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Die Deutschen im Zweiten Weltkrieg: Divisionen für die Bewachung und das Töten der Juden

Bis zum heutigen Tage weiß man noch nicht genau, wann oder wie man zur Euthanasie in Gaskammern überging. Dieser geschichtlich heikle Aspekt ist weitestgehend verzerrt und oft missverstanden worden. General Beck notierte einst in seinem „Tagebuch“: „Heydrichs Plan erwies sich als eine Riesendummheit, von verweichlichten Bürokraten ersonnen, die anders als Soldaten von Leiden in großem Ausmaß, von Entbehrungen und Tod keine Ahnung haben. Die Reserven des menschlichen Körpers und Geistes sind bemerkenswert. Kriegsgefangene ertragen über Jahre hinweg die miserabelsten Lebensbedingungen. Sie lernen, nahezu alles zu essen und zu trinken. Die Bedürfnisse ihrer ausgemergelten Körper schrumpfen beim natürlichen Überlebensdrang fast auf ein Nichts zusammen.

Zu all diesen Phänomenen kam es in den sogenannten Übergangs-Ghettos. Dass es mit der Zermürbung so langsam ging, war schon besorgniserregend. Epidemien brachen aus, und Epidemien machten somit keinen Unterschied zwischen Bewachern und Gefangenen. Die so geschwächten Juden wurden infolgedessen zu einer ständigen Bedrohung der einheimischen Bevölkerung und unserer Soldaten. Diese Überlegungen ließen folgende Überlegung aufkommen: Da diese Menschen in jedem Fall dem Tod geweiht waren, würde nicht ein rasches, unerwartetes und schmerzloses Ende sie vor langen Leiden bewahren? Und würden unsere bewaffneten Streitkräfte nicht zugleich ein außerordentlich hemmendes Problem los werden, über dessen Ausmaß man sich nicht rechtzeitig klar geworden war?

Man hat oft auf die unleugbare Tatsache hingewiesen, dass auf diese Weise Millionen Kinder den Tod im Gas fanden; eine Episode, deren man sich nicht gerne erinnert. Trotzdem: Der Tod durch Verhungern hätte für die Kinder ein langsameres und schmerzlicheres Ende bedeutet; zudem hätten ihre Eltern noch die leidvolle Erfahrung machen müssen, zuzusehen, wie sie dahinschwanden.“ (Hier erübrigt sich jeder weitere Kommentar, Anm.d.Verf.) Militärische Auswirkungen und Menschenmaterial: Das Ganze war nicht nur eine Angelegenheit für die Etappe, die keine militärische Bedeutung hatte. Die „territoriale Lösung“ hatte den Kriegsanstrengungen der Nazis schwer geschadet. Der bedeutendste Schaden war mit dem Menschenmaterial verbunden.

Eine große Anzahl gesunder deutscher Männer wurde von den Kriegsaufgaben abgezogen und musste die Juden bewachen: Einheiten, die die Juden zusammentrieben, Bewacher usw. wurden aus der einheimischen Bevölkerung rekrutiert; dennoch müssen Deutsche bis zur Stärke von mehreren Divisionen damit beschäftigt gewesen sein, sich in Büros und Lagern mit den Juden zu befassen, statt an der Front zu kämpfen. Ebenso war der Mangel an Arbeitskräften im Reich – in den Fabriken – als chronisch zu bezeichnen. Die Kriegsgefangenen und die Zwangsarbeiter aus den besetzten Ländern leisteten bestenfalls halbherzige Dienste und trieben immer wieder Sabotage, einerlei, wie viele deshalb erschossen wurden.

