erste Untersuchung der IDF ergab, dass eine IDF-Einheit sie entdeckte, als sie im Schutz der Dunkelheit mit einem verdächtigen Objekt an den Zaun krochen. Nachdem sie das Objekt, offensichtlich ein Sprengsatz, auf den Boden gelegt hatten, wurden sie von der Luft aus angegriffen (ynet Nachrichtenagentur, 29. Oktober 2018). Das Phänomen von der Entsendung von Kindern und Jugendlichen in die Nähe des Sicherheitszaunes von der Hamas (und von anderen Organisationen), um während der “Prozession der großen Rückkehr” Aufgaben durchzuführen, die ihre Betreiber gefährden, ist bekannt.

Die Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr”[1]

Am Freitag, dem 26. Oktober 2018, fand eine weitere “Prozession der großen Rückkehr” statt. Dabei handelt es sich bereits um die 31. “Prozession” seit dem 30. März 2018. An den Veranstaltungen nahmen etwa 16.000 Demonstranten teil (im Vergleich zur Prozession in der Vorwoche, an der sich etwa 10.000 Demonstranten beteiligt hatten). Diese versammelten sich wie immer an mehreren Orten entlang des Grenzzauns zu Israel und verbrannten wie üblich Autoreifen und warfen Steine. Während des letzten Freitags war die Demonstration besonders gewalttätig, bei deren Verlauf eine außergewöhnliche Anzahl von Handgranaten und Sprengladungen in Richtung der IDF-Truppen geworfen wurde. Zusätzlich wurden zwei Vorfälle registriert, bei denen Demonstranten versuchten, den Sicherheitszaun zu überqueren (IDF-Sprecher, 26. Oktober 2018).

Im Laufe der Ereignisse griffen israelische Kampfhubschrauber und Flugkörper drei Hamas-Stellungen im nördlichen Gazastreifen an (IDF-Sprecher, 26. Oktober 2018). Laut palästinensischen Medien griff ein israelischer Hubschrauber Beobachtungsposten des „Widerstands“ im Gebiet von al-Buredsch im zentralen Gazastreifen und eine Position des Abwehrmechanismus östlich von Gaza-Stadt an (Schabakat al-Quds, 26. Oktober 2018).

Dr. Aschraf al-Kidra, Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums im Gazastreifen, gab bekannt, dass am 26. Oktober 2018 vier Palästinenser getötet und 232 verletzt worden seien. Am 27. und 28. Oktober 2018 berichtete er über den Tod zweier weiterer Palästinenser, die während der Prozession verletzt worden waren (Facebook-Seite von Dr. Ashraf al-Kidra, 27. und 28. Oktober 2018).

Raketen- und Mörsergranatenfeuer

Um 22:30 Uhr des letzten Freitags begann nach der “Prozession der großen Rückkehr” ein massives Raketenfeuer in Richtung Israel. Dies war der schwerste Raketenbeschuss seit August 2018. In der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 2018 wurden etwa 40 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Die Raketen wurden auf Sderot und auf die Siedlungen der Regionalverbände Scha’ar HaNegev, der Küste von Aschkelon und Eschkol abgefeuert. Das Iron-Dome-System fing rund 15 Raketen, all diejenigen, die auf bebaute Gebiete innerhalb Israels abzielten, ab. Der Rest der Raketen stürzte in offenen Gebieten ab und wurde nicht abgefangen (IDF-Sprecher, 28. Oktober 2018). Zwei Raketen stürzten noch im Gazastreifen ab.

Wegen des Beschusses bekamen sieben Personen Angstanfälle und mehrere Personen wurden verletzt, als sie in Richtung von Schutzräumen rannten. Am 28. Oktober 2018 wurden Reste einer Rakete auf dem Gelände eines Gymnasiums im Regionalverband Scha’ar HaNegev gefunden (ynet Nachrichtenagentur, 28. Oktober 2018).

Der militärische Arm der PIJ bekannte sich im Rahmen dessen, was die Organisation “Die Oktober-Rache” bezeichnet, zu dem Beschuss (Website der Jerusalem Brigaden, 27. Oktober 2018). Der Beschuss wurde ohne Abstimmung mit der Hamas durchgeführt. Quellen berichteten der Londoner Zeitung a-Sharq al-Awsat, dass die PIJ versucht habe, eine gemeinsame Erklärung des Krisenzentrums aller palästinensischen Organisationen im Gazastreifen mit der Bekennung zum Raketenbeschuss zu veröffentlichen, die Hamas sei jedoch dagegen gewesen. Salah Bardawil, Mitglied des Politbüros der Hamas, kritisierte die PIJ und erklärte, dass keine Aktion im Alleingang erlaubt sei, während Kontakte mit dem Feind [zur Erreichung eines Waffenstillstands] geführt werden (a-Sharq al-Awsat, 28. Oktober 2018).

