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Der Aufbau schreibt am Freitag, den 1. September 1944: Palästina-Truppen in England und weitere Anmerkungen

Eine jüdische Einheit der Palästina-Armee traf kürzlich in England ein, um speziell ausgebildet zu werden. Sie steht unter dem Befehl von Captain Joshua Licht und drei anderen jüdischen Offizieren, die in Griechenland, Kreta und Nordafrika kämpften. Mehrere ihrer Mitglieder haben an der Hebrew University ihren Doktor gemacht.

Jüdische Maquis kämpft in Frankreich: Aus Genf wird gemeldet, dass autonome jüdische Einheiten in den Reihen der „Französischen Streitkräfte im Inneren“ gegen die Deutschen in Lyon, Toulouse und in anderen noch besetzten Gegenden Frankreichs kämpfen. Auch an den Pariser Kämpfen hat eine solche Einheit teilgenommen. Mehrere tausend junger Juden sind zu den französischen Streitkräften in Haute Savoie gestoßen, und einige leiten sogar die Kampfhandlungen. In allen von den französischen Truppen befreiten Teilen Frankreichs wurden die antijüdischen Vichygesetze sofort annulliert.

Odyssee tschechoslowakisch-jüdischer Kämpfer: Eine Gruppe tschechoslowakischer Juden verließ 1940 die Heimat, um nach Palästina auszuwandern. Das Schiff wurde versenkt und die Schiffbrüchigen auf einer unbewohnten Insel im Mittelländischen Meer. Italienische Flieger fingen die mit Handspiegeln gesendeten SOS-Rufe auf, und die Juden wurden dann in ein Internierungslager in Ferramonti gebracht. Hier wurden sie von den Alliierten befreit, gingen nach England, wo sie als Offiziere in die tschechoslowakische Armee eintraten, und sind jetzt im Begriff, nach Russland zu gehen, um dort an den Kämpfen teilzunehmen. Vor ihrer Abfahrt wurde für sie „irgendwo in England“ ein eindrucksvoller jüdischer Militär-Gottesdienst abgehalten.

Das „J“ wird eingezogen: Wie die ITA meldet, wurden die Juden in den befreiten Teilen von Französisch-Savoyen aufgefordert, sich bei ihren zuständigen Bürgermeisterämtern zu melden, um ihre mit dem Wort „Jude“ überstempelten Papiere gegen allgemein gültige Ausweise einzutauschen. Auf Grund einer Verordnung des Präsidenten des Befreiungskomitees wurden alle anti-jüdischen Maßnahmen in den befreiten Gebieten abgeschafft.

Wahlen zum römisch-jüdischen Gemeinderat: Sofort nach der Befreiung Roms löste Lt.Col. Poletti den jüdischen Gemeinderat auf und ernannte den jüdischen Rechtsanwalt Silvie Ottolenghi zum Kommissar für jüdische Angelegenheiten. Dieser Verfügung war ein bitterer Streit innerhalb der jüdischen Gemeinde voran gegangen; man verlangte den Rücktritt von Rabbiner Zelli, der – anstatt seinen Pflichten nachzukommen – sich während der Besetzung Roms verborgen gehalten hatte. Dieser wiederum beschuldigte den Präsidenten des Gemeinderates, Uge Fon, und andere Mitglieder, Faschisten zu sein. Jetzt sollen Neuwahlen abgehalten werden, und ein neuer Gemeinderat soll die Verwaltung der jüdischen Angelegenheiten übernehmen.

Neues Aufflammen des Terrors in Palästina: Eine Anzahl junger arabischer Terroristen verübte einen tollkühnen Überfall auf zwei Polizeistationen in den Vororten von Tel Aviv, Neveh Shaan und Aubu Kehir. Sie warfen Bomben in die Stationen hinein, worauf die wachhabenden Polizisten sofort Feuer auf sie eröffneten. Es entwickelte sich eine regelrechte Schlacht, während der die Rowdies weitere Bomben warfen, von denen zehn explodierten. Zwei britische und zwei arabische Polizisten wurden verwundet..!

Was also hat sich seit dem Jahre 1944 bis 2018 geändert? Hamas und Hisbollah werfen keine Bomben mehr; – dafür schicken sie Raketen ins Kernland Israels und versetzen die Zivilbevölkerung Israels in Angst und Schrecken. Hinzu kommt, dass der Antisemitismus in Europa weiter seine Wurzeln ausbreitet.

Von Rolf von Ameln

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Von am 17/12/2018. Abgelegt unter Spiegel der Zeit. Sie knnen alle Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0. Kommentare und pings sind derzeit geschlossen.
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