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Die Abrechnung mit Terroristen kann nachfolgende Angriffe nicht verhindern

Der anhaltende Kreislauf der Gewalt gegen israelische Zivilisten wird nicht verschwinden, bis die politischen Führer Israels bereit sind, die Verantwortung für jedes jüdische Leben zu übernehmen und jeden Bürger sowie die gesamte Nation zu verteidigen. Es sollten harte Maßnahmen ergriffen werden, um zukünftige Angriffe abzuwehren.

Shira Ish-Ran mit ihrem Ehemann auf einem Hochzeitsfoto. Foto: Familie

In der letzten Nacht von Chanukka verwundete ein palästinensischer Terrorist bei der Vorbeifahrt an einer Bushaltestelle vor der großen jüdischen Gemeinde in Ofra, Samaria, sieben Menschen. Bei dem Angriff wurden Shira Ish-Ran, eine 21-jährige schwangere Frau und ihr Mann Amichai, durch mehrere Schusswunden verletzt.

Am Montagmorgen verurteilte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, die Aktionen der „schrecklichen Terroristen“ auf dem wöchentlichen Treffen der Likud-Partei in der Knesset.

„Sicherheitskräfte verfolgen die Terroristen … sie werden sie gefangen nehmen. Wir bringen sie vor Gericht und legen das Strafmaß fest“, sagte Netanyahu.

Aber die Israelis sind nicht daran interessiert, einzelne Terroristen vor Gericht zu stellen. Und sie sind höchstwahrscheinlich nicht daran interessiert, tödliche Terroranschläge zu erleiden, nur um den Terroristen in einer Fahndung zu fangen und dann „das Strafmaß festzulegen“.

Die Israelis sind an einer Politik der Abschreckung interessiert, die verhindert, dass diese wachsende Zahl von Angriffen überhaupt stattfindet.

Jüngste Umfragen haben gezeigt, dass die Unterstützung für Netanyahu in der israelischen Bevölkerung auf Allzeit-Höchstständen bleibt – für seine zahlreichen Erfolge beim Aufbau und der Stärkung der Wirtschaft und der diplomatischen Kanäle des jüdischen Staates, sowie für das Fehlen eines geeigneten Nachfolgers.

Kürzlich unterstützten die Israelis Netanyahu gegen seine politischen Rivalen auf der rechten Seite, was die Deeskalation der Feindseligkeiten mit der Hamas in Gaza anbelangt. Nachdem die terroristische Organisation mehr als 450 Raketen in israelische Bevölkerungszentren, darunter Ashkelon und Beersheva, abgefeuert hatte und Hunderttausende von Israelis in Schutzräumen in Deckung gehen mussten.

Eine Deeskalationspolitik ist für die israelischen Bürger jedoch nicht unbedingt eine Sicherheitspolitik.

Innerhalb Israels und insbesondere in Judäa und Samaria, gibt es einen anhaltenden Strom radikaler Gewalt gegen israelische Bürger. Im Jahr 2018 gab es neun tödliche Vorfälle, die Terroranschläge in dieser Woche nicht eingeschlossen. Bei jedem Vorfall wurden Eltern von kleinen Kindern getötet. Jeder der Vorfälle zerreißt das Herz des jüdischen Volkes.

Die Schießereien, Messerstiche, Auto-Rammangriffe sowie Raketen aus Gaza und dem Libanon sind nicht Teil eines Einzel-Phänomens, das nicht verteidigt, abgeschreckt oder vollständig ausgerottet werden kann. Sie sind vielmehr Teil einer antisemitischen Kampagne zur Ausrottung des jüdischen Lebens und zur Destabilisierung des Staates Israel.

Die Bereitschaft der derzeitigen Regierung, auch nur eine begrenzte Anzahl von Todesfällen unter der Zivilbevölkerung zuzulassen – solange sie sich nicht in Massenfällen oder zu schnell nacheinander auftürmen – ist beunruhigend.

Strenge Verurteilungen und Behauptungen, dass die Mörder gefangen genommen werden, hindern den nächsten Mörder nicht daran, einen Angriff durchzuführen. Unmittelbar nach den Erschießungen im Barkan Industrial Park im vergangenen Monat, bei dem zwei junge jüdische Eltern starben, versicherte der Premierminister, dass „die Sicherheitskräfte den Angreifer verfolgen. Ich bin sicher, dass sie ihn festnehmen und wir werden mit ihm so weit wie möglich mit dem Gesetz konfrontieren.“ Trotz der Zusicherungen von Netanyahu, bleibt der Barkan-Schütze auf der Flucht.

Chaim und Liora Silberstein, die Eltern von Shira Yael Ish-Ran, die jetzt drei Familienmitglieder im Krankenhaus haben, äußerten sich klar über die Notwendigkeit, die Sicherheitslage dramatisch zu verbessern.