Es sollte angemerkt werden, dass am 25. Oktober 2018, nur einige Tage zuvor und weniger als einen Tag nach der Entscheidung des israelischen Verteidigungsministers, den katarisch geförderten Kraftstoff in den Gazastreifen einzuführen, eine Rakete auf das Gebiet des westlichen Negev abgefeuert wurde. Diese stürzte in einem offenen Gebiet ab. Es gab keine Verluste und es wurde kein Schaden angerichtet. Als Reaktion griffen israelische Kampfflugzeuge acht terroristische Ziele in drei Zonen der Hamas im nördlichen und südlichen Gazastreifen an. Unter anderem wurden ein Trainingslager und ein Bereich, in dem Waffen produziert und gelagert waren, angegriffen (IDF-Sprecher, 25. Oktober 2018). Nach Schätzungen von israelischen Sicherheitsbeamten wurde die Rakete von der Hamas abgefeuert.

IDF-Aktivität in der Nähe des Sicherheitszauns

Am 28. Oktober 2018 griff ein Flugkörper der israelischen Luftwaffe drei Palästinenser östlich von Khan Junis im südlichen Gazastreifen an. Die drei näherten sich dem Sicherheitszaun und versuchten, ihn zu sabotieren und eine Sprengladung auf den Boden zu legen (IDF-Sprecher, 28. Oktober 2018). Der Sprecher des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen gab bekannt, dass es sich bei den Getöteten um drei Jugendliche aus Wadi Salqa im Osten von Khan Junis handelt: Khaled Bassam Mahmud Abu Sa’id (14); Abdul-Hamid Mohammad Abd al-‚Aziz Abu Thaher (13); und Mohammad Ibrahim Abdullah al-Satri (13). (Facebook-Seite von Dr. Aschraf al-Kidra, 28. Oktober 2018). Eine erste Untersuchung der IDF ergab, dass eine IDF-Einheit sie entdeckte, als sie im Schutz der Dunkelheit mit einem verdächtigen Objekt an den Zaun krochen. Nachdem sie das Objekt, offensichtlich ein Sprengsatz, auf den Boden gelegt hatten, wurden sie von der Luft aus angegriffen (ynet Nachrichtenagentur, 28. Oktober 2018).

Die Tötung der drei Jugendlichen in der Nähe des Zauns führte zu wütenden Reaktionen auf palästinensischer Seite:

Die Organisation Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ) veröffentlichte eine Erklärung, in der sie betonte, dass der “Widerstand” gegen das “Verbrechen” in einer Art und Weise reagieren wird, die mit dem Umfang des Vorfalls und mit der enormen Wut, die er erregt habe, in Übereinstimmung stehen wird. Die Erklärung betonte zudem, dass die israelische Version des Vorfalls eine Lüge sei und dass die Jugendlichen keinerlei Verbindung zu einer militärischen Operation hatten (Website des militärischen Arms der PIJ, 29. Oktober 2018).

Sami Abu Zuhri, Sprecher der Hamas, schrieb auf seinem Twitter-Account, dass die Tötung der drei Jugendlichen Teil des israelischen Terrors sei und “eine Botschaft an all diejenigen sei, die die Zionisten akzeptieren, damit sie ihre Hände nicht mit den Händen der Mörder von Kindern beschmutzen” (PALINFO, 29. Oktober 2018).

In einer Erklärung der Organisation Demokratische Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) wurde betont, dass die Tötung der Jugendlichen trotz aller technologischen Mittel in Israels Händen beweise, dass das „Massaker“ kaltblütig durchgeführt wurde und dass dies ein Versuch sei, eine neue Gleichung durchzusetzen, durch die Israel den Willen der Palästinenser und die „Prozessionen der großen Rückkehr“ zu brechen versuche. Zudem wurde erklärt, dass die “Besatzung früher oder später den Preis für ihre Verbrechen gegen das palästinensische Volk zahlen wird” (Website der PFLP, 29. Oktober 2018).

Muhammad Dahlan, ein ehemals hochrangiger Fatah-Beamter, der von seinem Posten als Sicherheitschef der PA abgesetzt wurde, prangerte die Ermordung der drei Jugendlichen auf seiner Facebook-Seite an. Gleichzeitig kritisierte er jedoch die nationalen und islamischen Kräfte im Gazastreifen, deren Aufgabe es ist, sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche sich den Gefahrenzonen im Bereich des Sicherheitszauns nicht nähern dürfen (Facebook-Seite von Muhammad Dahlan, 29. Oktober 2018).

Ein 17-jähriger Aktivist der „Nacht-Belästigungseinheit“ getötet

Im Laufe der Woche agierten Aktivisten der “Nacht-Belästigungseinheit” weiterhin entlang des Sicherheitszauns, um die dort stationierten IDF-Soldaten zu stören. Am 25. Oktober 2018 wurden Dutzende von Mitgliedern der Einheit im östlichen Gazastreifen aktiv. Sie verbrannten Autoreifen, übertrugen Musik und Sirenenheulen durch Lautsprecher und hantierten mit Laser-Beamern in Richtung der Soldaten, um diese zu belästigen (Filastin al-Yawm, 25. Oktober 2018).