Die Juden hingegen stellten ein unerschöpfliches Reservoir an intelligenten Arbeitern, Handwerkern und Akademikern dar, die man rasch anlernen konnte,m jede Facharbeit zu leisten. Daran warn sie ja schon seit ewigen Zeiten gewöhnt, bis die unerbittlichen Häscher sie zusammentrieben und nach Osten verfrachteten. Sie verübten kaum Sabotage, vielmehr ließen sich ein verzweifeltes Bemühen erkennen, ihr eigenes Leben und das ihrer Angehörigen zu retten, indem sie hervorragende Arbeit leisteten. Auf diese Weise verlor das Hitler-Regime die Arbeitskraft von mehreren Millionen Arbeitern von großer Zuverlässigkeit Motivation und Produktivität, indem man sie in den Konzentrationslagern umbrachte.

Obgleich das letzte Ziel der Vernichtung des „auserwählten Volkes“ angeblich geheim blieb, wurden viele deutsche Heeresverbände Zeuge dessen, was geschah. Dies muss einfach so akzeptiert werden, denn manche Einheiten halfen freiwillig nicht nur beim Transport oder bei der Bewachung der Juden, sondern sogar bei den Liquidierungen..! Örtliche Wehrmachtsoffiziere versorgten auf Anfrage die mobilen Exekutionskommandos und sorgten auch für deren Transport, da sie Regierungsaufgaben wahrzunehmen hatten. Diese SS-Einheiten – die Einsatzgruppen – kamen unmittelbar im Gefolge der vorrückenden Wehrmacht nach Russland.

Sie hatten Order, politische Kommissare sofort zu erschießen, um jede Partisanentätigkeit im Keim zu ersticken; all das geht auf den berühmten „Kommissar-Erlass“ vom März des Jahres 1941 zurück. Die Einsatzgruppen wurden so instruiert, sämtliche Juden, deren sie habhaft werden konnten, da sie eine Hauptbedrohung der deutschen Sicherheit darstellten, standrechtlich zu erschießen. Einheimische meldeten sich freiwillig zu den Einsatzgruppen, um gegen „ihre Juden“ vorzugehen; – die Folgen waren entsetzlich, insbesondere in Litauen, Rumänien und Ungarn. Die deutschen Einsatzgruppen erschossen systematisch mit Wissen der Wehrmachts-Dienstellen in diesen Gebieten Hunderttausende von Juden.

Vor diesen ungeheuren Geschehnissen konnten deutsche Soldaten nicht immer die Augen verschließen. In vielen Fällen kam es auch vor, dass irregeleitete örtliche Wehrmachtskommandeure ihren Soldaten gestatteten oder sogar befahlen, daran teilzunehmen. Infolgedessen gibt es authentische Fotos, auf denen zu sehen ist, wie deutsche Soldaten jüdische Frauen erschießen, die Kleinkinder auf dem Arm halten. Solche Vorkommnisse machten unter vielen deutschen Soldaten sofort die Runde und die Kampfmoral litt zum Teil darunter, weil man das eigentliche Kriegsziel nicht mehr erkannte. Dabei sind Soldaten eigentlich im „Handwerk des Tötens“ ausgebildet worden; – vor allem im Reich des Adolf Hitler. Krieg bedeutete für sie das Leben des Feindes oder das eigene Leben; – und so etwas nennt man „Soldatentum“.

Gelegentlich mussten jedoch deutsche Soldaten im Osten auch „schmutzige Arbeit“ auf sich nehmen; – natürlich auf Befehl: Sie mussten Spione und Partisanen erschießen, die mit verbundenen Augen hilflos vor ihnen standen. Auf weiteren Befehl mussten sie Jungen, Mädchen und Frauen aufknüpfen, die gute Partisanen sein konnten. Was die Nazis somit der deutschen Jugend in dieser Hinsicht angetan haben, kann man weder vergessen noch entschuldigen. Nach dem 8. Mai 1945 hatte es in Deutschland nie einen Nazi gegeben; – alle waren unschuldig und haben von nichts gewusst.

Und so ist es geblieben bis in die heutigen Tage.

Von Rolf von Ameln

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Von am 21/11/2018. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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