„Wir möchten der Regierung eine klare Botschaft senden, dass es undenkbar ist, dass auf süße unschuldige Kinder geschossen wird“, sagte Liora Silberstein. „Wir können eine solche Realität nicht akzeptieren.“

Chaim Silberstein brachte seine große Anerkennung für „die Arbeit der IDF, des Shin Bet und aller anderen Sicherheitskräfte in der Region“ zum Ausdruck. Er erklärte, die israelischen Streitkräfte seien vom politischen Establishment daran gehindert worden, „die Abschreckung wiederherzustellen … damit Terroristen und Degenerierte zweimal- oder zehnmal nachdenken, bevor sie solche Taten ausführen.“

Um diese Art der Abschreckung zu erreichen, müssen harte Schritte unternommen werden. Schussangriffe auf unseren Straßen und Auto-Rammangriffe stellen einen Missbrauch der Straßen dar, für deren Bau und die Wartung der israelische Steuerzahler bezahlt hat. Wenn palästinensische Terroristen diese Straßen missbrauchen um Israelis zu verletzen oder zu töten, sollte ihr Zugang zu diesen Straßen völlig eingeschränkt sein. Unmittelbar wachsende Straßensperren würden eine starke Botschaft aussenden, dass Terrorakte Auswirkungen auch auf Palästinenser haben, nicht nur auf Juden.

In den 25 Jahren, seit das gescheiterte Friedensabkommen von Oslo unterzeichnet wurde, ist den palästinensischen Terroristen beigebracht worden, Juden in allen Bereichen ihres Lebens anzuvisieren, zu töten und zu verletzen. Angefangen von Schulbüchern über das Fernsehen bis hin zu Stadtplätzen und Fußballstadien, die nach Märtyrern benannt wurden und zu anhaltenden Anstiftungen in den sozialen Medien. Die Generation, die „Hamas Mickey Mouse“ anschaute und Sommercamps besuchte, in denen sie lernen Juden zu ermorden, handelt jetzt genau so, wie sie trainiert wurden.

Die Palästinensische Autonomiebehörde, die nach wie vor von den meisten westlichen Ländern als legitime Herrscher des palästinensischen Volkes und als legitime Friedenspartner angesehen wird, ruft ihre Wähler bei jeder sich bietenden Gelegenheit öffentlich auf und bezahlt buchstäblich Einzelpersonen, um Juden anzugreifen, während sie Familien von Terroristen lebenslange Stipendien gewährt wenn der Angreifer während des versuchten Mordes selbst getötet wird.

Das Budget der palästinensischen Autonomiebehörde im Jahr 2018, sieht Zahlungen von 340 Millionen Euro an Terroristen und ihre Familien vor, was 7 Prozent ihres gesamten Budgets entspricht.

Während Israel kürzlich ein Gesetz zur Zurückbehaltung von Zahlungen verabschiedete, leistet es jeden Monat Zahlungen an die PA. Im Rahmen einer in Oslo generierten Steuererhebungsvereinbarung muss dieses Gesetz noch umgesetzt werden. Viele Befürworter des Gesetzes befürchten, dass die Regierung ein Mittel finden könnte, um die Abschaffung des Gesetzes zu verhindern. Aus Angst, dass die Beschränkung der Mittel zum Zusammenbruch des PA führen könnte, zusammen mit dem Druck der internationalen Gemeinschaft, die Zahlungen wieder aufzunehmen.

Der anhaltende Kreislauf der Gewalt gegen israelische Zivilisten wird jedoch nicht verschwinden, bis die politischen Führer Israels bereit sind, die Verantwortung für jedes jüdische Leben zu übernehmen und jeden einzelnen Bürger und die gesamte Nation zu verteidigen. Die israelische Regierung und ihre Sicherheitskräfte müssen alle notwendigen Schritte einleiten, um den Tod des nächsten jungen Elternteils zu verhindern, der sein Leben bei der Arbeit, an einer Bushaltestelle, einem Fußgängerüberweg oder in einem Supermarkt verliert.

Wenn die derzeitige Führung, einschließlich des israelischen Premierministers, nicht bereit ist, solche Schritte zu unternehmen, können die Israelis, die zunehmend angegriffen werden, eine neue Gruppe von politischen Führern mit der Herausforderung beauftragen, Terroristen abzuhalten, um diese abscheulichen Angriffe ein für alle Mal zu verhindern.

Von Alex Traiman (JNS)

Alex Traiman ist Geschäftsführer und Chef des Jewish News Syndicate Büro in Jerusalem.

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Von am 12/12/2018. Abgelegt unter Featured. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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