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Retrospektive Ruth Rebecca Fischer-Beglückter mit Werken zur Reichspogromnacht

Retrospektive Ruth Rebecca Fischer-Beglückter
mit Werken zur Reichspogromnacht

Ruth Rebecca Fischer-Beglückter
Vernissage: 7. November 2018, 19 Uhr
Ausstellungszeit: 8. – 26. November 2018, s.u.
Synagogen-Gemeinde Köln, Roonstraße 50, 50674 Köln

Ruth Fischer-Beglückter in ihrem Atelier. Köln. 1988/1989.

Diesen November zeigt die Synagogen-Gemeinde Köln 43 Gemälde der Kölner Künstlerin Ruth Rebecca Fischer-Beglückter. Zu verdanken ist diese Ausstellung der großzügigen Schenkung der Werke an die Synagogen-Gemeinde Köln durch die Malerin. Mit dieser ersten umfassenden Retrospektive wird erstmals das Oeuvre dieser außergewöhnlichen Künstlerin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein aufwendiger Katalog mit umfangreichen Texten zum beeindruckenden Werk und bewegten Leben begleiten die Ausstellung.

Ruth Fischer-Beglückter wurde am 6. November 1927 in Köln geboren. Sie besuchte zunächst die jüdische Volksschule Lützowstraße und anschließend das gegenüber gelegene jüdische Reformgymnasium Jawne. Knapp ein Jahr nach dem Pogrom vom 9. November 1938 gelang es ihrer alleinerziehenden Mutter mit ihr und ihren Geschwistern nach Chile zu fliehen.
In Chile mussten die drei Kinder neben der Schule arbeiten, um ihren Lebensunterhalt mit zu bestreiten. Später studierte Ruth Fischer Philosophie und Psychologie an der Universität in Santiago de Chile. 1948 meldete sie sich während des Studiums für den Krieg in Palästina, wo sie in der Palmach, einer jüdischen paramilitärischen Einrichtung, ihren ersten Mann Enrique Rothschild kennenlernte und im November heiratete. Keine zwei Monate später fiel er an der Front in der Wüste Negev, woraufhin Ruth Fischer nach Chile zurückkehrte.
1952 bekam sie ihre Tochter von ihrem zweiten Mann und schloss 1970 alleinerziehend ihr Studium als Diplompsychologin und Künstlerin ab. 1981 kehrte sie der Diktatur von Augusto Pinochet den Rücken und siedelte sich 1982 wieder in Köln an. Hier lebte und arbeitete sie bis 2017 in Rodenkirchen und stellte u.a. in der Kölner Artothek aus, bevor sie zu ihrer Tochter nach Spanien zog.

Das Werk von Ruth Fischer-Beglückter gilt als zentrale Position für die Kunst der Nachkriegsmoderne im Spannungsfeld zwischen Europa und Südamerika. Ihr umfangreiches Oeuvre an Gemälden zeichnet sich durch kräftige Farben und großformatige Werke aus, die in ihrer Abstraktion eine expressive Wirkung entfalten.
Die Werke spiegeln sowohl die Naturerfahrung der Künstlerin, als auch Begegnungen im Alltag wieder. Darüber hinaus bezieht sie sich auf literarische Quellen, wie alttestamentarische Psalmen und Musikerlebnisse. Bei signifikanten Einzelwerken und Werkzyklen kommt diese intensive Auseinandersetzung deutlich zum Tragen, die sie zu einer herausragenden künstlerischen Position nach den Erlebnissen des Krieges und der Emigration macht.

Mit dieser Retrospektive ehrt die Synagogen-Gemeinde Köln das Leben und Schaffen ihres ehemaligen Mitglieds. Zur Eröffnung spricht Frau Dr. Renate Goldmann, Direktorin der VAN HAM Art Estate. In der Ausstellung wird u.a. der vollständige Zyklus „Alturas de Macchu Picchu“ (Kat.-Nr. 2-13) aus den Jahren 1975 – 1978 und zwei Werke aus der Serie „Noce de cristal“ (Kat.-Nr. 36-37) gezeigt. Ebenso ist ein Video-Interview der Künstlerin zu sehen, das vom NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln herausgegeben wurde. Der umfangreiche Ausstellungskatalog wurde mit freundlicher Unterstützung von Van Ham Kunstauktionen produziert und ist auch online einsehbar unter: www.van-ham.com sowie www.sgk.de

Ausstellungszeit: 8. – 26. November 2018,
Donnerstag, 08.11.2018, 10 bis 12 Uhr Montag, 19.11.2018, 10 bis 12 Uhr & 15 bis 17 Uhr
Montag, 12.11.2018, 10 bis 12 Uhr Dienstag, 20.11.2018, 10 bis 12 Uhr & 15 bis 17 Uhr;
Dienstag, 13.11.2018, 10 bis 12 Uhr & 15 bis 17 Uhr Mittwoch, 21.11.2018, 10 bis 12 Uhr & 15 bis 17 Uhr:
Mittwoch, 14.11.2018, 10 bis 12 Uhr & 15 bis 17 Uhr Donnerstag, 22.11.2018, 10 bis 12 Uhr;
Donnerstag, 15.11.2018, 10 bis 12 Uhr & 15 bis 17 Uhr Montag, 26.11.2018, 10 bis 12 Uhr & 15 bis 17 Uhr.
Ausstellungsort: Synagogen-Gemeinde Köln, Roonstraße 50, 50674 Köln

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Von am 06/11/2018. Abgelegt unter Veranstaltungen. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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