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen gab den Tod von Muntaser Mohammed Ismail al-Baz (17) bekannt. Dieser wurde während der Abendstunden des 23. Oktober 2018 im Osten von al-Buredsch verletzt (Facebook-Seite von Dr. Aschraf al-Kidra, 23. Oktober 2018). Nach anderen Berichten wurde er bei Zusammenstößen in der Nähe des Sicherheitszauns im Osten von Deir al-Balah verletzt (a-Sharq al-Awsat, 23. Oktober 2018; al-Quds, 23. Oktober 2018). Der Bruder von Muntaser Mohammed Ismail al-Baz, Abu al-Muschir, der im Militärpolizeiapparat im Gazastreifen tätig ist, veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite, das Muntaser ein Hamas–Aktivist gewesen war und dass er im Rahmen der ”Nacht-Belästigungseinheit” und der ”Einheit der Durchbrechung” tätig gewesen war. Er wurde während der Ereignisse der “Prozession der großen Rückkehr” dreimal verletzt (Facebook-Seite von Iyad al-Baz Abu al-Muschir, 23. und 24. Oktober 2018). Hochrangige Hamas-Mitglieder, angeführt von Ismail Haniyya, besuchten die Familie, um ihren Beileid zu bekunden.

Die Vereitlung einer Entführung eines Soldaten von einer Gruppe von Palästinensern, die in Israel eingedrungen sind

Gemäß den Ergebnissen einer Untersuchung der IDF bezüglich eines Eindringens in israelisches Territorium, das am 12. Oktober 2018 während der “Prozession der großen Rückkehr” stattfand und als das schwerwiegendste Ereignis seit Beginn der “Prozessionen” definiert wird, wurde ein Versuch unternommen, einen israelischen Soldaten zu entführten. Die Untersuchung ergab, dass eine Gruppe von etwa 25 Palästinensern unter dem Schutz des Rauchs, der vom Verbrennen der Autoreifen und einer improvisierten Rauchmaschine stammte und nachdem sie einen Teil des Sicherheitszauns mittels eines Sprengsatzes zerstört hatte, israelisches Territorium betrat. Die Durchbrechung fand einige Dutzend Meter von einer IDF-Position statt, die von Scharfschützen bemannt war. Drei Palästinenser rannten zur Position und zwei von ihnen versuchten, auf sie zu klettern. Die beiden wurden von den IDF-Soldaten auf der Stelle erschossen. Der dritte Palästinenser blieb in der Nähe. Als einer der IDF-Kämpfer auf ihn zuging, zog er ein Messer, griff den Kämpfer an und versuchte, dessen Waffe zu stehlen. Der Kämpfer rang mit ihm, befreite sich und erschoss den Angreifer vor Ort (Nir Dvori, 26. Oktober 2018)

Judäa und Samaria

Das Werfen von Steinen auf israelische Fahrzeuge setzte sich fort und verstärkte sich in ganz Judäa und Samaria. Bei Anti-Terror-Maßnahmen, die die israelischen Sicherheitskräfte in ganz Judäa und Samaria durchführten, wurden Terrorverdächtige festgenommen und Standart- bzw. improvisierte Waffen sowie Gelder beschlagnahmt, die zur Finanzierung terroristischer Aktivitäten vorgesehen waren.

Im Folgenden einige herausragende Ereignisse in Judäa und Samaria:

Am 28. Oktober 2018 wurde eine improvisierte Rohrbombe aus der Richtung des Dorfes Azzun (zwischen Nablus und Qalqiliya) auf IDF-Truppen geworfen. Es gab keine Verluste und es wurde kein Schaden angerichtet (IDF-Sprecher, 28. Oktober 2018).

Am 26. Oktober 2018 warfen Hunderte von Palästinensern Steine und Knallkörper in Richtung der Grenzpolizisten und der IDF-Truppen, die in Khirbet Ni’lin in Samaria tätig waren. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Aufstandsbekämpfungsmaßnahmen und eröffneten das Feuer. Während der Operation wurde ein Palästinenser angeschossen. Er wurde später für tot erklärt. Drei Grenzpolizisten wurden leicht verletzt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 26. Oktober 2018).

Am 26. Oktober 2018 wurde die Fahndung nach Aschraf Walid Suleiman Na’alowa, der Terrorist, der am 7. Oktober 2018 den Angriff in der Industriezone Barkan verübt hatte, bei dem zwei Personen getötet und sechs verletzt wurden, weitergeführt (Facebook-Seite von MivzakLive/Red Alert, 26. Oktober 2018).

Quelle: Meir Amit Informationszentrum über Geheimdienste und Terrorismus

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Von am 02/11/2018. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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